Bad Dürkheim „Da haben die Ritter nicht dran gedacht“

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Die Vollsperrung der B 37 in Hardenburg war für Anwohner und Gastronomen allenfalls unerfreulich. Für medizinische Notfälle, bei denen Hilfe innerhalb von Minuten erforderlich ist, hätte die gesperrte Straße jedoch dramatisch werden können. Zwei Mitarbeiter des Roten Kreuzes übernahmen kurzerhand zusätzlich zu ihren Dienstzeiten die Erstversorgung in den abgesperrten Teilen über einen Notweg – und retteten dadurch tatsächlich Leben.

Rettungsfahrzeuge hätten die abgesperrten Teile der B 37 nicht in angemessener Zeit erreichen können. Der eingerichtete Notweg über die Hardenburg war nur für kleinere Fahrzeuge passierbar. Zwei Mitarbeiter des DRK-Rettungsdienstes, Andreas Pudritzki und Sven Thomsen, erklärten sich bereit, außerhalb ihrer Dienstzeiten die medizinische Erstversorgung von Notfällen zu übernehmen. Dafür erhielten sie jetzt eine offizielle Belobigung durch Anna Meinhardt, die Geschäftsführerin des DRK-Rettungsdienst Vorderpfalz GmbH. Beide Männer wohnen in Bad Dürkheim und konnten schnell vor Ort sein. Pudritzki arbeitet im Tag- und Thomsen im Schichtdienst, so dass sich die beiden in der Bereitschaft abwechseln konnten. Der DRK-Rettungsdienst Vorderpfalz stellte ein Fahrzeug mit Notfallausrüstung zur Verfügung, mit dem der Schleichweg über die Hardenburg passiert werden konnte. „Da haben die Ritter früher nicht dran gedacht, dass man da mal mit einem Rettungswagen durchfahren muss“, meint Pudritzki. Die beiden ehrenamtlichen Helfer wollten also die medizinische Erstversorgung bis zum Eintreffen eines Rettungswagens sicherstellen, der den zeitintensiveren Umweg aus dem Tal heraus fahren musste. Zu vier Einsätzen wurden sie während der Vollsperrung in der Tat gerufen. In zwei Fällen war rasche Hilfe besonders wichtig: Die Patienten hatten jeweils einen Herzinfarkt erlitten. Da zählt jede Minute. Sven Thomsen versorgte die Patienten vor Ort, bis der Rettungswagen aus Richtung Kaiserslautern eintraf und sie Patienten zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus brachte. Pudritzki und Thomsen nahmen dafür Einschränkungen in ihrer Freizeit auf sich. Spontan wegfahren oder ein Weinfest besuchen war in den sechs Wochen für beide nicht möglich. „Entweder man macht das mit einer gewissen Ernsthaftigkeit oder man lässt es bleiben“, sagt Pudritzki. „Die Familie muss mitspielen“, sind sich beide einig. Besonders wenn man wie Thomsen in seiner Freizeit noch bei der Feuerwehr engagiert ist. Wann immer ein Einsatz ansteht, geht dieser vor – und die Familie hat zunächst das Nachsehen. Für beide war es dennoch selbstverständlich, den ehrenamtlichen Einsatz zu übernehmen. „Man hat so ein Helfersyndrom“, sagt Pudritzki. Er verweist aber auf den begrenzten Zeitraum. Längere Bereitschaftsdienste seien mit Einzelpersonen nicht zu leisten.

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