Bad Dürkheim Die Favoritenrolle ausgefüllt
FREINSHEIM. Der FV Freinsheim ist in der Fußball-A-Klasse Nord seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Das Team von Trainer Andreas Schröck, der selbst in fünf Partien mitwirkte, führt nach 18 Spieltagen die Tabelle an. Dass Meisterschaft und Aufstieg kein Selbstläufer werden, wurde aber in vielen Begegnungen deutlich.
Wer auf die Tabelle schaut, der wähnt den FVF souverän an der Spitze. Doch die sieben Punkte Vorsprung täuschen, denn die Konkurrenz hat noch Nachholspiele auszutragen. Dennoch lügt das Tableau nicht. Freinsheim war bis Weihnachten das konstanteste Team und zudem das einzige, das nie die Punkte geteilt hat. Die Mannschaft hatte im Sommer ein anderes Gesicht bekommen, da vor der Runde etliche neue Akteure zu den Blau-Weißen stießen. „Die Integration hat zwar reibungslos geklappt, aber es war nicht zu erwarten, dass wir auf Knopfdruck den gewünschten Fußball spielen“, hat Schröck erkannt. Der 35-jährige Coach kennt auch Gründe, warum manchmal zwar das Ergebnis stimmte, die Darbietung aber ausbaufähig blieb. „Es sind noch viele Spieler dabei, die bis zur vergangenen Saison fast nur gegen den Abstieg gespielt haben. Jetzt hat sich die Situation schlagartig geändert und es werden neue Anforderungen gestellt“, sagt der Übungsleiter. Jetzt gelte es vermehrt, spielerische Lösungen zu finden, zudem sich mit der Tatsache auseinanderzusetzen, der gejagte Spitzenreiter zu sein, gegen den jeder Gegner besonders motiviert ist. So ist es auch zu erklären, dass acht der 14 Erfolge nur mit einem Tor Differenz eingefahren wurden und meist unter die Rubrik „Arbeitssieg“ fielen. „Wille, Engagement und Einsatz sind erkennbar, die Trainingsleistungen stimmen, aber es fehlt die Leichtigkeit, mit der man Siege überzeugender herausspielen kann“, resümiert Schröck. Noch etwas anderes streicht der Coach heraus: Die Moral. Es war schon bemerkenswert wie die Freinsheimer im November binnen einer Woche die Spiele gegen Arminia Ludwigshafen II (2:1), bei der TSG Eisenberg (4:3) und beim SV Schauernheim (3:2) aus dem Feuer rissen. In allen Begegnungen lag der FVF bis kurz vor Schluss zurück, drehte die Partie aber, weil das Team nie den Glauben an sich verlor. Eingebettet war diese Siegesserie in die Duelle gegen den Nachbarn SV Weisenheim am Sand, die mit 0:2 und 1:4 jeweils verloren wurden. „Diese beiden Niederlagen wurmen“, gibt Schröck zu. Im ersten Match lag er mit seiner taktischen Ausrichtung daneben, im zweiten brillierte der SVW. Dieses 1:4 war zugleich die einzige Heimniederlage. Von den neuen Spielern haben Michael Gandert, Lukas Leideck und Marcus Lerps am meisten überzeugt. „Sie haben voll eingeschlagen und waren unsere Fahnenträger, weil sie Verantwortung übernommen haben“, lobt Schröck. Gandert und Lerps machten alle 18 Partien mit und standen immer in der Startformation. Leideck fehlte nur einmal. Von den 23 eingesetzten Akteuren war auch der vielseitige Christoph Boller immer dabei, auf 16 Einsätze kam Florian Fuhrmann. Einen Stammplatz hat sich Verteidiger Gregor Kürbs gesichert, der von den ersten sieben Partien nur eine über 90 Minuten absolvierte, danach aber elfmal in Folge den Anpfiff auf dem Spielfeld erlebte. „Ich bin sicher, dass junge Spieler wie Florian Fuhrmann oder Patrick Kaufmann noch stärker werden“, betont Schröck, der sich auf Torwart Sebastian Müller als Rückhalt verlassen konnte. Elmir Brguljak und Sascha Schmitt, zwei zentrale Mittelfeldspieler und zentrale Figuren im Spiel des FVF, blicken auf eine verkorkste Vorrunde zurück. Die Leistung stimmte zwar, aber Schmitt fiel sechsmal wegen einer Erkrankung aus, Brguljak fünfmal wegen zweier Sperren, die den Coach auf die Palme trieben. „Wenn die Spieler dann zurückkommen, sind sie nicht gleich bei 100 Prozent“, gibt der Trainer zu bedenken. Von den 42 Toren der Freinsheimer erzielten Gandert (12), Lerps (7), Marcel Kaltenbach (6), Benjamin Hill und Leideck (je 5) die meisten. Andreas Schröck, der meist im 4-2-3-1- oder 4-1-4-1-System spielen ließ, blickt zuversichtlich auf die Rückserie. Er sagt aber auch: „Wir sind gut aufgestellt, doch alle können und müssen eine Schippe drauflegen.“ Wird dieses Vorhaben umgesetzt, dann klappt es auch mit dem Titel. (thl)