Bad Dürkheim „Der Ton macht die Musik“

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Bad Dürkheim. Jogger oder Skater und Hunde – eine in freier Wildbahn nicht immer ganz entspannte Beziehung. Wir haben mit einer Expertin darüber geplaudert, wie Sportler und Vierbeiner – sowie natürlich deren Halter – gut miteinander auskommen können. Die Ludwigshafenerin Sandra Sauer ist Hundetrainerin bei „Martin Rütter DOGS“ und in der gesamten Vorderpfalz tätig.

Der Klassiker: Ich jogge im Wald und mir kommt, natürlich unangeleint, ein mir völlig fremder Hund entgegen, vom Besitzer weit und breit keine Spur. Frau Sauer, was tun?

Am besten ist tatsächlich: Erst mal stehen bleiben. Jede Form von Dynamik kann – muss nicht – bei einem Hund Hatz auslösen, die Lust, hinterherzurennen. Man kann ihn freundlich ansprechen, ich würde ihn trotzdem eher ein bisschen ignorieren. Blickkontakt wohl besser nicht, oder? Natürlich nicht anglotzen. Manche Hunde fühlen sich dann schon ein bisschen provoziert. Aber in der Regel ist es doch so, dass die Hunde, die draußen frei rumrennen, die „Tut-Nixe“ sind, aber die hören auch nicht. Die tun wirklich nix, die latschen dran vorbei. Es gibt ja auch keine Kennziffer, dass ganz viele Jogger von Hunden schwerst verletzt worden wären. Wenn der Besitzer dann kommt: Soll ich ihn/sie ansprechen? Und wie? Der Ton macht da die Musik. Ich bin jemand, der sehr empfindlich reagiert, wenn er sofort angepöbelt wird. Also, man sollte entspannt und ruhig bleiben und sich auch am besten nicht wahnsinnig aufregen. Natürlich kann es einem stinken, man wird ja irgendwie auch gestört. Und vielen Hundehaltern fällt es schwer, sich vorzustellen, dass manche Menschen Hunde nicht mögen oder einfach Angst vor ihnen haben. Das muss immer ernst genommen werden. Das kann man nicht wegwischen nach dem Motto: Der macht doch nix. Im Umkehrschluss stell ich mir vor, jemand steht neben mir und setzt mir spontan seine Tarantel auf die Schulter. Das geht ja auch nicht! Ich bin ja nun beides: regelmäßiger Jogger und Hundehalter. Ich behaupte aber einfach mal: Die Hundehalter machen bei diesen Begegnungen mehr Fehler als die Jogger. Ich stimme sogar zu, weil ich finde, dass man als Hundebesitzer in der Pflicht ist, dem Hund beizubringen, wie er in bestimmten dynamischen Situation ruhig reagiert. Das wird meiner Meinung nach oft versäumt. Was ist denn der größte Fehler? Ich beobachte, dass die Besitzer oft sehr, sehr hektisch werden. Das wiederum versetzt die Hunde in Hektik. Erst mal ist ja ein Jogger, der auf mich zuläuft, für mich überhaupt nichts Spannendes. Also kann ich doch meinem Hund vermitteln: Da kommt einer – und weiter? Der läuft auch wieder vorbei. Wenn ich aber jetzt anfange mit „Nein, hier, jetzt guck, hier, da ist der Keks, sitz, nein, aus, Fuß“ – dann muss der Hund doch irgendwann denken: Hier bricht ein Unheil über uns herein. Ich mache dann ein Thema daraus. Aber Fehler passieren sicher auf beiden Seiten. Ja, was ich wichtig finde: Dass sich Jogger oder Skater, wenn sie von hinten kommen, bemerkbar machen. Okay, aber ich rufe nicht gern „Achtung“, sondern fange an, vernehmbar zu schlurfen oder zu husten ... Zum Beispiel. Wenn einer von hinten „Achtung“ ruft, kriege ich ja einen Schreck. Bei einem Radfahrer erwarte ich, dass er seine Klingel betätigt. Aber ich bin oft im Maudacher Bruch unterwegs und habe festgestellt, dass ja Klingel und Scheinwerfer beim modernen Fahrrad abmontiert worden sind (lacht). Klar sollte sich der Hundehalter alle paar Meter auch mal nach hinten umdrehen. Ohne Verfolgungswahn natürlich. Sie haben selbst Hunde, ist Ihnen schon mal ein Zwischenfall mit Joggern oder Skatern passiert? Gar nicht. Dadurch, dass ich immer darauf achte, dass die drei schwarzen Hunde immer bei mir sind. Im Gegenteil, ich erlebe sehr, sehr oft, dass die Leute sich bedanken, und das freut mich. | Interview: Oliver Wehner

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