Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bewegungsparcours für Senioren an der Saline

Zusammen geht es einfach am besten: Jürgen und Maria Vogt absolvieren den Slalom. 
Zusammen geht es einfach am besten: Jürgen und Maria Vogt absolvieren den Slalom. 

Zehn Männer und Frauen im Alter zwischen 67 und 87 Jahren absolvierten den Bewegungsparcours, denn die Gemeindeschwestern plus des Landkreises am Samstag an den Salinen vorbereitet hatten. Die Aktion war Teil der Bewegungstage des Landes.

„Und immer dabei lächeln“, erinnerte Vera Götz die Teilnehmer des Bewegungsparcours bei den Aufwärm- und Kräftigungsübungen. Gar nicht so leicht, hatte sie doch vorher erklärt, dass beim „Hacken“ mit den Händen sonst alles vom Bauch bis zum Beckenboden angespannt werden soll. Trotz der Hitze am Samstag waren zehn Menschen über 60 Jahre zur Dürkheimer Saline gekommen, um „mal wieder was zu machen“ und sich zu informieren.

Senioren sollen animiert werden

Für die Bewegungstage des Landes Rheinland-Pfalz, die vom November verschoben worden waren, hatte sich das Gemeindeschwestern-Team vorgenommen, die Senioren zu animieren. Aufgrund der Wetterlage hatten Projektleiterin Simone Stauder und die drei Gemeindeschwestern Vera Götz (zuständig für Bad Dürkheim, Haßloch und die Verbandsgemeinden Freinsheim, Wachenheim und Deidesheim), Birgit Langknecht (Grünstadt und Leiningerland) und Elke Weller (Lambrechter Tal) den ursprünglichen Plan, den Schwerpunkt auf die Fitness-Geräte im Kurpark zu legen, kurzfristig geändert, da  diese am frühen Nachmittag in der prallen Sonne standen.

Teilnehmer absolvieren Übungen souverän

Nach einem Kennenlernspiel und einigen Übungen im Durchgang der kühlenden Saline wurde schnell ein alternativer Bewegungsparcours im Schatten aufgebaut. Mit viel Spaß und Engagement absolvierten die Teilnehmer nach ihren persönlichen Möglichkeiten die Aufgaben und Spiele, wie das Balancieren auf einem am Boden liegenden Seil, Wurf- und Fangspiele oder ein Slalom im Rollstuhl. „Schon mal zum Üben“, erklärte Langknecht den zum Großteil noch sehr mobilen Menschen. In der Tat waren viele der Beteiligten durchaus fit, nur ein Teilnehmer war auf den Rollator angewiesen. Simone Stauder bedauerte, dass es nicht mehr Teilnehmer waren: „Diejenigen, die es am nötigsten haben, erreichen wir leider selten.“ Neugierig beäugt wurde das Sportevent von vielen Passanten. So gab es beim Ringe werfen Anfeuerungsrufe und Applaus von Besuchern von der Salinengalerie.

Wackelige Brett geht nur mit Unterstützung

Bei jeder Übung hochmotiviert vorneweg war die Wattenheimerin Gerlinde Rechner. „Ich war schließlich Sportlehrerin“, lachte die 83-Jährige. Durchaus anspruchsvoll und damit nicht für alle geeignet waren die Übungen auf einem Balance-Board. Langknecht betonte daher, dass das wackelige Brett nur mit Unterstützung ausprobiert werden solle. Nichts für Jürgen Vogt: „Das wäre für mich lebensgefährlich“, sagte der Kirchheimer in guter Selbsteinschätzung. Nach einem Sturz im vergangenen Jahr musste der 83-Jährige das Fahrradfahren und Walken aufgeben, stützt sich seither auf den Rollator. Den Slalomparcours um die Pylonen absolvierte er aber in durchaus flottem Tempo. Da kam der Ehrgeiz des früheren Leichtathleten, Fußballers und Tischtennisspielers dann doch durch. „Wir gehen auf jeden Fall täglich eine halbe bis Dreiviertelstunde spazieren“, betonte seine zwei Jahre jüngere Frau Maria Vogt, die sich in guter Fitness präsentierte. Aus gegebenem Anlass war dem Ehepaar die Sturzprophylaxe, ein Schwerpunkt der Aktion, wichtig. Wie Maria Vogt ihrem Mann helfen kann, wieder aufzustehen, wenn er dann doch mal gefallen ist, wird Langknecht demnächst bei einem Termin bei den beiden zuhause mit ihnen üben.

Wunsch, sich mal wieder sportlich zu betätigen

Brigitte Klose aus Bad Dürkheim erzählte, dass sie darauf warte, endlich wieder zum Reha-Sport im Fitnessstudio gehen zu können. „Das fehlt mir sehr“, erklärte die 81-Jährige, dass sie deshalb das Angebot der Gemeindeschwestern an der Saline mit Freuden angenommen habe. Auch Hannelore Dörr vermisst ihren Sport im Turnverein. „Ich wollte mal wieder was tun“, sagt die Dürkheimerin, die in der Zeitung über die Bewegungstage gelesen hat. „Ich habe schon alles ausprobiert“, so die 75-Jährige, der der Parcours sichtlich Spaß machte.

Heinz Streb wollte wieder Gymnastik machen

Heinz Streb war aus Haßloch gekommen, seine Tochter hatte ihn auf das Angebot aufmerksam gemacht. Er habe Probleme mit den Knien und nach einem Sturz auch mit der Schulter. Früher habe er Gymnastik gemacht, erzählte der 81-Jährige, aber heute nicht mehr. Da die Organisatorinnen auch reichlich Broschüren und Infos für Übungen daheim verteilten, kann er zuhause weitermachen. Die im Kurpark festinstallierten Fitness-Geräte wurden dann doch noch besichtigt und zumindest kurz ausprobiert. Mit Unterstützung trauten sich mehrere Teilnehmer auf die teils wackeligen Konstruktionen. „Oh jetzt hab ich es“, freute sich die 79-jährige Hannelore Thate, als sie verstanden hatte, wie die Hüftschwungübung funktioniert. Die in den Boden eingelassenen Trampoline pries Langknecht als besonders gut für den Gleichgewichtssinn. „Es reicht schon nur darüber zu gehen“, ermunterte sie und gab auch gerne Hilfestellung für alle, die sich mehr zutrauten. Bei der Workout-Station demonstrierte sie noch einfache Einbeinübungen im Stand. All das sei hervorragend als Sturzprophylaxe geeignet, erklärte die Bewegungsbegleiterin noch, dass schon das Gehen über eine Rasenfläche sehr hilfreich sei.

Das Gleichgewicht halten: Birgit Langknecht gibt Heinz Streb auf dem Balance-Board Hilfestellung.
Das Gleichgewicht halten: Birgit Langknecht gibt Heinz Streb auf dem Balance-Board Hilfestellung.
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