Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Die erste männliche Landfrau in Wachenheim

Christian Baßler ist der erste Mann unter den Landfrauen Wachenheims.
Christian Baßler ist der erste Mann unter den Landfrauen Wachenheims.

Männer bei den Landfrauen? Christian Baßler aus Wachenheim hat diesen (noch) eher unüblichen Schritt gewagt. Dabei hat auch der Zufall eine Rolle gespielt – und natürlich sein Interesse rund um den Haushalt sowie seinen Heimatort.

Sich selbst bezeichnet Christian Baßler augenzwinkernd als „Der Landfrau“. Bei der Jahreshauptversammlung der Landfrauen wurde allerdings eine andere Anrede gewählt. „Da hieß es: ,Liebe Landfrauen, lieber Landmann’“, berichtet Baßler schmunzelnd.

Seit Anfang Oktober ist Baßler Mitglied bei den Wachenheimer Landfrauen. Auslöser dafür war eine Einladung, die an seine Frau adressiert war. „Sie wurde zu einem Stammtisch eingeladen“, berichtet „der Landfrau“. Da wollte er natürlich dabei sein. „Dafür musste ich dann aber Mitglied werden.“ Den entsprechenden Antrag hat er dann auch gleich ausgefüllt. Dass er dabei eine Pionierleistung als erste männliche Landfrau Wachenheims aufstellte, habe er nicht gewusst.

Beruhigt durch „Landmänner“ in Haßloch

Zu Beginn sei er sich als einziger Landmann unter den Wachenheimer Landfrauen etwas komisch vorgekommen. „Ich war dann doch etwas beruhigt, als ich erfahren habe, dass es auch in Haßloch ein paar Männer unter den Landfrauen gibt“, berichtet der Wachenheimer.

Den Austausch mit den anderen Mitgliedern bezeichnet er als „Wissensumschlagplatz“. Neben Tipps rund um den Haushalt ist der Hobbykoch auch an Informationen rund um das Kochen interessiert. Da Baßlers Frau den Dürkheimer Unverpackt-Laden betreibt, erledigt er oft die Arbeiten in den eigenen vier Wänden. „Ich betreibe die Logistik hinter dem Geschäft meiner Frau“, sagt Baßler, der sich nebenbei auch um den familieneigenen Weinberg und die neun Schafe kümmert. Dabei verfolgt er auch noch eine Karriere als Werkstoffprüfer. Von den klassischen Rollenbildern von Mann und Frau halte er nichts. „Auch Männer kochen heutzutage.“

Veranstaltungen sind interessant

Neben dem Austausch mit den anderen Landfrauen, schätzt der 39-Jährige auch die vielen Veranstaltungen im Programmkalender der Gemeinschaft. „Beim Sticken und Nähen muss ich jetzt nicht unbedingt dabei sein, aber eine Führung durch das jüdische Wachenheim finde ich schon sehr interessant“, berichtet Baßler. „Normalerweise kommt man an so etwas gar nicht heran.“ Auch die Kräuterwanderung interessiert den Hobbykoch. Doch ein Fest darf dann und wann nicht fehlen.

Von den sonstigen Aktivitäten der Landfrauen zeigt sich Baßler angetan. Unter anderem werde der Kräutermarkt organisiert. „In diesem Jahr wurden aber auch Pfirsiche für die Flutopfer im Ahrtal verkauft“, sagt Baßler. Auch Spenden seien für die Flutopfer gesammelt worden. Mit Blick auf die Mitgliedschaft bei den Landfrauen ergänzt er: „Es ist quasi ein proaktives Ehrenamt.“

Früher bei der Landjugend

Damit ist Baßler bereits bestens vertraut. Schließlich war er bei der Neugründung der örtlichen Landjugend mit dabei. „Die gab es vor uns schon einmal, aber meine Generation hat sie wieder ins Leben gerufen“, sagt der 39-Jährige. Damals habe er in geöffneten Kellern ausgeschenkt oder beim Umzug zum Erntedankfest geholfen hat. Bei der Landjugend sei er heute noch passives Mitglied. „Das geschieht, sobald man 35 Jahre alt wird“, berichtet der Familienvater. „Früher gingen die Männer dann zum Bauern Winzerverband und die Frauen zu den Landfrauen“, erzählt Baßler, der mit dieser Tradition bricht.

Worauf er sich in Zukunft bei den Landfrauen spezialisieren möchte, weiß er noch nicht. Der Nachwuchs für die Organisation sei für ihn ein wichtiges Thema. „Es gibt zur Zeit viele Neuzugänge“, zeigt sich Baßler erfreut. Dennoch sei er mit 39 Jahren der Drittjüngste unter den Wachenheimer Landfrauen. Seine drei Monate jüngere Frau liege auf Platz zwei. „Es geht aber ohnehin eher darum, dass Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppen mit den gleichen Themen zusammenkommen“, sagt Baßler. Das Alter sei dabei eher zweitrangig, solange der „Wissensumschlagplatz“ weiter Zuwachs erhalte.

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