Fußball
Bezirksliga: RW Seebach mit Saison nicht ganz zufrieden
Obwohl die Seebacher in sechs der vergangenen neun Spielzeiten in der Bezirksliga am Ball waren, betrachten die Rot-Weißen diese Liga keinesfalls als Selbstverständlichkeit. Für einen Verein mit diesem Zuschnitt ist die Bezirksliga immer noch etwas Besonderes. Und wenn man es genau nimmt, dann ist Rang sieben die beste Platzierung in dieser Zeit, wenn man die früh abgebrochene Saison 2020/21 ausklammert.
Erfreuliche Fakten, die Trainer Roland Beck aber keinen Sand in die Augen streuen. Dazu waren die Leistungen in der Aufstiegsrunde unter dem Strich zu dürftig. Zudem droht der Nachschub aus der eigenen Jugend, lange ein Erfolgsfaktor, zu versiegen. Ein gravierendes Problem.
Dramatischer Sieg gegen ESV
„Mit der Qualifikation für die Aufstiegsrunde hatten wir im November unser Minimalziel erreicht“, blickt der Coach zurück. Allerdings muss eine kleine Einschränkung gemacht werden: Denn in einem dramatischen Spiel gegen den Konkurrenten ESV Ludwigshafen, das 1:0 gewonnen wurde, schaffte Rot-Weiss den Sprung in die Aufstiegsrunde nur mit Hängen und Würgen und erst am letzten Spieltag. „Mit unserer hohen individuellen Qualität hätten wir viel früher alles klar machen müssen“, sagt Beck. Keiner wird ihm in diesem Punkt ernsthaft widersprechen wollen.
Nach viermonatiger Pause ging der Start Ende März völlig in die Hose. 0:7 beim VfB Haßloch und 3:5 zu Hause gegen den FC Lustadt lauteten die Ergebnisse. „Da hatten wir große personelle Probleme“, erklärt der Übungsleiter den missratenen Auftakt. Doch die Mannschaft fing sich. Mit der Rückkehr der Leistungsträger wurden die Ergebnisse besser. Dem späteren Meister TSG Jockgrim boten die Seebacher einen großen Kampf, unterlagen nur 1:2, schlugen dann das Spitzenteam TuS Knittelsheim (1:0), die Haßocher im Rückspiel 3:0 und holten in Lustadt einen Punkt (1:1). Das waren vier starke Auftritte in Folge. Die Niederlagen gegen Jockgrim (1:3) und in Knittelsheim (0:2) waren bedeutungslos.
Beck: Enttäuschende Ausbeute
„Es war von vorneherein klar, dass wir mit dem Aufstieg nichts zu tun haben werden. Nach den ersten beiden Partien hat die Mannschaften die Aufgaben gut gelöst, war motiviert, hat die Spiele nicht abgeschenkt, und auch die Trainingsbeteiligung hat nicht gelitten“, verdeutlicht Beck. Er streicht die gute Zusammenarbeit mit der Sportlichen Leitung und im Trainerteam heraus, zu dem der spielende Co-Trainer Georg Ester und Christian Veth, der sich um die Torhüter kümmert, zählen. Der Coach sagt aber auch mit Blick auf magere sieben Zähler aus acht Begegnungen der Aufstiegsrunde: „Gut ist anders. Diese Ausbeute ist ein Stück weit enttäuschend und nicht befriedigend.“
Die Rot-Weißen setzten in 25 Spielen 29 Akteure ein, darunter etliche aus dem Reserveteam, die halfen, personelle Nöte zu lindern. Die meisten Partien absolvierten Jason Harrison (23), Finn Dupont, Ester, Robin Schwehm und André Werner (je 22) sowie Ferdinand Schill (21). Erfolgreichster Torschütze war wie in den vergangenen Jahren Harrison, der 15 Tore erzielte. Es folgen Lasse Peper mit sechs Treffern, Bruno Ribeiro und Werner, die jeweils viermal ins Schwarze trafen.
Unersetzliche Schwehm-Brüder
Seebach stützt sich auf einige Akteure, die höherklassig gespielt haben und das Korsett der Mannschaft bilden: die unersetzlichen Schwehm-Brüder Robin und Kevin, der als aktuellster ehemaliger Oberligaspieler laut Beck Anlaufzeit benötigte, um sich an die Liga zu gewöhnen. Der famose Georg Ester, der kurzfristig vom Offensivspieler zum Innenverteidiger umgeschult wurde. „Er kannte die Position nicht, hat sich aber erstaunlich schnell zurechtgefunden und sehr souverän agiert“, betont der Coach. Zu nennen ist auch Bastian Keßler, der spielstarke Stratege, der dem Team mit seinen Ideen hilft.
Hinzu kommt Torjäger Harrison, von dem der Trainer sagt, er habe noch etliche Hochkaräter liegen lassen. „Wir wissen aber, was wir an Jason haben“, sagt Beck, der den Abgang von Lasse Peper bedauert, der aus beruflichen Gründen nach Kanada geht. Spaß gemacht habe die Entwicklung von Ribeiro, ein Straßenfußballer mit bemerkenswerten Qualitäten im Eins-gegen-eins, oder aber der Auftritt von Dupont. „Finn ist eigentlich ein Sechser, hat sich aber als zweiter Innenverteidiger bewährt und eine stabile Runde gespielt.“
Sonderlob für die Keeper
Ein Sonderlob gibt es für die Torhüter Ferdinand Schill und Marius Schappacher. „Zu Beginn der Saison hatten wir nach dem Abgang von Ewald Jost eine Lücke, die Ferdinand und Marius prima geschlossen haben. Sie haben sich mit starken Trainingsleistungen gegenseitig gepusht“, lobt Roland Beck.