Bad Dürkheim
Bad Dürkheim: Lautstarker Protest fürs Klima
Zum dritten Mal sind am Freitag Menschen für mehr Klimaschutz in Dürkheim auf die Straße gegangen. „Young and Old for Future“ mobilisierte mehr Menschen als bei den ersten beiden Kundgebungen. Und es ging lauter zu.
Während die Nachrichtenagenturen am Freitag um die Mittagszeit den „Durchbruch bei den Klimaverhandlungen“ der Koalitionsspitzen von CDU und SPD meldeten, waren Hunderte vor allem junge Leute auf dem Weg zum Dürkheimer Römerplatz. Die Polizei bezifferte die Teilnehmerzahl der Demonstration für mehr Klimaschutz, zu der das Bündnis „Young and Old for Future“ aufgerufen hatte, auf 250 bis 300, Gerald Butz, einer der Organisatoren, sprach von über 400 Menschen. In jedem Fall waren es deutlich mehr als bei den beiden bisherigen Demonstrationen in der Kurstadt. Was auch daran lag, dass sich Schüler nicht nur aus Dürkheim, sondern auch aus Grünstadt, Maxdorf, Wachenheim und Deidesheim der Kundgebung angeschlossen haben. „Wir haben uns aus allen Ecken Energie geholt“, sagte Christian Blaul vom Klimakomitee des Werner-Heisenberg-Gymnasiums (WHG).
„Energie aus allen Ecken“
Auffällig, dass auch einige jüngere Schüler mitdemonstrierten – und dass es deutlich lebhafter zuging als bislang. „Die Demo sollte ein Ansporn für die Jüngeren zum Mitmachen sein. Deswegen waren die Reden kurz gehalten. Auf der Podiumsdiskussion am Samstag wollen wir dann stärker inhaltlich diskutieren“, erklärte Eva Blanz von der Schülervertretung des WHG. Die Demonstranten, unter denen Menschen aller Generationen vertreten waren, skandierten die bekannten Rufe der Fridays-for-Future-Bewegung wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“. Auf Plakaten forderten sie unter anderem die Einführung einer CO2-Steuer.
Fehlstunden im Zeugnis
„Wir fordern die Politik auf, endlich zu handeln. Warum für eine Zukunft lernen, die so vielleicht nicht mehr existiert?“, fragte eine der Organisatorinnen, WHG-Schülersprecherin Emmi Francke. Die WHG-Schulleitung hatte deutlich gemacht, dass für das Fernbleiben vom Unterricht Fehlstunden ins Zeugnis eingetragen werden. „Die nehme ich gerne in Kauf“, sagte Francke. Unterstützt werden die jungen Leute in Dürkheim von einer Gruppe um Gerald Butz. Die Redner am Römerplatz stammten aus der älteren Generation. „Ihr habt die Aufgabe, auf die Füße zu treten, ihr habt die Aufgabe, wehzutun. Lasst euch nicht weichkochen“, rief Hartwig Bolz den Demonstranten zu. Heinz Schlapkohl vom BUND forderte ein Eintreten für eine umweltverträgliche Landwirtschaft.
Glocken läuten um 5 vor 12
Zur Unterstützung der Demonstranten hatten um 5 vor 12 die Glocken von Schloss-, Burg- und der Seebacher Klosterkirche für fünf Minuten geläutet. Mehr für den Klimaschutz zu tun sei der „genuine Auftrag der Kirchen zur Bewahrung der Schöpfung“, begründete Pfarrer Frank Biebinger den Beschluss des Presbyteriums.
Termin
Öffentliche Podiumsdiskussion zum Klimaschutz mit den Abgeordneten Isabel Mackensen und Johannes Steiniger am Samstag, 15 Uhr, in der Aula des Werner-Heisenberg-Gymnasiums.