Blickpunkt RHEINPFALZ Plus Artikel Coronavirus: Schnelltests wieder gefragt

Rechnet mit steigender Nachfrage: Apotheker Georg Scheidel in seinem neuen Testzentrum in in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt am
Rechnet mit steigender Nachfrage: Apotheker Georg Scheidel in seinem neuen Testzentrum in in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt am Dürkheimer Bahnhof.

Seit Kurzem haben wieder alle Bürger den Anspruch, sich mindestens einmal in der Woche kostenlos auf das Coronavirus testen zu lassen. Nach dem zwischenzeitlichen Ende der Bürgertests haben aber Testzentren geschlossen oder ihre Öffnungszeiten reduziert. Ändert sich das jetzt wieder?

Georg Scheidel, Chef der Dürkheimer Apotheke am Obermarkt, vermutet, dass die Nachfrage nach Schnelltests weiter ansteigen wird. Deswegen eröffnet er am Montag wieder ein Schnelltestzentrum, dieses Mal in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt in der Mannheimer Straße 16a am Bahnhof. „Seit Wiedereinführung der kostenlosen Bürgertests haben die Anfragen nach Schnelltests deutlich zugenommen. Deshalb haben wir uns für diesen Schritt entschieden“, sagt Scheidel. Dass der Apotheker mit seiner Einschätzung richtig liegen dürfte, zeigt auch ein Blick auf die Ergebnisse der Bund-Länder-Gespräche am Donnerstag: „3G-Regel“ am Arbeitsplatz und im Öffentlichen Nahverkehr, bei weiter steigenden Infektionszahlen eine Testpflicht auch für Geimpfte und Genesene für bestimmte Einrichtungen („2G plus“).

Erfahrungen hat Scheidel bereits mit dem Betrieb eines Testzentrums in der Weinstraße Süd 1 gesammelt, das aber nach dem zwischenzeitlichen Ende der kostenlosen Bürgertests geschlossen wurde. In den Räumen seiner Apotheke könne er die Nachfrage nach Schnelltests nur schwer bewältigen, sagt Scheidel. Die Öffnungszeiten des neuen Testzentrums will er sukzessive an die Nachfrage anpassen. Freie Termine könne man unter https://apo-schnelltest.de/obermarkt buchen.

Das Schnelltestzentrum „Mobiles Testen - Pfalz“ auf dem Dürkheimer Wurstmarktplatz bietet weiterhin ausschließlich Lollitests ohne Voranmeldung an. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 8.30 bis 11.30 und von 16 bis 19 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags von 8.30 bis 11.30 und 14 bis 19 Uhr. Inhaber Andreas Adel berichtet, dass er ausreichend Test-Kits angeschafft hat und auch einer stark ansteigenden Nachfrage gerecht werden kann. Das Schnelltestzentrum „Exklusive – Medizinisches Fitnesstraining“ am Bahnhof öffnet ab kommender Woche montags, mittwochs und freitags von 14 bis 17 Uhr. Eine Anmeldung ist auch hier nicht erforderlich. In Wachenheim bietet die Burg Apotheke weiterhin Schnelltests an. Es sind laut einer Mitarbeiterin auch noch ausreichend Test-Kits vorhanden, allerdings könne man derzeit keine Schnelltests für den privaten Gebrauch verkaufen, da es Lieferengpässe gebe. Diese sollten aber in absehbarer Zeit überwunden sein, hofft die Mitarbeiterin. Die Apotheke testet mit und ohne telefonischer Voranmeldung.

In der VG Freinsheim arbeitet zurzeit nur das Testzentrum in Freinsheim in der Bahnhofstraße. Dort ist ein Test nach vorheriger Anmeldung unter www.schnelltestzentrum-weinstrasse.de montags von 12.30 bis 18 Uhr, dienstags bis freitags von 9.30 bis 18 Uhr und samstags und sonntags von 13 bis 17.30 Uhr möglich. Wie die Betreiberfamilie Karabulut mitteilt, werde man die Standorte in Kallstadt und Weisenheim am Berg sowie die mobile Teststation erst dann öffnen, wenn Genesene und Geimpfte zusätzlich einen Test für bestimmte Einrichtungen vorweisen müssen („2G plus“). Dann rechne man mit einem starken Anstieg der Nachfrage.

„Wir werden die gegenwärtige Entwicklung zunächst erst einmal abwarten. Ich möchte aber nicht ausschließen, dass wir die Testzentren in der Verbandsgemeinde wieder öffnen werden“, sagt Steffen Metzner vom Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Wachenheim. Dann müssten wieder freiwillige Helfer gesucht werden, um die Standorte in Wachenheim, Friedelsheim, Gönnheim und Ellerstadt zu öffnen.

Als eine der wenigen Kommunen hat die Stadt Bad Dürkheim bis Ende August ein Testzentrum auf dem Wurstmarktplatz komplett in Eigenregie betrieben. Doch seit Inkrafttreten der neuen Testverordnung des Bundes als Reaktion auf Betrugsfälle bekomme nur noch der „öffentliche Gesundheitsdienst“ alle Kosten für den Betrieb eines Testzentrums erstattet, sagt der geschäftsführende Beamte Lars Pletscher. Dazu zähle die Stadt aber nicht.

Der Betrieb des Testzentrums auf dem Wurstmarktplatz habe beträchtliche Sachkosten wie Zeltmiete oder Aufwendungen für den Sicherheitsdienst verursacht, die nun nicht mehr erstattet würden. Daher sei eine Wiederinbetriebnahme kein Thema, so Pletscher.

Noch Fragen?

Welche Apotheken und Arztpraxen in welchen Gemeinden und Orten weiterhin Testmöglichkeiten anbieten, kann im Netz unter corona.rlp.de/testen/ anhand einer Karte abgerufen werden.

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