Tennis
Bad Dürkheimer Jugendturnier ist eine Mammutveranstaltung
Es ist wohl eines der Turniere mit dem längsten Namen in der Tenniswelt. Aber es ist vor allem eine echte Mammutveranstaltung. Beim TC Schwarz-Weiss Bad Dürkheim endete gestern das 41. Jugend-Weinstraßen-Turnier zum Gedenken an Karel Kunc, als Bestandteil des Wilson Junior Race. Ganze 115 Matches lagen zwischen dem Turnierauftakt am Donnerstag und den Finals am Sonntag.
Der ehemalige Jugendspieler Karel Kunc, der am 11. Januar 1983 im Alter von nur 14 Jahren verstarb, ist nicht nur den Schwarzweißen Tennisspielern wichtig. Als Bestandteil der Wilson-Turnierserie wurde das traditionsreiche Turnier zusätzlich aufgewertet, stammen die Akteure in den Altersklassen zwischen U10 und U18 nicht mehr nur aus einem Streifen zwischen Vorderpfalz und Weinstraße. „Die weiteste Meldung, die wir hatten, kam in diesem Jahr aus Düsseldorf“, berichtete Turnierleiter Stefan Müller. Und Adrian Dürrfeld, so hieß der junge Mann vom TC Düsseldorf-Oberkassel, genoss dafür ein kleines Sonderrecht. „Er musste erst am Freitag antreten“, verriet Müller.
Schönes Signal
Immerhin ging der Rheinländer gleich als Turnierfavorit der Altersklasse U14 ins Rennen – traditionell die Meldungsstärkste Konkurrenz. Und Dürrfeld wurde dieser Favoritenrolle denn auch gerecht, siegte im Finale mit 6:3, 6:4 gegen Gustav Galow, der vor zwei Jahren noch beim BASF TC trainierte und gemeldet war und mittlerweile für Blau-Weiß Leimen antritt. Trotzdem auch für Galow ein Erfolg, denn mit Jahrgang 2011 war er satte zwei Jahre jünger als sein Gegner.
Für Müller war vor allem die Meldung des Düsseldorfers ein schönes Signal: „zum einen ist es für die Jugendlichen hier gut, wenn das Turnier ein wenig durchgemischt wird und sie nicht nur gegen die Gegner aus der Region spielen, die sie schon lange kennen.“ Zum anderen sei es eine schöne Bestätigung, wenn sich Spieler in Bad Dürkheim anmelden. „Das spricht für den guten Ruf des Turniers.“
Mit fast 100 Spielern (97) hat man fast schon wieder an die Vor-Corona-Meldezahlen angeknüpft und sich gegenüber dem Vorjahr um über die Hälfte gesteigert. Ganze 60 junge Tennisspieler waren es im Sommer 2022. Dabei wäre die Meldezahl beinahe zu einem Fallstrick für die Organisatoren geworden, denn statt der zwölf Freiluftplätze an der Kanalstraße mussten die Akteure witterungsbedingt am Donnerstag und Freitag in die Halle ausweichen. „Ohne unsere drei Hallenplätze hätten wir den Zeitplan auf keinen Fall halten können“, atmete Müller auf.
So fanden die Finals am Sonntag nahezu nach Vorab-Zeitplan statt. Das lag auch daran, dass aufgrund fehlender Meldungen einige Felder erst gar nicht stattfanden, andere im Gruppensystem durchgeführt wurden, damit die Spielerinnen und Spieler zumindest auf ihre Matches kamen. So fehlte in der männlichen U18 ein Sieger mangels Teilnehmer. Bei den jungen Damen dieser Altersklasse setzte sich Anna Adamyuk (Schwetzingen) in der Gruppe durch. Isabella Krassnitzer vom TC Freinsheim wurde Zweite. „Gerade in den älteren Klassen spielen die Jungs und Mädchen teilweise schon bei den Aktiventurnieren mit“, erklärte Müller. Deshalb sei beispielsweise auch keine weibliche U16-Konkurrenz zustande gekommen. Da half auch der Anreiz der bundesweiten Wilson-Turnierserie nichts.
Reibungslos verlaufen
In der weiblichen U14 siegte Romy Neumer vom TC Erlenbach bei Kandel in einem ganz engen Endspiel gegen Ana Stratulat vom TC Ludwigshafen-Oppau. In der Altersklasse U12 siegten Felix Jene (St. Ingbert) und Haylie Littig aus Mosbach und bei den Jüngsten (U10) kamen die Sieger aus Bexbach (Eric Berg) und Pforzheim (Julia Berger). Insgesamt freute sich Müller deshalb nicht nur über einen reibungslosen Turnierverlauf, sondern auch über die Strahlkraft des Jugend-Weinstraßen-Turnier zum Gedenken an Karel Kunc.