Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bad Dürkheim: Wie sicher ist das Keyless-Go-System?

Das Keyless-Go-System: Komfortables Extra oder Sicherheitsrisiko?
Das Keyless-Go-System: Komfortables Extra oder Sicherheitsrisiko? Foto: dpa

Mit dem Keyless-Go-System kann man ein Fahrzeug ohne die aktive Nutzung eines Autoschlüssels entriegeln. Nach dem Diebstahl eines mit diesem System ausgestatten Mercedes in Wachenheim stellen sich Fahrzeughalter nun die Frage, wie es um die Sicherheit der schlüssellosen Technik steht.

„Wir empfehlen unseren Kunden immer, den Schlüsselkasten nicht direkt neben der Haustür anzubringen“, sagt Andreas Dilg vom Autohaus Scheller in Bad Dürkheim. BMW habe bei seinem Keyless-Go-System aber bereits gut nachgearbeitet und biete eine neue Schlüsselgeneration an. Diese sei mit einem Sensor ausgestattet. „Nach einer gewissen Zeit der Bewegungslosigkeit schaltet sich der Schlüssel ab, er reagiert dann auf keine Funkanfrage des Keyless-Go-Steuergeräts mehr“, erklärt Andreas Dilg.

Seines Wissens nach liefert die Firma BMW Autos mit einem Keyless-Go-System heute standardmäßig mit dieser Art von Fahrzeugschlüssel aus. Dass im Raum Bad Dürkheim vor dem wohl per Funkwellenverlängerer gestohlenen Mercedes auch andere Autos auf diese Weise entwendet wurden, sei ihm nicht bekannt, sagt Dilg. Seine Kunden seien diesbezüglich aber durchaus sensibilisiert: „Fragen nach der Sicherheit bekommen wir oft gestellt.“

Keyless-Go ausschalten“

„Seit zwei Jahren liefert Mercedes ein Keyless-Go-System aus, bei dem man die Funksignale des Schlüssels ausschalten kann“, betont Martin Becher, Service-Leiter beim Autohaus Falter. Nutze man diese Funktion als Autobesitzer nicht, und der Schlüssel sende weiterhin Funksignale, könnten Diebe diese natürlich per Funkwellenverlängerer einfangen. „Trotzdem kann man das Auto in solch einem Fall nicht starten“, sagt Becher.

Zwar könne per Funksignal die Autotür geöffnet werden, doch für das Starten des Fahrzeugs sei ein zweites Signal notwendig: „Um die Wegfahrsperre zu lösen, muss ein Steuergerät nochmals die Schlüsselerkennung durchführen, und in diesem Fall funktioniert sie per Infrarot“, erklärt Martin Becher. Der Schlüssel müsse sich also im Wageninneren befinden, will man das Auto starten. Ob es Kriminellen gelingen könnte, auch diese Sicherheitsmaßnahme zu überwinden? „Es werde sich vermutlich niemand so weit aus dem Fenster lehnen, dies definitiv auszuschließen“, meint der Service-Leiter vom Autohaus Falter. Zu den Gründen des gelungenen Autodiebstahls in Wachenheim könne er keine Aussage treffen, sagt Becher im Gespräch mit der RHEINFPALZ, da ihm keine Details zum gestohlenen Mercedes und dessen offensichtlich geknackter Keyless-Technik vorlägen.

Kaskoversicherung greift

Fest stehe allerdings, dass die Kaskoversicherung die Funksignal-Masche der Autodiebe abdeckt, heißt es seitens des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. Werde ein Auto mit einem Keyless-Go-System geknackt, fänden sich zwar keine typischen Einbruch- oder Diebstahlspuren. Auf den Versicherungsschutz habe dies aber keine Auswirkungen. „Schließlich leistet die Kaskoversicherung auch, wenn das Auto nicht wieder auftaucht und somit auf solche Spuren nicht untersucht werden kann“, betont der Gesamtverband.

Um ganz sicher zu gehen, dass das Keyless-Go-System eines Fahrzeugs nicht geknackt werde, empfiehlt Tobias Kissel vom Autohaus Scherer in Neustadt übrigens folgendes: „Einfach den Schlüssel in ein Metallkästchen legen.“ Davon unabhängig bestätigt der Verkaufsberater die Aussagen seiner Kollegen. Auch VW und Audi arbeiteten beim Keyless-Go-System mit einem der beiden folgenden Systeme: Entweder habe der Schlüssel einen Sensor, dann schalte er sich ab, sobald er 15 Sekunden lang nicht bewegt wurde. Oder der Schlüssel stelle das Senden von Funkwellen dadurch ein, dass man nach dem Verriegeln der Autotür nochmals die Sensorfläche am Türgriff berühre.

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