Bad Dürkheim Der Geschichtenerzähler

Erzählt er eine traurige oder eine lustige Geschichte: Bei Merdad Zaeri entscheidet am Freitagabend das Wachenheimer Publikum.
Erzählt er eine traurige oder eine lustige Geschichte: Bei Merdad Zaeri entscheidet am Freitagabend das Wachenheimer Publikum.

Der Illustrator und Erzählkünstler Mehrdad Zaeri kommt auf Einladung der örtlichen Flüchtlingshilfe nach Wachenheim. In der Lutherischen Kirche erzählt er morgen ganz nach persischer Tradition Geschichten – wahre wie unwahre.

Dass man den gefragten Mehrdad Zaeri nach Wachenheim holen konnte, hält die Verbandsgemeindebeigeordnete Heike Ditrich – die sich selbst sehr stark in der Flüchtlingshilfe engagiert – für einen Glücksfall. Möglich wurde das vor allem dadurch, dass sich die Flüchtlingshilfe beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erfolgreich mit ihrem Projekt beworben hat und nun 5000 Euro aus einem dafür vorgesehenen Topf bekommt. Das Wachenheimer Projekt ist aus drei Bausteinen zusammengesetzt: Der Gestaltung eines Internetauftrittes, dem interkulturellen Workshop mit Zaeri zum Auftakt und dem Projekt Kunst und Handwerk mit Antje Altehöfer. Mitte/Ende Februar machen sich junge Leute mit und ohne Migrationshintergrund an die Gestaltung eines Internetauftrittes. Der ist vor allem als Kommunikationsplattform für die praktische, alltägliche Hilfe gedacht. Langfristig sollen funktionierende Strukturen entstehen, Kooperationen mit anderen Gemeinden werden angestrebt. Mit Hilfe von Mehrdad Zaeri als Kulturvermittler wird ein interkultureller Erzähl- und Kreativ-Workshop gestaltet. Der aus dem Iran stammende Zaeri erzählt dabei über sein persönliches Erleben als Asylsuchender in Deutschland und er berichtet aus dem Alltagsleben eines Künstlers im heutigen Europa. Bei dem Projekt mit Antje Altehöfer geht es darum, Eltern und Kinder gemeinsam zu motivieren, ihre handwerklichen und künstlerischen Ressourcen zu nutzen. Die sinnvolle Beschäftigung soll die Integration fördern. Morgen Abend, 19 Uhr, tritt Mehrdad Zaeri mit seinem Programm „Träume“ in der Lutherische Kirche auf. Der Künstler wirft mit geschlossenen Augen Linien und Flecken auf Papier und auf Zuruf des Publikums entsteht daraus nach und nach eine Bildgeschichte. Das Publikum darf mitentscheiden, ob die Geschichte gut oder traurig ausgeht, ob es ein Nebendrama gibt, oder, ob das Bild gar einen Krimi erzählt. Je nach Lust wird auch aus Zaeris illustrierten Büchern erzählt, die vom Leben mit all seinen Facetten handeln. So beantwortet der Künstler auch ernste Fragen zu Krieg und Frieden, Glaube, Heimat, Politik, Terrorismus oder Demokratie. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

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