Bad Dürkheim Bewegung! Jetzt!

Wollen Menschen in Bewegung bringen (von links): Das Ehepaar Michaela und Martin Stüttgen und Anja Oehler.
Wollen Menschen in Bewegung bringen (von links): Das Ehepaar Michaela und Martin Stüttgen und Anja Oehler.

Muskeln, Gelenke, Faszien und das Gehirn sind aktiv, wenn es um Bewegung geht. All das muss zusammenspielen, funktionieren, harmonieren. Wie das geht und warum das so wichtig ist, will Stüttgen beim ersten Impulstag „Bewegung“ im Dürkheimer Haus aufzeigen. Der Aktionstag richtet sich nicht nur an Sportler, sondern ausdrücklich an alle. „Jeder kann kommen und mitmachen“, versichert Stüttgen. Wer nach der Winterpause wieder mit Sport anfängt, „sollte erst mal langsam machen“, sagt der Heilpraktiker und Ergotherapeut mit Praxis in Wachenheim. Das gilt aber eher für den gesunden Hobbysportler. Denn Bewegung ist zwar gut, aber nicht immer für jeden. „Wenn ein älterer Mensch wieder mit Sport anfängt und Bewegungsschmerzen hat, sollte er auf jeden Fall die Belastung reduzieren – und Hilfe suchen“, rät Stüttgen. Denn wenn es „Einschränkungen in der Beweglichkeit im Körper gibt, können deshalb an anderer Stelle Überbelastungen auftreten“, erklärt er weiter. Der Körper versuche die Schwachstelle zu kompensieren. Dadurch werden sogenannte Dysbalancen größer. Weitere Schäden können auftreten, deren Ursachen aber eben an einer ganz anderen Stelle liegen. Deshalb ist das zu Beginn genannte harmonische Zusammenspiel verschiedenster Körperteile für gesunde Bewegung essenziell. Der Therapeut nennt ein Beispiel aus dem Fitnessstudio. Wer mit den Armen gleichzeitig Gewichte drückt, aber Probleme mit einem Arm hat, gleicht automatisch die Schmerzen durch „Mehrleistung“ des anderen Arms aus – was das Ungleichgewicht verstärkt. Um Menschen in gesunde Bewegung zu bringen, ihnen Impulse und Anregungen zu geben, hat sich Stüttgen den Impulstag ausgedacht. Der ist beginnt mit einem Vortragsteil, „der nicht frontal, sondern interaktiv wird“, betont der Vater einer vierjährigen Tochter. Denn über Bewegung zu referieren, während die Gäste steif und stumm im Publikum sitzen wäre ja auch unlogisch. Für den Impulstag hat sich Stüttgen fachkundige Unterstützung geholt: Seine Frau Michaela, Diplom-Sportwissenschaftlerin und Yogatherapeutin, und die Kinesiologin Anja Oehler. Das Trio teilt sich den Bewegungstag thematisch auf. Nachdem sich Stüttgen mit der Frage befasst, was Bewegung ganzheitlich betrachtet bedeutet, übernimmt seine Frau mit der Definition der Rolle des Patienten in der modernen Bewegungstherapie. Die vereint die Hands-on- und Hands-off-Therapie. Auf Deutsch: Bei der ersten Art ist der Patient passiv, bekommt zum Beispiel Massage oder Physiotherapie. Bei der zweiten Art gibt der Therapeut Anweisungen zur Bewegung, ohne den Patienten zu berühren. „Beides zusammen ist moderne Bewegungstherapie, wobei es für jeden Patienten ein individuelles Verhältnis der Methoden gibt, die während der Dauer der Behandlung auch wechselt“, erklärt Stüttgen. Dann ist Kinesiologin Oehler dran die ihren fachlichen Schwerpunkt auf die neurologische Entwicklung des Gehirns gelegt hat. Sie spricht darüber, wie Bewegung und Lernen zusammenhängen, richtet sich damit auch an Familien mit Kindern. „Ohne Bewegung ist kein Lernen möglich“, betont Stüttgen. Nach einer Mittagspause geht es dann zum praktischen Teil über. Die drei Experten setzen mit den Besuchern in Aktion um, was zuvor besprochen wurde. Da gibt es Übungen für Faszien. Sie sind Bindeglied zwischen allen Strukturen im Körper und die Hülle um unsere Muskeln. Das macht sie zu einem wichtigen Bestandteil von Bewegung. Die Teilnehmer können sich auch eine aufrechtere Haltung aneignen oder bei einem Gehirn-Körpertraining mitmachen, das Sehen, Hören, Koordination und Gleichgewicht beinhaltet. Wenn es nach Stüttgen geht, soll es nicht die einzige Aktion dieser Art sein. Gerne würde er ein bis zwei Mal pro Jahr solche Impulstage anbieten.

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