Kommentar
Die Hakenkreuze im Stillen zu entfernen, war nicht klug
Dass die beiden Hakenkreuze vom Turm der Jakobskirche entfernt wurden, war ebenso richtig wie überfällig. Allerdings hat sich die Landeskirche einen offenen Umgang mit ihren Relikten aus dunklen Tagen wie der Nazi-Zeit auf die Fahnen geschrieben. Auch wenn niemand von einer derart kleinen Kirchengemeinde mitten in der Pandemie und angesichts der Aufgaben bei der Kirchensanierung die Einberufung einer Pressekonferenz erwarten kann: Im Sinne der Transparenz wäre es besser gewesen, die Entfernung der beiden Nazi-Symbole in irgendeiner Weise zu kommunizieren. Gerade weil der Streit um die Glocke im Innern des Kirchturms derart emotional geführt wurde und die Fronten noch immer verhärtet sind – auch wenn die Positionen nüchtern betrachtet gar nicht so weit auseinander liegen.
