Bad Dürkheim
Dürkheimer ist Teammanager der U21-Hockey-Nationalmannschaft
Hobby und Beruf verbinden – wer träumt nicht davon. Dem 25-jährigen Timo Stephan aus Kallstadt scheint das zu gelingen. Der leidenschaftliche Hockeyspieler studiert Sport- und Eventmanagement, hat eine Anstellung in einem Hockeyverein und ist außerdem Teammanager der U21-Nationalmannschaft.
Die U21-Hockeynationalmannschaft ist im Juli in Valencia Europameister geworden. Dass organisatorisch alles läuft und Trainer und Spieler sich auf den Sport konzentrieren können, ist der Verdienst des Teammanagers. Timo Stephan war mit 25 Jahren mit Abstand der jüngste Vertreter auf einem solchen Posten – bei allen teilnehmenden Mannschaften. „Es ist anders am Rand zu stehen und den Jungs auf dem Platz zu vertrauen, als selbst im Moment dafür verantwortlich zu sein“, erzählt er, wie er den Titelgewinn auch aus der ungewohnten Perspektive genossen hat.
Im Rahmen seines Studiums Sport- und Eventmanagement in Köln hatte Stephan 2017 ein Praktikum beim Deutschen Hockeybund (DHB) in Mönchengladbach gemacht. In diese Zeit fielen zwei Vier-Nationenturniere, sowie eine Deutsche Feldhockey-Meisterschaft. Rund um die Organisation der Turniere fand er die Arbeit der Teammanager besonders reizvoll. Natürlich ist Hockey „seine“ Sportart, aber es passt auch „thematische sehr gut zu meinem Studium“. Zufälligerweise wurde kurze Zeit später im DHB einiges umstrukturiert und Stephan „beerbte“ direkt den Manager der U21-Junioren, der selbst zu den „DANAS“, der Damennationalmannschaft wechselte. Im Einsatz ist er da nicht das ganze Jahr, sondern nur wenn Lehrgänge oder Turniere der U21 anstehen. Der erfahrene Mitarbeiterstab unterstützt ihn dabei sehr.
Mitorganisator des Dürkheimer Sportcamps
Erste Erfahrungen im Eventmanagement hat er übrigens noch vor dem Abitur gesammelt. Nachdem im Dürkheimer Hockeyclub der Gedanke einer Ferienfreizeit umging, fand der damalige Herrentorhüter in seiner Mitschülerin und Hockeykollegin Marlene Allgeier sofort eine Mitstreiterin. Zusammen mit weiteren Freunden aus der Schule zogen sie so 2012 das erste Dürkheimer Sportcamp auf.
Nach dem Abitur ein Jahr später studierte Stephan zunächst vier Semester Grundschullehramt, doch nach weiteren Camps reifte in ihm der Gedanke: „Das will ich machen!“ So wechselte er zum Sport- und Eventmanagement. Im Studium haben ihm die Erfahrungen aus den Ferienfreizeiten durchaus geholfen. „Durch die Praxiserfahrung habe ich einige Sachen viel schneller begriffen!“
Seine Aufgabe: Kinder für Hockey begeistern
Der Umgang mit Kindern im Sport fasziniert ihn. Seit April letzten Jahres ist er beim TSV Ludwigsburg angestellt, studiert jetzt in Stuttgart weiter. Seine Grundaufgabe ist es, neue Kinder für den Hockeysport zu gewinnen. Dafür geht er in Kindergärten und Grundschulen, organisiert Feste und AGs. Seine Bachelorarbeit ging um das Thema, wie ein Randsportartenverein die Ganztagsschule als Chance nutzen kann. In diesem Zusammenhang ist ihm aufgefallen, dass die polysportive Grundausbildung der Kinder heutzutage immer wichtiger wird. „Das muss man auf die Ganztagsschule übertragen“, sagt er dazu.
Dass die Arbeit mit den Kindern dem jungen Mann Spaß macht, zeigt sich, wenn er über die Camps spricht. Er redet von Gruppendynamik, Integration schwieriger Kinder und Verantwortung. Aber alles scheint ihn nicht zu schrecken, sondern zu faszinieren und herauszufordern. „Man bekommt hier viel Praxiserfahrung: Kinder mit ADHS, Diabetes, Allergien oder Unverträglichkeiten. So beschäftigt man sich auch mal mit den Inhalten der Lebensmittel.“
Viele Ideen für die Zukunft
Seinen Sport Hockey spielt er zwar noch, allerdings zurzeit nur in der Verbandsliga. „Da spiele ich im Sturm“, sagt der ehemalige Torhüter und lacht. Mal wieder höherklassig und im Tor zu spielen würde ihn schon reizen.
Demnächst schließt er sein Studium mit dem Bachelor ab, dann wird er sich umsehen. „Mal sehen was kommt!“ Er könnte sich vorstellen, die Camp-Geschichte professionell zu machen. Auch im Sportmanagement gäbe es viel Bedarf, aber: „In den großen Verbänden sind leider nicht genügend Gelder da.“ Da hätte er beispielsweise für den Hockeybund schon einige Ideen. Druck muss er sich jedenfalls keinen machen, denn der Job beim TSV Ludwigsburg bringt ihn zurzeit über die Runden und für Einsätze bei der Nationalmannschaft wird er freigestellt. Er kann also alles in Ruhe auf sich zukommen lassen.