Frühlingsspaziergang
Dezente Schönheiten am Wegesrand
Nahe der Villa rustica bei Wachenheim kommt man an der Ostseite der Bundesstraße auf den „Kaiser-Konrad-Radweg“. Er führt an einem Tümpel vorbei und biegt dahinter nach rechts ab. An dieser Stelle verlässt man die Radstrecke und geht geradeaus weiter auf einen unbefestigten Feldweg.
Zwischen vielen Rebzeilen trägt jetzt der Löwenzahn seine silbrigen Kugeln. Die Samen der Korbblütler sind herangereift und haben Flugschirmchen, die sie mit dem Wind davon tragen. Stellenweise sind am Wegrand auch die kleinen Blüten einer dezenten Schönheit zu finden: Der Gamander-Ehrenpreis bleibt unauffällig, weil seine Blütenkronen gerade mal einen Zentimeter groß werden. Wo er in größerer Zahl vorkommt, bringt er dennoch sein hübsches Blau zum Leuchten. Es geht vorbei an einem zweireihigen Bestand von Apfelbäumen, deren Blütenpracht schon wieder vergeht. Aus den nahe gelegenen Ufergehölzen am Schwabenbach klingen Vogelstimmen, darunter eine Sängerin, die Tag und Nacht zu hören ist. Entdecken lässt sich die unscheinbare Nachtigall im dichten Gebüsch kaum, aber dafür macht sie mit brillantem Trillern, Pfeifen und Flöten auf sich aufmerksam.
Wer Glück hat, hört die Nachtigall singen
An lückig bewachsenen Bodenstellen, auch mitten auf dem Weg, wärmt sich mitunter ein Schmetterling. Zu den Arten, die man jetzt beobachten kann, gehört das Waldbrettspiel. Ungeachtet seines Namens taucht es auch abseits von Wäldern auf, wenn Gehölze die Felder bereichern. Wer auf asphaltierter Strecke zurückgehen will, nimmt einen der nach links führenden Wirtschaftswege, um auf der früheren Kreisstraße wieder zum Ausgangspunkt zu kommen. Als längere Alternative bietet sich an, weiter dem unbefestigten Weg bis zu einem 200 Jahre alten Grenzstein zu folgen. Er trägt die Buchstaben „W“ und „F“ für Wachenheim und Friedelsheim.
Hier biegt man nach rechts ab und nimmt dann den Grasweg, der rechts vom Schwabenbach zurück bis an die Bundesstraße führt. Das Ufer des schnurgerade verlaufenden Bachs wird von vielen Gehölzen gesäumt. Dazwischen zeigen sich leuchtend weiß die Blüten der Traubenkirsche, die in namengebenden Trauben zusammenstehen. Und wer Glück hat, hört hier die Nachtigall aus allernächster Nähe singen.