Bad Dürkheim
Bad Dürkheim: Netzwerk möchte von Demenz betroffenen Menschen helfen
Demenz wird zu einem immer größeren Problem. Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung möchte deswegen Demenz-Netzwerke bilden. In Bad Dürkheim ist im vergangenen Jahr ein solches entstanden. Es will über die Erkrankung informieren sowie Betroffene und ihre Angehörige unterstützen.
„Wir sind leidenschaftliche Akteure, was das Thema Demenz betrifft“, sagen Doris Wiegner, Pflegedirektorin im Evangelischen Krankenhaus Bad Dürkheim, und Martin Franke, Mitarbeiter des Pflegestützpunkts Bad Dürkheim, die Koordinatoren des Netzwerkes Demenz. Beide haben in ihrem Beruf regelmäßig mit den Problemen an Demenz erkrankter Menschen und deren Angehörigen zu tun. „Ich habe die Idee gehabt, dass man in Dürkheim etwas zu diesem Thema machen sollte“, erzählt Wiegner. Sie habe mit Franke darüber gesprochen und gemeinsam mit ihm weitere Mitstreiter beim Pflegetisch gesucht. Dieser ist ein Netzwerk von Einrichtungen, die mit Pflege zu tun haben.
„Beim Netzwerk Demenz wollen wir aber nicht nur Einrichtungen aus dem Bereich Pflege dabei haben“, betont Franke. Demenz sei ein Thema, von dem alle Bereiche des Lebens betroffen sind. Deshalb würde man sich freuen, wenn beispielsweise Vereine, Freizeiteinrichtungen, kulturelle Institutionen oder Geschäfte beim Netzwerk Demenz mitmachen würden. Bisher sind die Teilnehmer vor allem aus dem sozialen Bereich, etwa Altenhilfeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, die Sozialstation und das Validationszentrum Wachenheim. Aber auch der Dürkheimer Seniorenbeirat, das Sanitätshaus Strack und die Kreisverwaltung sind beim Netzwerk Demenz dabei.
Viele Menschen wissen nicht, wie sie Demenzkranken umgehen sollen
„Informieren und aufklären“, nennen Wiegner und Franke als wesentlichen Aspekt der Arbeit des Netzwerkes Demenz. „Dabei wollen wir alle erreichen, denn es ist ein Thema, das alle angeht“, sagt Wiegner. Ihr sei es ein großes Anliegen, das mehr über Demenz aufgeklärt wird. Viele wüssten nicht, wie sie mit Betroffenen umgehen sollen, wenn sie den Menschen im Alltag begegnen. Menschen mit Demenz seien, vor allem in frühen Stadien der Erkrankung, durchaus in der Lage, etwa an geselligen oder kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen, dies vor allem gemeinsam mit Angehörigen. Doch viele seien verunsichert, wie sie bei Begegnungen mit Männern oder Frauen, die Demenz haben, reagieren sollen. „Demenz ist sehr angstbesetzt“, weiß Franke.
Informieren will das Netzwerk Demenz auch Betroffene und deren Angehörige. Etwa über bestehende Unterstützungsangebote. Für Angehörige sei der ständige Kontakt mit den Dementen meist schwierig und anstrengend. Die Angehörigen sollen über Hilfen informiert und auf Wunsch entsprechende Hilfen vermittelt werden. „Demenz trifft nicht nur alte Menschen“, betont Franke. Bei Betroffenen, die unter 60 Jahre alt sind, gebe es oft Probleme wie Erwerbsunfähigkeit und Rente. Auch hier wolle man über Hilfen informieren und diese gegebenenfalls vermitteln.
Weiterer Flyer geplant
Damit die Unterstützung leichter möglich ist, wolle man versuchen, bestehende Angebote besser zu vernetzen. Generell wolle man Ansprechpartner sein für Betroffene und deren Umgebung, sagen Franke und Wiegner.
Die Herausgabe eines Informationsflyers für Menschen, die befürchten, von Demenz betroffen zu sein, oder bei denen eine entsprechende Diagnose gestellt wurde, war eine der ersten Aktivitäten des Netzwerks Demenz. „Wir haben Stunden darüber gebrütet, wie wir den Flyer so formulieren und gestalten können, dass er die Zielgruppe erreicht“, verrät Franke. Der Flyer liegt in Einrichtungen und Institutionen und einigen Geschäften aus. Da das Netzwerk Demenz keinen Etat hat, habe man den Flyer nur dank der finanziellen Unterstützung des Landkreises Bad Dürkheim, der Metropolregion Rhein-Neckar und des Sanitätshauses Strack herausgeben können. Geplant sei ein weiterer Flyer mit einer Auflistung von Hilfsangeboten. Auch dafür benötige man Sponsoren.
Auch Veranstaltungen hat das Netzwerk Demenz schon angeboten. „Dabei wurde alles ehrenamtlich gemacht und die Räume bekamen wir kostenlos zur Verfügung gestellt“, sagt Wiegner. So wurden im Haus Catoir künstlerische Arbeiten von Menschen mit Demenz gezeigt, in der Kapelle des Krankenhauses war ein Gottesdienst für Demente, und das Netzwerk Demenz beteiligte sich am Filmfestival der Generationen. Geplant seien vor allem Informationsveranstaltungen, aber auch ein weiterer Gottesdienst.
Kontakt
Martin Franke, Telefon 06322 9108865, E-Mail: martin.franke@pflegestuetzpunkt.rlp.de, Doris Wiegner, Telefon 06322 607240, E-Mail: doris.wiegner@diakonissen.de.