Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Der Wurstmarkt wird fit gemacht für die Zukunft

Volle Schubkärchler und Gedränge in den Gängen: Empfinden das die künftigen Wurstmarkt-Gäste noch als angenehm?
Volle Schubkärchler und Gedränge in den Gängen: Empfinden das die künftigen Wurstmarkt-Gäste noch als angenehm?

Wie lässt sich der Wurstmarkt künftig feiern? Sollte das Coronavirus tatsächlich ab Sommer 2022 dank Impfungen nicht mehr so gefährlich sein, hat es doch unser aller Sicherheitsgefühl gehörig auf den Kopf gestellt. Da passt es, dass Bad Dürkheim derzeit am Modellprojekt „Urbane Sicherheit“ teilnimmt. Hier geht es angesichts der ebenfalls daran beteiligten Städte wie Mainz und Trier auch darum, welche dauerhaften Maßnahmen in der Infrastruktur nötig sind, um Städte auch angesichts terroristischer Gefahren sicherer zu machen. Bad Dürkheim wurde ebenfalls in das Projekt aufgenommen, da man in der Landesregierung erkannt hat, dass eine kleine Kurstadt, die jährlich der Welt größtes Weinfest stemmen will, Unterstützung braucht.

Problem: elf Zugänge zum Wurstmarktgelände

„Ein Problem ist beispielsweise, dass der Wurstmarkt elf Zugänge hat“, erläutert Marcus Brill, Leiter des Fachbereichs Tourismus und Kultur im Dürkheimer Rathaus. Besucherströme müssen so gelenkt werden, dass die Innenstadt nicht lahm gelegt wird und es nicht zu gefährlichen Situationen kommt. Wenn es konkret wird, könnten hohe Zuschüsse aus dem Fördertopf „Städtebauförderung“ dabei helfen, die geschmiedeten Pläne umzusetzen. Doch soweit ist es noch nicht, bisher hat ein virtuelles Treffen im Sommer sowie ein Workshop Anfang September stattgefunden. Trotzdem drängt die Zeit, denn der Wurstmarkt 2022, der voraussichtlich mal wieder stattfinden soll, will schließlich erst mal geplant sein.

Schubkarchstände und Weindorf im Blick

Im Dürkheimer Ordnungs- und Tiefbauamt sowie im Fachbereich Tourismus und Kultur, die im Modellprojekt „urbane Sicherheit“ zusammenarbeiten, wird deshalb ein Konzept erarbeitet, das man nach Gesprächen mit den Fraktionsvertretern im Wurstmarktausschuss am 17. November präsentieren will. Im Blick dabei sind natürlich auch die Schubkarchstände. „Wir werden alles tun, um sie zu erhalten“, stellt Brill klar. Aber auch bei der Planung des Weindorfs und den Abständen dort zwischen den Tischen gehe es um die Frage: Was empfinden die Gäste noch als angenehm? Der Zugang zu den Festzelten könnte mit Ticketbuchungen geregelt werden. „Wichtig wird die Hygiene sein“, ist der zuständige Beigeordnete Karl Brust (SPD) überzeugt. Für ihn ist ein Wurstmarkt mit Zugangskontrollen „undenkbar“. Am liebsten würde er den Platzaufbau so beibehalten wie bisher: „Wenn wir da Beschicker streichen müssten, das wäre schlimm.“

Der Wurstmarkt wird unter Wahrung der Tradition weiterentwickelt. Erst vor ein paar Jahren hat das Wort „Sperrstunde“ die Wurstmarkt-Fans in Angst und Schrecken versetzt, jetzt wären sie froh, wenn sie wenigstens ein paar Stunden auf dem Platz „Normalität“ genießen könnten. Letztlich musste sich der Wurstmarkt in den vergangenen 600 Jahren viel verändern. Hauptsache, er findet überhaupt wieder statt.

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