Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Carsharing-Anbieter rechnet mit steigender Nachfrage

Etwa dreimal pro Woche wird der Kleinwagen gebucht.
Etwa dreimal pro Woche wird der Kleinwagen gebucht.

Seit gut einem Jahr gibt es in Bad Dürkheim ein Carsharing-Angebot. Doch wie wird es angenommen?

20.000 Kilometer haben die beiden Autos, die am Busbahnhof stehen, bislang nach Angaben der Stadtverwaltung zurückgelegt. Der Kleinwagen werde etwa dreimal wöchentlich gebucht, der Kombi im Schnitt zweimal. In Bad Dürkheim selbst gibt es zwölf Kunden, die das Angebot nutzen, allerdings können alle Stadtmobil-Nutzer die Fahrzeuge buchen.

Wer eines der Dürkheimer Fahrzeuge mietet, der ist in der Regel nur wenige Stunden damit unterwegs. Lediglich bei sechs Prozent der Buchungen wurde ein Auto für länger als einen Tag ausgeliehen. „Das ist auch so gewollt, denn die Fahrzeuge sollen insbesondere den Innenstadtverkehr entlasten und für die Bad Dürkheimer Kunden zur Verfügung stehen“, erklärt Petra Wurm, Pressesprecherin der Stadt.

Stadt rechnet mit Defizit

Erfahrungsgemäß lässt sich Carsharing in einer Stadt der Größe Dürkheims kaum gewinnbringend betreiben. Deswegen hat die Stadt das Angebot beim Carsharing-Anbieter Stadtmobil „bestellt“. Rund 63.300 Euro kostet die Bereitstellung der beiden Fahrzeuge für vier Jahre, dafür erhält die Stadt 90 Prozent der Erlöse, die durch Buchung und zurückgelegte Kilometer fließen. Unter dem Strich kalkuliert die Stadt mit einem Defizit von 52.000 Euro für die vier Jahre. „Die Deckung der Kosten ist von Monat zu Monat unterschiedlich. Im letzten Jahr lag der Durchschnittswert der Kostendeckung bei 37,5 Prozent“, so Wurm.

Stadtmobil-Mitarbeiter Dieter Netter bewertet das erste Jahr in Dürkheim als Erfolg: „Die Stadt kann zufrieden sein.“ Erfahrungsgemäß dauere es eine gewisse Zeit, bis sich Carsharing etabliere. „Wir rechnen mit einem Zeitraum von etwa fünf bis zehn Jahren, bis sich ein solches Angebot trägt“, sagt Netter. Die Pandemie habe den Start in der Kurstadt zusätzlich erschwert.

„Carsharing funktioniert nicht nur in Großstädten“

Der Stadtmobil-Mitarbeiter verweist auf Erfahrungen seines Unternehmens beispielsweise in Viernheim: Die Stadt in Südhessen sei mit zwei Fahrzeugen gestartet und habe jetzt zehn bestellt – aus anfangs 20 Kunden seien 400 geworden. Auch in der 12.000-Einwohner-Gemeinde Dossenheim vor den Toren Heidelbergs gebe es mittlerweile mehr als 200 Stadtmobil-Kunden und fünf Fahrzeuge. „Es gibt genügend Beispiele dafür, dass Carsharing nicht nur in Großstädten funktioniert“, betont Netter. Wichtig sei, dass man einen langen Atem beweise und das Angebot bekannt mache. Dass sich Carsharing-Modelle künftig weiter verbreiten werden, daran hat Netter keinen Zweifel: „Der Klimawandel zwingt uns nicht nur dazu, elektrisch zu fahren, sondern auch die Anzahl der Fahrzeuge zu reduzieren.“

Carsharing sei ein Modell zum Erreichen der Klimaschutzziele und fehle in keinem Klimaschutzkonzept. Auch in Dürkheim werde die Nachfrage im zweiten Jahr weiter zulegen, ist Netter optimistisch.

Noch Fragen?

Mehr Informationen zum Carsharing gibt es im Internet unter www.stadtmobil.de oder www.bad-duerkheim.de/carsharing oder im Büro von stadtmobil unter Telefon 0621 128 555 85.

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