Kreis Bad Dürkheim Die aktuelle Corona-Lage

Auswertung von Corona-Tests in einem Labor.
Auswertung von Corona-Tests in einem Labor.

Grundsätzlich sei die Anzahl der bekannten Infektionen mit Covid-19 zwar sehr gering – zuletzt war es in Neustadt noch ein Fall, im Kreis gar keiner mehr. „Das bedeutet aber nicht, dass keine Vorsicht mehr geboten ist. Das Virus ist in der Welt und kann auch wieder in den Landkreis getragen werden“, sagt Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) und erinnert an die schweren Verläufe, die die Krankheit haben kann.

Inzwischen komme es wieder verstärkt zu Menschenansammlungen, die Grenzen des Erlaubten werden häufiger überschritten. Insgesamt 700 Bußgelder hat der Kreis seit Ausbruch der Krise im März verhängt, hauptsächlich wegen Verstößen gegen das Kontaktverbot. Im Großen und Ganzen haben sich die Bewohner des Kreises aber gut an die Corona-Einschränkungen gehalten. „Wir wissen, dass das gravierende Einschnitte in Grundrechte waren“, betont der Landrat. Diese seien aber nötig gewesen.

„Wir hören von den Ordnungsämtern im Kreisgebiet, dass es immer schwieriger wird“, erklärt Beigeordneter Sven Hoffmann (CDU). Die Menschen seien ungeduldig oder gar leichtsinnig und wollen die Bedrohung durch das Virus nicht mehr sehen. „Es ist verständlich, aber wir müssen weiter vorsichtig sein“, betont Hoffmann. Ihlenfeld ergänzt: „Die Pandemie ist erst beendet, wenn ein Impfstoff gefunden ist.“ Seiner Meinung nach leide die Akzeptanz der Verordnungen auch deshalb, weil in den Bundesländern nicht mehr, wie zu Beginn der Krise, einheitlich gehandelt werde. „Jeder hat seine eigenen Regelungen. Das ist schlecht.“

„Sehnsucht nach Normalität ist groß“

„Trotzdem müssen wir weiter verantwortungsbewusst handeln, sonst gibt es Rückschläge, die wir nicht wollen. Deshalb ist jeder aufgerufen, sich weiter an die Spielregeln zu halten“, sagt der Beigeordnete. Dennoch ist klar: „Die Sehnsucht nach Normalität ist groß.“

Zur Sache: Digitale Wege zur Corona-Nachverfolgung

Täglich steht das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Bad Dürkheim mit Sitz in Neustadt mit Personen, die an Covid-19 erkrankt sind, in Kontakt: Wie geht es ihnen? Wie entwickelt sich die Krankheit? Bei Kontaktpersonen wird regelmäßig nachgefragt, ob sich Symptome entwickeln. Bisher geschieht dies per Telefon, künftig auch unterstützt durch das Programm „Digitalvisite“.

„Die tägliche Abfrage ist eine wichtige Aufgabe im Umgang mit der Pandemie. Wenn in einer Hochphase viele Fälle zu bearbeiten sind, erleichtert das digitale Vorgehen die Arbeit enorm. Die Mitarbeiter stehen weiter mit den Patienten telefonisch in Kontakt – jedoch nicht mehr unbedingt jeden Tag, sondern nur, wenn es erforderlich ist“, erklärt Dr. Silke Basenach, Leiterin des Gesundheitsamts. Verschlechtert sich der Zustand eines Patienten, löst das Programm automatisch eine Benachrichtigung aus, sodass Mitarbeiter reagieren können.

Nach Telefonat via Link auf Plattform

Und so funktioniert’s: Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden oder eine enge Kontaktperson eines Infizierten sind, werden vom Gesundheitsamt angerufen. Nach diesem Erstkontakt können die Mitarbeiter eine E-Mail verschicken, die auf die Plattform www.digitalvisite.de verweist. Betroffene sollen ihren persönlichen Link anklicken und täglich ihr Corona-Tagebuch aktualisieren. Sie können ihren Krankheitsverlauf dokumentieren, Kontaktpersonen angeben und mitteilen, ob sie Symptome entwickeln. Behandlungsbedürftige Fälle können auf diese Weise schnell identifiziert und dann persönlich von den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes angesprochen werden.

„Wir möchten alle eindringlich darum bitten, diese Möglichkeit der Kommunikation wahrzunehmen, da sie uns erlaubt, effizienter zu arbeiten. Wer hierzu keine Möglichkeit hat, wird selbstverständlich weiterhin angerufen“, betont Basenach. Auch bei dringenden Fragen steht das Gesundheitsamt telefonisch weiter zur Verfügung.

Daten werden verschlüsselt

Die persönlichen Daten und Antworten im Fragebogen sind verschlüsselt und nur für das Gesundheitsamt, nicht für Dritte einsehbar. Gültige Datenschutz-Voraussetzungen werden erfüllt. Um Betrugsversuchen vorzubeugen, betont das Gesundheitsamt, dass Betroffene zuerst immer angerufen werden. Wer eine E-Mail erhält, ohne vorher vom Gesundheitsamt informiert worden zu sein oder unsicher ist, sollten den Link nicht öffnen und sich beim Gesundheitsamt melden.

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