Bad Dürkheim Das Christkind lächelt
Alpenländische Weihnacht in der Pfalz: In der protestantischen Georgskirche in Wachenheim hat am Sonntagnachmittag ein besonderes Konzert stattgefunden. Es kamen zahlreiche Besucher. Ein Sitzplatz zu finden, war richtig schwierig.
Weihnachtsmusik scheint ungemein anziehend und alpenländische Weihnachtsmusik ganz besonders. Es konzertierten das Ensemble Pfälzerblech, die Badischen Alphornbläser und der Projektchor Meckenheim. Pfälzerblech eröffnete mit drei Trompeten und jeweils einer Posaune, einem Horn, Euphonium und Tuba das Konzert mit dem Lied „Heiligste Nacht“. Das Ensemble spielte viele bekannte und einige weniger bekannte Weihnachtslieder, einzeln und als Medley. Sie wechselten sich ab mit den Badischen Alphornbläsern und dem Chor aus Meckenheim. Eigentlich besteht die Gruppe der Alphornbläser aus vier Musikfreunden aus dem Badischen. Bei dem Konzert in Weisenheim am Sand konnten allerdings nur drei dabei sein. Aber auch so füllten sie, wie Pfälzerblech auch, den großen Kirchenraum volltönend aus. Der Chor, zehn Frauen und neun Männer unter der Leitung von Carola Paulus, hatte es anfangs etwas schwer, akustisch mitzuhalten. Die Meckenheimer Akteure hatten sich für dieses Konzert mit anderen Sängern zusammengefunden und hierzulande weniger bekannte alpenländische Lieder einstudiert – sogar in Mundart. Der Chor wurde an der Gitarre von Jonas Günther begleitet. Es war ein abwechslungsreiches Programm, nicht nur musikalisch. Die Gruppe Pfälzerblech bot mit der Szene „Das Traummännlein kommt“ Theater und sorgte mit einem Wunderkerzen schwenkenden „Männlein“, der eine Weihnachtsmann-Mütze auf dem Kopf trug, auch für eine Comedy-Einlage. Dazu spielten die Akteure nicht ihre üblichen Instrumente, sondern formierten sich zu einem Blockflötenensemble. Erst richtig, dann immer schräger ertönte: „Was soll das bedeuten“ und „Lasst uns froh und munter sein“. Hier machte auch das Publikum mit „Aaah“- und „Oooh“-Rufen freudig mit. Nach bedächtigen und feierlichen Klängen der Alphörner mit „Weihnachtsglocken“, einer Serenade und einem Engelsgesang des Chors, las Prädikant Michael Zeller eine Weihnachtsgeschichte des österreichischen Dichters Karl Heinrich Waggerl vor. Ihr Titel: „Worüber das Christkind lächeln musste.“ Dabei ging es um den Engel Gabriel, das Christkind und einen kleinen Floh, der in der Krippe gar nicht sein sollte. Danach gab es wieder die Musik: Die Alphörner, mal symphonisch, mal unisono, boten schöne variantenreiche Klangfarben und Rhythmen, meist getragen, dann aber auch wieder mit flotteren Passagen. Die Sänger, besonders als gemischter Chor, und die Blechbläser liefen im Laufe des Konzerts zu großer Form auf. Nach Festchoral und Andachtsjodler sang zum Schluss das ganze Publikum stehend mit das Lied „Oh du fröhliche“ – ein toller Abschluss eines familiären Konzerts.