Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Corona-Lockerungen: Die Kultur blüht wieder auf

 Musik, Musik, Musik: Auch die Musikschule hofft, endlich wieder richtig in die Saiten greifen zu können.
Musik, Musik, Musik: Auch die Musikschule hofft, endlich wieder richtig in die Saiten greifen zu können.

Den hoffentlich beständigen Corona-Lockerungen sei Dank: Die Kultureinrichtungen der Stadt Bad Dürkheim freuen sich auf geplante Veranstaltungen. So lädt die Musikschule wieder zu Konzerten ein, in der Bücherei wird wieder vorgelesen und auch die Beschränkungen für das Arbeiten in der Offenen Kreativ-Werkstatt wurden gelockert.

Die Stadtbücherei ist guten Mutes und plant ein Programm ohne Einschränkungen. Das Literaturcafé hat bereits begonnen, und auch die ersten Kita-Gruppen haben die Bücherei schon wieder besucht, erzählt Büchereileiterin Sigrid de Raaf. Für den 16. März ist sogar die erste Autorenlesung geplant. Die aus Wachenheim stammende Autorin Luise Rist liest dann aus ihrem Roman „Morgenland“, einer Geschichte über Flucht, Vertreibung und Liebe.

Als weitere Veranstaltungen zählt de Raaf Bilderbuchvorlesen, Leseförderung, Lesesommer und Vorlesesommer sowie einen Abend, bei dem Neues zur Buchmesse vorgestellt werden soll, auf. „Wir haben keine großen Events“, betont die Leiterin, es handele sich vielmehr um ein stetiges Angebot. Für den Sommer ist außerdem ein Medientag geplant, bei dem gezeigt werden soll, was mit Apps und elektronischen Geräten in Sachen Lesen alles möglich ist.

Mit Rockkonzert geht’s los

Bei der Dürkheimer Musikschule sind ebenfalls alle sehr froh, dass endlich wieder Veranstaltungen stattfinden können. „Für unsere Schülerinnen und Schüler sind die Konzerte das Motivationsziel, um das Erlernte präsentieren zu können“, betont Musikschulleiter Frank Metzger die Bedeutung der Auftritte vor Publikum. Und so wird bereits am 18. März das erste öffentliche Konzert des Jahres über die Bühne gehen – ein Rockkonzert. Die Bands der Musikschule werden ab 18 Uhr das Dürkheimer Haus rocken, heißt es im Veranstaltungsplan.

Schon eine Woche später, am 26. März, wird das Lehrerkonzert stattfinden – kurzfristig als Benefizveranstaltung für die Ukraine deklariert. Neben kammermusikalischen Beiträgen wird dabei ein Salonorchester mit Kaffeehausmusik zu hören sein. Die Pausenbewirtung übernimmt der Förderkreis der Musikschule, bei dem Metzger sich ausdrücklich für die regelmäßige Unterstützung bedankt. Auch die Lehrkräfte würden sich auf dieses Konzert freuen. „Wir wollen alle gerne wieder spielen“, sagt Metzger. Ein weiterer Höhepunkt wird am 10. April die Veranstaltung „Bühne frei für allerlei“ ab 11 Uhr im Haus Catoir sein. Mit diesem ganz speziellen Konzert werden die jungen Musikschul-Anfänger spielerisch an den Bühnenauftritt herangeführt. Dabei könne alles mögliche passieren, weiß Metzger von früheren Konzerten dieser Art.

Orchestertage und Sommerfest

Eine besondere Herzensangelegenheit des Musikschulleiters sind die Orchestertage im April. Bei dieser Freizeit für junge Musiker von Musikschulen aus der ganzen Region, an deren Ende die Bildung eines Sinfonieorchesters steht, werden Kontakte geknüpft und entstehen viele neue Freundschaften. Von Dienstag bis Freitag nach Ostern würde gemeinsam geprobt, anschließend gibt es zwei Abschlusskonzerte, erklärt Metzger den Ablauf. Sponsoren ermöglichen es der Musikschule, die Freizeit gebührenfrei anzubieten. Metzgers Dank geht außerdem an die evangelische Kirche, die die Burgkirche sowohl für die Proben als auch die Konzerte zur Verfügung stellt. So könnten pandemiekonform größere Abstände eingehalten werden. Immerhin seien bereits über 50 junge Musikerinnen und Musiker für das diesjährige Thema „Filmmusik“ unter Leitung von Gabriele Knaus-Thoma angemeldet.

