Bad Dürkheim Burgunder zum kleinen Jubiläum

Ganz in seinem Element: Sensorikexperte Martin Darting.
Ganz in seinem Element: Sensorikexperte Martin Darting.

Bei der Wein- und Sektprobe zum Wachenheimer Burg- und Weinfest standen dieses Mal die Burgunder im Blickpunkt. Die Veranstaltung am Freitagabend im Gartensaal der Sektkellerei markierte zugleich ein kleines Jubiläum: Es war die zehnte dieser Art. Und einen Geburtstag gab es auch noch zu feiern.

„Wenn ich so auf die letzten zehn Veranstaltungen zurückblicke, dann bleibt sicher die fünfte im Gedächtnis, als wir mithilfe von Bildern den Geschmack der Weine und Sekte visualisiert haben. Ein anderes Highlight war das Foodpairing, die Kombination von Speisen und Weinen, in der lutherischen Kapelle“, erinnert sich Sensorikexperte Martin Darting. Dieses Mal aber drehte sich alles um die Burgunderfamilie, zu der außer Weiß- und Grauburgunder auch andere illustre Mitglieder wie Auxerrois, Pinot Noir (Spätburgunder), Schwarzriesling, Chardonnay oder Frühburgunder gehören. „Es gibt mehr als Riesling – nämlich Burgunder. Da wird mehr experimentiert, mehr ausprobiert“, warb Darting dafür, auch in einem ausgewiesenen Rieslinggebiet wie der Mittelhaardt offen für andere Rebsorten zu sein. Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) war indes auch ein wenig stolz, dass bei der Probe alle Wachenheimer Wein- und Sektgüter vertreten waren. Dass Sensorikexperte Darting, der Sommeliers ausbildet und dessen Institut Weingüter in der ganzen Welt berät, nur so vor Fachwissen strotzt, machte er den mehr als 120 Besuchern in dem voll besetzten Gartensaal gleich zu Beginn bei seinem einleitenden Kurzreferat über die Burgunderfamilie klar. Diese stamme höchstwahrscheinlich aus dem Kaukasus, der „Papa“ der Familie, vermutlich der Spätburgunder, wollte eigentlich nie ein Rotwein, sondern einfach ein roter Wein sein, berichtete Darting. Die weiße Mutationslinie sei derart instabil, dass an manchen Rebstöcken in einem Jahr Grauburgunder- und im nächsten Jahr Weißburgunderbeeren wachsen könnten, erzählte der Weinexperte. Was natürlich zu beträchtlichen jahrgangsbedingten Geschmacksunterschieden führen kann. Apropos Geschmack: Zwei Sekte und elf Weine standen zur Verkostung an, fast alle von Darting besprochen. Ausnahme: Einen Wein stellte die Wachenheimer Weinprinzessin Svenja I. vor, die sich ebenfalls davon beeindruckt zeigte, was „der Burgunder rund um die Burg zu bieten hat“. Im Publikum saß zudem ihre Friedelsheimer Amtskollegin Charlotte. Die Teilnehmer durften während der Probe abstimmen, welche Tropfen ihnen am besten gefallen haben. Auf dem ersten Platz landete ein 2017er Grauburgunder trocken des Weinguts Villa Wolf. Auf den zweiten Rang wählten die Besucher einen Sekt aus der Weißburgunder-Edition extra trocken der Schloss Wachenheim AG vor einem trockenen Grauburgunder aus der Edition SL der Wachtenburg Winzer (Jahrgang 2017). Zahlreiche Helfer sorgten dafür, dass jeder Besucher rechtzeitig den richtigen Wein zur Darting’schen Moderation im Glas hatte. Unter ihnen Ben Bechtel, der Sohn des Bürgermeisters, der sich am Abend seines 17. Geburtstags als „Servicekraft“ zur Verfügung gestellt hatte. Das brachte ihm nicht nur viel Anerkennung, sondern auch ein Geburtstagsständchen ein.

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