Fußball
Beim Derby zwischen Freinsheim und Seebach steht die Null
„Hier passiert heute Abend nichts mehr“, meinte ein Zuschauer über eine Partie, in der Schiedsrichter Matthias Schwenk vom VfL Gundersheim angesichts einer sehr fairen Spielweise beider Teams kaum gefordert war. Obwohl die Torhüter Marvin Bonomo (Freinsheim) und Mohammad Wojudy (Seebach) mehrmals eingreifen mussten, traf die Prognose des Fans auch zu. Nach 90 Minuten hieß es 0:0. Die zwei Schlussmänner mussten bei allen Schüssen, die auf ihr Tor kamen, nie ihr Können beweisen. Richtig gute Torchancen hatte trotz großen Engagements aller Protagonisten keiner. Kam doch einmal ein Akteur in eine günstige Schussposition, verfehlte er zumeist das gegnerische Gehäuse.
So war es auch in der fünften Minute, als der Seebacher Bruno Oliveira Ribeiro mit einem Flachschuss von rechts am linken Pfosten des Freinsheimer Tores vorbeischoss. „Das war kurz nach Beginn unsere beste Möglichkeit. Hätte Bruno da getroffen, hätte sich wahrscheinlich ein besseres Spiel entwickelt“, bedauerte Rot-Weiss-Coach Marvin Dell. Seine Mannschaft hatte zunächst auch die größeren Spielanteile und die ließ die Gastgeber lange auch kaum zur Entfaltung kommen. „Das war aber nur in der ersten Viertelstunde so. Danach habe ich uns spielbestimmend gesehen, vor allem ab der Schlussphase der ersten Hälfte“, kommentierte Freinsheims Trainer Christian Schäfer das Geschehen vor der Pause. In der 40. Minute wäre seine Mannschaft allerdings doch fast in Rückstand geraten, als der Ball von einem Feldspieler nach einem Weitschuss von Jan Weisenborn kurz vor der Torlinie wegschlagen wurde.
Für die Zuschauer war es trotz fehlender guter Torchancen eine interessante Partie. Die Flaute an nennenswerten Aktion in den Strafräumen wurde durch zahlreiche intensiv geführte Zweikämpfe im Mittelfeld kompensierte. Die dabei begangenen Fouls gingen dabei nie über die Grenze für die in einem Derby erwartete Härte hinaus. Belege für eine disziplinierte und konzentrierte Abwehrarbeit der Lokalrivalen waren auch, dass die beiden Topstürmer, der Freinsheimer Schamil Kuduzov, der immerhin als Torschützenkönig der Bezirksliga Vorderpfalz in diese Saison gestartet ist, und Seebachs Jason Harrison überhaupt nicht ins Spiel fanden.
Ein Foul sorgte allerdings für die einzige Kritik von Christian Schäfer am Unparteiischen. „Das Foul des Seebachers Sven Schuhmann, der bereits die Gelbe Karte gesehen hatte und gegen Ende Thorsten Boller regelwidrig vor dem Strafraum in der Vorwärtsbewegung stoppte, hätte eine Zeitstrafe zur Folge haben müssen“, bemerkte er. Ob eine solche seiner Mannschaft noch zu Torchancen verholfen hätte, bleibt dahingestellt.
Nach dem Abpfiff wirkte aber kein Spieler und Trainer unzufrieden. „Freinsheim und wir haben in der vergangenen Saison sehr viele Gegentore hinnehmen müssen. Auch aus diesem Grund kann man das 0:0 als Erfolg sehen“, bewertete Dell das Ergebnis. Schäfer war nur etwas enttäuscht, da er sein Team am Ende läuferisch aktiver als die Gäste gewesen seien. „Meine Spieler wirkten auf mich läuferisch stärker als die Seebacher. Das zeigte auch, dass wir auch geistig noch frischer als der Gegner waren, denn die Grundlage liegt oft im Gehirn. Leider haben wir das nicht nutzen können“, erklärte er.
Während Seebach am Sonntag, 14 Uhr, TuS Mechtersheim II im Meisterwasental erwartet, gastiert der FV Freinsheim am zweiten Spieltag übermorgen beim 1. FC 08 Haßloch. Dass die Haßlocher ihr Auftaktmatch bei Landesliga-Absteiger ASV Fußgönheim mit 0:3 verloren, ist für Schäfer kein Maßstab. „Wir wissen doch alle, dass jedes Spiel anders läuft“, sagte er hierzu.