Wachenheim / Freinsheim
Corona: Sperrungen, um Hotspots zu verhindern
Wachenheims Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) hat sich nach Abstimmung mit dem Ordnungsamt zur Pumptrack-Schließung entschlossen. „Wir freuen uns zwar sehr, dass die Anlage so stark nachgefragt wird, allerdings ist eine weitere Öffnung – zumindest an den Wochenenden – nicht mehr vertretbar“, informiert Bechtel und verweist darauf, dass vergleichbare Anlagen in der Nachbarschaft, wie beispielsweise die Alla-Hopp-Anlage in Deidesheim, ebenfalls geschlossen seien. Demzufolge sei zu befürchten, dass sich die Besuchsfrequenz in Wachenheim, insbesondere von Auswärtigen, erhöhen dürfte. Man wolle keine Basis für eine Vielzahl von Verstößen gegen die Corona-Auflagen bieten, so Bechtel.
Sobald es die Pandemielage zulasse, wolle man wieder gern Nutzer aus nah und fern empfangen. „Unser Piratenschiff ist zunächst nicht von dieser Schließung betroffen“, teilt der Bürgermeister mit. Dennoch bitte er darum, dass sich die erwachsenen Begleitpersonen in diesem Bereich auch weiterhin an die Regelungen hielten – insbesondere an die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.
Matthias Metzner vom Wachenheimer Ordnungsamt berichtet, dass man das hohe Besucheraufkommen an der beliebten Pumptrack-Anlage schon länger mit Sorge betrachte. „Am letzten Wochenende haben wir beobachtet, dass die Gesamtsituation an der Anlage doch relativ chaotisch war“, so Metzner, der darauf hinweist, dass es auch am Wachenheimer Marktplatz große Menschenansammlungen gegeben habe. Man wolle die Entwicklung am Piratenschiff und am Marktplatz weiterhin sorgfältig beobachten und behalte sich vor, auch diese Publikumsmagneten zu sperren.
Anlässlich der zu erwartenden Mandelblüte habe man auch entschieden, den Parkplatz am Weinstraßenfenster zu sperren. Das Parken sei dort ab heute für das gesamte Wochenende nicht mehr gestattet. Als weitere neuralgische Punkte, die ebenfalls im Fokus des Ordnungsamtes stehen, gelten die Wachtenburg und die Villa Rustica. „Ich möchte einen kleinen Aufruf an die Ortsfremden richten, im Moment an den Wochenenden nicht zu uns zu fahren“, so der Ordnungsamt-Mitarbeiter. Marc Weigel vom Ordnungsamt weist daraufhin, dass es nach wie vor ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum gebe. Deshalb sei auch der Konsum von Wein, Schorle und ähnlichen Getränken beim Spazierengehen in den Weinbergen nicht erlaubt. Er bitte sehr darum, dass sich die Besucher und Spaziergänger auch daran hielten.
Weingut Reibold will selbst kontrollieren
Nach den Auswüchsen im Reibold’schen Garten am Freinsheimer Musikantenbuckel sah sich das gleichnamige Weingut in Zugzwang. Es hat am Donnerstag in einem Post auf Facebook auf die Schließung der Anlage hingewiesen. Zwar war das Areal auch am vergangenen Wochenenden mit Absperrbändern versehen. Doch die etwa 150 bis 200 Sonnenhungrigen, die dort picknicken wollten, hat dies nicht gestört. Sie verschafften sich trotzdem Zutritt. Ordnungsamt und Polizei mussten einschreiten (wir berichteten). Auch Alkohol wurde konsumiert. „Aufgrund aktueller Ereignisse bleibt der Musikantenbuckel bis auf weiteres geschlossen. Das Betreten des Grundstücks ist nicht erlaubt. Wir bitten, die Absperrungen nicht zu ignorieren“, veröffentlichte das Weingut daraufhin auf Facebook – „für die, die es immer noch nicht kapiert haben“, ergänzte Philipp Reibold auf Anfrage. Schließlich sei das Areal auch Privatgelände.
Man habe zwar eigentlich nichts dagegen, wenn es von anderen genutzt werde, doch so viele wie am vergangenen Wochenende seien angesichts der Corona-Auflagen unerwünscht. Auch viel Müll hätten die Ausflügler hinterlassen. Mit Absperrungen alleine komme man hier aber nicht weiter, muss der Winzer feststellen. Deshalb werde man mit fünf bis sechs Leuten vom Weingut vor Ort sein und die Picknickmassen vom Betreten des Grundstücks abhalten.