Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bad Dürkheim: Limburg-Preisträger mit Text über schwierige Beziehung

Offensichtlich ein Romantiker: Limburg-Preisträger Martin Peichl schreibt über die Liebe – auch gerne auf einem Bierdeckel.
Offensichtlich ein Romantiker: Limburg-Preisträger Martin Peichl schreibt über die Liebe – auch gerne auf einem Bierdeckel. Foto: Franck

Die schwierigen Seiten einer Beziehung als Literatur: Am Sonntagvormittag ist der österreichische Autor Martin Peichl im Rathaus für seinen Text „Herzkörper“ mit dem Limburg-Preis der Stadt Bad Dürkheim ausgezeichnet worden.

Der Text „Herzkörper“ besticht durch eine klare Sprache, die als Stilmittel mehrfach englische Begriffe aus der digitalen Welt einsetzt, um die schwierigen Seiten der Liebesbeziehung herauszustellen. Der Ich-Erzähler lebt mit einer Frau in einer wenig glücklichen On-Off-Beziehung, in der ihre traumatischen Lebenserfahrungen im Mittelpunkt stehen.

In seiner Dankesrede erklärt Martin Peichl seinen Begriff von Heimat: „Das ist dort, wo der Kopf ein Fotoalbum aufschlägt. Am schlimmsten ist das Weggehen, das man nicht bemerkt“. Für ihn ist sein Text ein Mosaikstein aus der Geschichte Europas.

Martin Peichl ist 1983 im Waldviertel (Niederösterreich) geboren, studierte Germanistik und Anglistik an der Universität Wien. Er erhielt mehrere Literaturstipendien und -preise. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer für Deutsch, Englisch und wissenschaftliches Schreiben in Wien veranstaltet er eine Lesereihe, schreibt Gedichte auf Bierdeckel und veröffentlichte 2019 seinen ersten Roman „Wie man Dinge repariert“.

Brückenschlag zum Kultursommer-Motto

Die Preisverleihung findet in Zusammenarbeit mit dem Dürkheimer Kunstverein statt. In seiner Begrüßung ging Bürgermeister Christoph Glogger (SPD) auf die Bedeutung der Sprache ein, einmal anders auf die Welt zu schauen. Kunstvereinsvorsitzender Karlheinz Brust bezeichnete die Arbeit des Preisträgers als Brückenschlag zum diesjährigen Motto „Heimat(en)“ des Kultursommers Rheinland-Pfalz.

Die Jury, zu der die Schriftstellerin Sudabeh Mohafez und die Autoren Martin Gülich und Markus Orths gehören, lobte „den sprachlich und inhaltlich wunderbaren Text, der bekannte Motive überraschend miteinander verknüpft, auf wenigen Seiten die existenziellen Nöte zweier Menschen unserer Zeit sichtbar und fühlbar macht“.

Musikalisch begleitete die russische Jazzpianistin Regina Litvinova den Vormittag am Synthesizer. Sie setzte mit ihrer Bearbeitung von „Mikrokosmos“ von Belá Bartók den effektvollen Schlusspunkt der Preisverleihung.

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