Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bad Dürkheim: Winzer grollen Donald Trump

Trinkt selbst keinen Wein: US-Präsident Donald Trump.
Trinkt selbst keinen Wein: US-Präsident Donald Trump. Foto: dpa

Die Strafzölle der USA auf deutsche Weine trifft auch die Winzer der Region. Viele exportieren Wein in die USA, der dort nun erheblich teurer verkauft wird.

„Wir leben in der Hoffnung, dass sich noch etwas ändert“, sagt Heike Darting fast flehentlich. „Ansonsten wird uns das in der Zukunft sehr belasten.“ Ungefähr zehn Prozent der Ernte des Dürkheimer Weinguts Darting werden in die USA exportiert. Es gäbe immer zwei große Lieferungen im Jahr. „Gerade haben wir eine verschickt. Ein Teil davon ist rechtzeitig angekommen, der andere Teil befindet sich noch auf See und muss nun extra verzollt werden“, erläutert Darting. Die Kosten für die Strafzölle sollen zunächst auf alle Beteiligten in der Lieferkette aufgeteilt werden. Seit vergangenem Freitag gelten die US-Strafzölle auf diverse Lebensmittel aus der EU, unter anderem Wein. Mit einem 25-prozentigen Aufschlag wehrt sich die USA gegen rechtswidrige Subventionen der EU für den Flugzeugbauer Airbus.

„Zartes Pflänzchen wird schwer beschädigt“

„Es ist leider oft so, dass auf dem Rücken der Landwirtschaft die Lasten fehlgesteuerter Industriepolitik ausgetragen werden“, bedauert Steffen Cristmann, Präsident der VDP-Prädikatsweingüter. „Etwa 25 Prozent der VDP-Weine gehen ins Ausland, Tendenz steigend. Dieses zarte Pflänzchen wird nun schwer beschädigt.“ „Wir bedauern das sehr“, sagt auch Steffen Brahner, Geschäftsführer des Weinguts Dr. Bürklin-Wolf in Wachenheim. „Wir sind die Leidtragenden, aber uns sind die Hände gebunden“, erzählt er. Er wisse nicht, wie das Weingut die Preiserhöhung für dessen wichtigsten Exportmarkt außerhalb Europas auffangen soll. Brahner setzt darauf, dass die Bundesregierung gemeinsam mit den großen Exportländern Frankreich und Spanien Druck macht. „Man hat ja in anderen Fällen gesehen, dass es zu Einigungen kommen kann.“

US-Markt ist zu wichtig

Für das Dürkheimer Weingut Fitz-Ritter ist es wichtig, im US-Markt zu bleiben. Das Weingut exportiert nach eigenen Angaben sieben Prozent seiner Weine in die USA – und das seit 40 Jahren. „Wenn man da aus den Regalen fliegt, wird es umso schwerer wieder reinzukommen“, erläutert Johann Fitz. Als kurzfristige Überbrückung gäbe es auch hier Überlegungen, die Strafzölle aufzuteilen. „Aber langfristig ist das nicht tragbar“, betont er. Doch man habe trotzdem noch Glück im Unglück, denn ungefähr die Hälfte des Exports sei Sekt. Und Schaumweine sind von den Zöllen ausgenommen. Jan Eymael vom Weingut Pfeffingen ärgert sich besonders über die Wettbewerbsverzerrung, da nicht alle EU-Länder betroffen sind: „Es nervt, dass das unterschiedlich gehandhabt wird.“ Es seien ganz offensichtlich Länder betroffen, die an Airbus beteiligt sind - Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien. Italienische, portugiesische, griechische oder österreichische Weine würden nicht zusätzlich verzollt. „Und die Österreicher sind große Konkurrenten der deutschen Weine in den USA“, betont er.

Nur „ab und zu“ in die USA exportiert

Daniela Langenwalter aus Weisenheim am Sand berichtet, dass sie nicht sehr betroffen sei. Ihr Weingut habe nur „ab und zu“ Bestellungen aus den USA. „Aber das wird dann wohl in Zukunft nichts mehr“, meint sie. Auch andere Weingüter, die nicht in die USA exportieren, dürfen sich zur Zeit glücklich schätzen. „Gott sei dank betrifft uns das nicht“, sagt Zita Vollmer vom gleichnamigen Weingut in Ellerstadt. Rüdiger Damian, Verkaufsleiter der Vierjahreszeiten Winzer in Bad Dürkheim, bezeichnet die Zölle für die Winzergenossenschaft als „unrelevant“. Die Exporte in die USA betrügen unter einem Prozent.

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