Bad Dürkheim Bad Dürkheim/Grünstadt: Baugenehmigung der neuen B 271 wird 2018 geprüft
Im kommenden Jahr soll das Planfeststellungsverfahren für den Bau der neuen B 271 nach Grünstadt im Südabschnitt vom Dürkheimer Bruch bis nördlich von Kallstadt eingeleitet werden. Dieses „Ziel“ nannte der leitende Planer Martin Schafft vom Landesbetrieb (LBM) in Worms im städtischen Bauausschuss. Für das knapp fünf Kilometer lange Teilstück sind Gesamtkosten von 27 Millionen Euro kalkuliert, davon fast sechs Millionen Euro für eine Grundwasserwanne im Bruch.
Die Trassenplanung des Landesbetriebs Mobilität liegt seit knapp einem Jahr (November 2016) dem Bundesverkehrsministerium zur endgültigen Prüfung vor. Sie sei in einzelnen Punkten noch leicht anzupassen und zu begründen, sagte Schafft im Rathaus.
Vollsperrung vor Grünstadt
Zur zeitlichen Dimension der Umsetzung mochte Schafft mit Verweis auf die in Bau befindliche Westumgehung bei Kirchheim keine Prognose stellen: Dort hatte sich das Planfeststellungsverfahren aufgrund von Einsprüchen und Planungsänderungen von 2003 bis 2009 erstreckt, im Januar 2010 lag nach Abweisung einer Klage durch das Oberverwaltungsgericht Koblenz dann Baurecht vor. Doch dauerte es weitere fünf Jahre, ehe die Finanzierung bewilligt war und im August 2015 der erste Spatenstich erfolgte. Jetzt während der Herbstferien wird es vor Grünstadt eine Vollsperrung geben, um die neue Trasse an den Knotenpunkt an der Autobahn anzubinden.
Umgehung soll Ortsdurchfahrten bis zu 80 Prozent entlasten
Laut einer aktualisierten Verkehrszählung aus dem vergangenen Jahr werden für 2020 etwa 17.600 Fahrzeuge am Tag auf der B 271 in Höhe DÜW-Ungstein hochgerechnet, in Kallstadt werden es 18.500 sein, südlich von Herxheim noch knapp 10.900. Der Anteil des Schwerlastverkehrs liegt dabei zwischen rund fünf und 6,4 Prozent (vor Herxheim). Den Entlastungsgrad für die Ortsdurchfahrten durch die Umgehungsstraße siedelt der LBM nach Angaben des Planungschefs bei 70 bis 80 Prozent an. Bis 2030 geht man von einer nur geringen Steigerung des Verkehrsaufkommens aus. Aus dem Bauausschuss erkundigte sich Reinhard Stölzel (CDU) nach der Möglichkeit, Ortsdurchfahrten wie Ungstein vorab schon schöner zu gestalten. Dazu würden Gespräche geführt, meinte Baudezernent Gerd Ester (CDU). „Wir wollen in die Dorfsanierung in Ungstein einsteigen. Dann reden wir auch über Kirch- und Weinstraße“, so Ester. Keine Chance sieht Martin Schafft für Stölzels Überlegung, die kreuzungsfreien Anschlüsse mit „Ohren“ und entsprechenden Aufschüttungen durch Kreisel zu ersetzen, um die Angst der Winzerschaft vor Froststau zu mindern. Der Planer verwies auf verbindliche Richtlinien des Bundes, Kreisverkehre für Straßen mit einer solchen Verkehrsbedeutung auszuschließen. „Das würde definitiv nicht genehmigt“, sagte Schafft. Bürgermeister Christoph Glogger (SPD) erinnerte daran, dass die Stadt vor Jahren bereits die Wanne im Bruch durchgesetzt habe, um die Gefahr eines Frostsees bei einer Überführung der Bahnstrecke zu bannen. Wenigstens dort würden Dämme dadurch vermieden.
Klimagutachten im Internet einsehbar
Das eigens beauftragte Klimagutachten werde bei der Planfeststellung ausgelegt, gab Schafft auf Nachfrage von Markus Wolf (CDU) bekannt. Es sei sowohl bei den Verwaltungen als auch im Internet einsehbar. „Das Gutachten hat bereits gute Erkenntnisse gebracht“, meinte Schafft. So erhielten die Brücken größere Öffnungen, um Kaltluft besser abfließen zu lassen, und die Bepflanzung von Dämmen sei aus dem gleichen Grund „mal lückiger, mal dichter“. Dennoch gab sich Joachim Berger (SPD) keinen Illusionen hin: Klagen gegen die Trassenführung im Südabschnitt „zeichnen sich ja schon ab ...“