Bad Dürkheim
Carsharing: Angebot wird ausgebaut
Im Februar 2020 hatte sich der Stadtrat für die Einführung eines Carsharing-Angebots in Zusammenarbeit mit Stadtmobil Rhein-Neckar entschieden. Seit April 2020 stehen zwei Autos auf dem Parkplatz am Busbahnhof, ein Kombi und ein Kleinwagen. Weil ein solches Angebot in Städten der Größe Bad Dürkheims nicht kostendeckend betrieben werden kann, ging die Stadt eine Kooperation mit Stadtmobil ein: Sie übernimmt unter anderem die Kosten für die Bereitstellung der Fahrzeuge und die Werbung, dafür darf die Stadt die Erlöse aus dem Betrieb behalten. Die Verwaltung rechnete damals mit einem Defizit von 60.000 Euro für die Vertragsdauer von vier Jahren.
Weil die Nachfrage größer ist als gedacht, kommt ab Juli mit einem Toyota Yaris ein weiterer Kleinwagen zur Flotte hinzu. Dabei handelt es sich laut Stadt um ein Hybridfahrzeug, das ebenfalls auf dem Parkplatz am Busbahnhof stehen wird. „Normalerweise braucht ein Angebot in einer Stadt der Größe Bad Dürkheims eine längere Anlaufzeit. Dass die Sache schneller ans Fliegen kommt als anderswo ist natürlich sehr schön und hat uns positiv überrascht“, erklärte Stadtmobil-Vorstand Miriam Caroli. Rund 83.000 Kilometer haben die beiden Fahrzeuge bislang zurückgelegt, in manchen Monaten sei der Betrieb kostendeckend gewesen, sagt Caroli.
2020 wurde nach Angaben der Stadtverwaltung eine Kostendeckung von 38 Prozent für den Zeitraum von Mai bis Dezember erreicht, 2021 sei dieser Wert übers Jahr gerechnet auf 59,5 Prozent gestiegen. 2022 erlag die Kostendeckung bei 69,8 Prozent. „2023 verspricht eine weitere Steigerung des Umsatzes“, so die Stadt in einer Mitteilung. In den ersten fünf Abrechnungsmonaten sei ein Plus von rund 24 Prozent erreicht worden.
Stadtmobil: Der Bedarf ist da
Laut Caroli sei der Start des Angebots mitten in der Pandemie schwierig gewesen, aber die Nachfrage hätte sich schnell erholt – auch, weil die Menschen weder fliegen noch Bus oder Bahn nutzen wollten. Mit dem dritten Fahrzeug werde die Auslastung der einzelnen Autos zunächst sinken, dennoch sei man überzeugt, dass der Bedarf da ist. „Das Nahziel wird sein, wieder aus dem Verlust rauszukommen, der zunächst durch das dritte Fahrzeug entstehen wird“, so Caroli. Ob ihr Unternehmen nach Vertragsende 2024 das Angebot in Eigenregie übernimmt oder die Stadt weiterhin als Kooperationspartnerin an Bord bleibt, ist noch offen.
„Wir sind stolz darauf, dass unser Carsharing-Angebot in Bad Dürkheim so gut von den Einwohnerinnen und Einwohnern angenommen wird“, wird Bürgermeister Christoph Glogger (SPD) in einer Mitteilung zitiert. Die steigenden Nutzungszahlen und die wachsende Kostendeckung zeigten, dass nachhaltige Mobilität in Bad Dürkheim immer mehr an Bedeutung gewinne.