Judo
Dürkheimer Judoka verpassen WM-Endkampf knapp
Die Freinsheimer Judoka Elke und Uli Bröckel können bereits auf ihre vierte WM-Teilnahme zurückblicken. Nach Lissabon, Krakau und im vergangenen Jahr Abu Dhabi, hieß es am 9. November, in der Spielerstadt Las Vegas auf der Matte eine gute Figur abzugeben und die Kampfrichter vom eigenen Können zu überzeugen. Dabei mussten sich die Bröckels mit 20 Paaren aus 15 Nationen auseinandersetzten. In der Vorrunde konnte sich das Ehepaar in seiner Gruppe trotz einer respektablen Leistung mit 380 Punkten, was für den fünften Platz reichte, nicht für den Endkampf qualifizieren.
„Wir sind trotzdem sehr zufrieden, denn mit dieser Leistung gehören wir zu den zehn besten Paaren der Welt“, berichtet Elke Bröckel. Im Finale konnte sich das Deutsche Paar Dax Romswinkel/Loosen mit 423,5 Punkten souverän den WM-Titel vor dem italienischen Paar Tarabelli/Tarabelli, die 398,5 Punkte erzielten, sichern. Das Podest komplettierte das rumänische Paar Zaharia/Cheru mit 397 Punkten. Bei der Ju no Kata, die immer von einem Paar ausgeübt wird, geht es um die exakte Ausführung festgelegter Bewegungsformen und Techniken, die ein hohes Maß an Körperspannung und Beweglichkeit voraussetzen. Die von Kampfrichtern zu bewertenden Techniken beinhalten die Kampfkunst des Judo, also Angriff und Verteidigung. Stets wird dabei „Ju“ angewendet, was das Nachgeben, Ausweichen und Weiterführen der gegnerischen Bewegung bedeutet, um letztlich die Kontrolle zu behalten und eine Abschlusstechnik – allerdings ohne Wurf auf die Matte, wie einen Armhebel, einen Würger oder das Ausheben, auszuführen.
Harmonie und Perfektion
Bei den Aktionen und Reaktionen auf einen Angriff stehen Harmonie und Perfektion im Vordergrund. Im Wettkampf ist es wichtig, dass die Angriffe ernsthaft durchgeführt werden. Aktion und Reaktion müssen deutlich gezeigt werden. Bei solchen Darbietungen kommt es am Ende auch immer auf eine gute Bewertung der Kampfrichter an. „Die Wettkämpfe fanden in einer Anlage des Hotels statt, in dem wir untergebracht waren und wir sind dann im Wettkampfdress durch die Hotelhalle und den Bereich mit den Spielautomaten in die Wettkampfhalle gelaufen. Das war schon witzig“, erzählt Elke Bröckel.
Nach den Wettkämpfen ging es für die Freinsheimer dann nicht gleich nach Hause. Nach einem Besuch des Grand Canyon und des Antelope-Canyons, einer beeindruckenden Landschaft der Navajo und einem dreitägigen Verwandtschaftsbesuch in Ashland, Oregon, stand vor dem Heimflug noch ein Besuch im Cirque du Soleil in Las Vegas auf dem Programm.
Von Vegas beeindruckt
„Für uns hat sich der Trip in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten auf jeden Fall sehr gelohnt. Wir waren mit unserer Wettkampfleistung sehr zufrieden, obwohl wir in unserem Pool sehr schwere Gegner zugeteilt bekommen hatten“, sagt die Judoka. Obwohl Las Vegas eine sehr künstliche, laute, gigantische, futuristische grell erleuchtete Stadt sei, würde sie doch auch qualitativ hochwertige Veranstaltungen bieten.
„Ob das nun David Copperfield, Adele, der Cirque du Soleil ist oder auch die Formel 1 Rennstrecke, alles ist sehr beeindruckend und insgesamt eine wahnsinnige Event-Metropole“, sagt Elke Bröckel. Der absolute Kontrast zu dieser Wüstenoase in Nevada sei das nicht weit entfernte Land der indigenen Ureinwohner mit beeindruckender und unberührter Natur in Dimensionen, die wir nicht kennen würden. „Las Vegas war für uns der längste Aufenthalt bei einer WM und für uns mit allen Erlebnissen auch der schönste“, sagt die Judoka der Dürkheimer Judovereinigung.