Im Mai startet das neue Instrumenten-Karussell der Musikschule. Ein Jahr lang werden rund 40 Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren hierbei insgesamt zwölf verschiedene Instrumente ausprobieren können. „Eine langjährige Erfolgsgeschichte“, nennt Metzger diesen tiefen Einblick in die Instrumentenkunde. Für dieses Jahr gibt es allerdings schon keine freien Plätze mehr. Ein weiteres fixes Datum im Musikschul-Kalender ist das Sommerfest am 17. Juli. Dafür sind die Halle des Turnvereins und die Pestalozzi-Schule reserviert. „Alle Bad Dürkheimer sind dann eingeladen, in den verschiedenen Räumen ihr Lieblingsinstrument zu finden“, sagt Metzger.

Gründlich aufgeräumt

Bei der offenen Kreativ-Werkstatt gibt es ein ständiges und abwechslungsreiches Angebot statt einiger weniger besonderer Veranstaltungen. „Wir sind sehr hoffnungsvoll“, sagt Werkstattleiterin Bettina Meier. Über den Winter seien vor allem die Gruppen gut gelaufen, die schon lange zusammen sind, sich untereinander kennen. Bei neuen Formaten sei der Zuspruch hingegen häufig nicht so gut gewesen, bedauert Meier. Die Gruppen seien wegen der Pandemie verkleinert worden, um wirtschaftlich arbeiten zu können, benötige es aber eine gewisse Mindestanzahl an Teilnehmenden. Die Maskenpflicht in den Kursen ist mittlerweile zwar aufgehoben, für Meier ist das Tragen einer Maske aber sinnvoll, da die Abstände häufig nicht eingehalten werden könnten. „Alle sind ständig in Bewegung, unsere Kurse sind kein Frontalunterricht, wir lernen in der Gruppe voneinander“, erklärt sie.

Die kommenden Ferienprogramme würden gut gebucht, das Osterprogramm sei jetzt schon doppelt so groß wie ursprünglich geplant. Meier hat den Eindruck, dass die Kinder durchaus Abwechslung und kreative Angebote brauchen. Und auch dem Werkstattteam tue das Miteinander gut. Die Zeit der Lockdowns habe auch ihr Gutes gehabt, da das Team gründlich aufräumen konnte, „aber die Zeit, als wir nicht mit Menschen arbeiten konnten, war für uns nicht gut“, sagt Meier. Zum Jahresthema der Stadt Bad Dürkheim „Artenvielfalt“ wurde von der Kreativ-Werkstatt auf dem Gelände des alten Schwimmbades bereits einiges angelegt, hierzu wird es weitere Angebote geben.

50. Geburtstag im nächsten Jahr

Meier ist zuversichtlich, dass eine der wenigen Veranstaltungen der Kreativ-Werkstatt am 26. Mai stattfinden kann, das Werkstattfest zum Stadtfest. Bei diesem Tag der offenen Tür sollen in den Räumlichkeiten im Haus Catoir verschiedenen Techniken vorgestellt und angeboten werden, aber auch Spiele für Kinder sowie eine Tombola. Was genau das alles sein wird, hänge zum einen von den dann geltenden Bestimmungen ab, aber auch von den zur Verfügung stehenden freiwilligen Kräften. „Das ist eine betreuungsintensive Veranstaltung“, hofft Meier, genügend Helfende mobilisieren zu können.

Am zweiten Adventswochenende will die Werkstatt schließlich auch wieder ihr Winterkinderfest veranstalten, schließlich böten die normalen Weihnachtsmärkte nicht so viel für die Jüngsten, sagt Meier. Zudem blickt die offene Kreativ-Werkstatt bereits ins nächste Jahr. Da steht der 50. Geburtstag an, die Vorbereitungen für eine Ausstellung und weitere Veranstaltungen werden in diesem Jahr beginnen.

Im Netz

Das detaillierte Programm findet sich unter www.offene-werkstatt.org.

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