Bad Dürkheim
Corona: Was Einrichtungen in der Region von einer Impfpflicht halten
Bei den Diakonissen Speyer, Träger des Evangelischen Krankenhauses in Bad Dürkheim und des Bürgerspitals in Wachenheim, verfolge man die Diskussion um eine mögliche Impfpflicht aufmerksam, teilte Pressesprecherin Susanne Liebold mit. Eine „kategorische Verpflichtung“ zum Impfen wird jedoch als problematisch empfunden, die persönliche Entscheidung jedes einzelnen sei zu akzeptieren, fasst sie die Haltung des Hauses zusammen. Unentschlossene sollen durch Aufklärung überzeugt werden. Sollte eine Impfung der Mitarbeiter obligatorisch werden, werde man sicherstellen, dass die Vorgabe in „unseren Häusern“ eingehalten wird, sagt Liebold. Man setze aber weiterhin lieber auf Aufklärung als auf Drohung.
Im Evangelischen Krankenhaus in Bad Dürkheim wurde die bereits im Februar startende Mitarbeiter-Impfung laut Liebold „sehr gut angenommen“, neben Ärzten und Pflegekräften ließen sich auch die Mitarbeiter der Hauswirtschaft die Spritzen setzen. Konkrete Zahlen dazu gibt es allerdings nicht, weil die Mitarbeiter des Datenschutzes wegen ihren Impfstatus nicht angeben müssen. Man gehe von 70 bis 80 Prozent geimpfter Beschäftigter aus, so die Pressesprecherin.
Im Bürgerspital Wachenheim haben sich nach Auskunft von Einrichtungsleiter Bernd Brosig 90 Prozent der Mitarbeiter und 95 Prozent der Bewohner impfen lassen. Diese hohe Quote führt er auf intensive, vorherige Aufklärung und das direkte Impfangebot im Haus Anfang des Jahres zurück.
Verschiedene Standpunkte
Heidi Noacks ist Leiterin des
„Unser Unternehmen sagt, es gibt keine gesetzliche Verpflichtung zum Impfen, wir können das nicht einfordern“, berichtet Heike Köppe, Leiterin des
Kein Druck wegen Impfung
Gleich zu Beginn der Impfkampagne sei die Resonanz unter den Mitarbeitern recht groß gewesen, berichtet Chefarzt Andreas Bernhard, Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin am
Inzwischen seien nahezu 100 Prozent der Ärzte im Kreiskrankenhaus geimpft, ihm sei lediglich eine Ärztin bekannt, die noch nicht immunisiert sei. „Unter den Pflegekräften dürfen es knapp 80 Prozent sein, die geimpft sind“, schätzt Bernhard. Genauere Zahlen seien demnächst erhältlich, da derzeit gerade eine Umfrage laufe, um die Impfquote zu ermitteln. „Wir versuchen im täglichen Leben Überzeugungsarbeit zu leisten und weisen immer wieder auch darauf hin, dass man ohne Impfung eben auch andere Menschen anstecken kann, auch wenn man selbst einen milden Verlauf hat“, betont er.
Mit der Vakzinierung schütze man nicht nur sich, sondern auch seine Mitmenschen. Er sagt: „Wenn sich ein Mitarbeiter nicht impfen lassen möchte, hat dies bei uns keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen, der Mitarbeiter arbeitet normal und reibungslos bei uns weiter – wegen einer fehlenden Impfung gibt es bei uns keinen Druck.“