Bad Dürkheim Bad Dürkheim: Die Kriminalstatistik der Polizei kommt ohne Tötungsdelikt aus

Die Gesamtanzahl der Straftaten ist in Bad Dürkheim trotz steigender Bevölkerungszahlen weiter leicht rückläufig.
Vorneweg: Die herausragendsten Fälle des vergangenen Jahres sind für die Dürkheimer Polizei der Brand des Wachenheimer Einfamilienhauses am 18. Mai und der Tod des 29-Jährigen Mannes, der am Wasserrad an der Saline am 12. September durch eigenes Verschulden zu Tode kam. Beide Fälle wurden relativ rasch aufgeklärt (wir berichteten). Immer mehr zur Routine wird für die Beamten dagegen das Eingreifen bei innerfamiliären Konflikten. Allein 59 Körperverletzungsdelikte hielt die Polizei im vergangenen Jahr unter Partnern fest, zweimal wurden die Beamten wegen sexueller Nötigung verständigt. „Nur“ 45 Straftaten im Jahr 2015 stehen aktuell 86 im Jahr 2016 gegenüber. Die Fallzahlen haben sich fast verdoppelt. In solchen Situationen verfügte die Polizei vielfach Aufenthalts-, Kontakt- und Näherungsverbote. Dienststellenleiter Wolfgang Herber verweist in diesem Zusammenhang auf das „High-Risk-Projekt“, nach dem jeder Fall gemeinsam mit Jugendamt, Staatsanwaltschaft und Interventionsstelle/Frauenhaus bewertet wird, um eine Unterbrechung des Gewaltzirkels zu erreichen. „Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht“, sagt Herber. Ein Mehr an Fällen verzeichnet die Polizei auch bei den Sexualdelikten. 21 Straftaten (2015:16) wurden erfasst, davon 14 in Bad Dürkheim. Dreimal wurde sexueller Missbrauch von Kindern angezeigt, in einem Fall handelte es sich um das „Einwirken auf Kinder mit Schriften und pornografischen Abbildungen“. Deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen auch die Werte bei den Rohheitsdelikten. Dazu gehört als größter Posten die Körperverletzung, aber auch Raub. 434 Delikte dieser Art gab es vergangenes Jahr, 347 im Jahr davor. Diese Zahlen wurden in den vergangenen Jahren oft mit der rauen Zeit des Wurstmarktes erklärt. Dieser muss im abgelaufenen Jahr aber nur für insgesamt 73 (2015:53) Straftaten in Sachen Körperverletzung herhalten. Von 330 Körperverletzungen insgesamt waren 253 Fälle leichte Verletzungen. 20 Raubstraftaten registrierten die Beamten. Den oft gefürchteten und vielzitierten Handtaschenraub gab es im ganzen Jahr nur ein einziges Mal. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang die Aufklärungsquote, die bei 87,1 Prozent liegt. Einen deutlichen Rückgang verzeichnet die Polizei bei den „einfachen Diebstählen“. Gemeldete Ladendiebstähle gab es im Durchschnitt eines Jahres nur einen pro Woche. Herber gibt zu: „In diesem Bereich kommt es stark auf die Überwachungstätigkeit und die Tatgelegenheit im Einzelhandel an.“ Konjunktur hat im Bereich des „schweren Diebstahls“ der Fahrradklau. 84 Mal wurden Drahtesel gestohlen, oft an den Bahnhaltepunkten und statistisch am häufigsten in Wachenheim (allein zehn Fälle). Eine ganze Serie von Autoaufbrüchen gab es in der Nacht auf den 17. März. In sechs Fällen entwendeten die Unbekannten aus einem BMW Lenkrad und fest eingebaute Navigationsgeräte. Die Aufklärung falle in solchen Fällen schwer. Es handle sich vielfach um Banden, die in Ortsrandlagen mit schneller Verbindung zur Autobahn zuschlagen. Ein bundesweites Phänomen, das bei uns nur in Freinsheim auftauchte. Ebenfalls ein überregionales Problem ist die Zunahme von Wohnungseinbrüchen. 2016 waren es „nur“ noch 89, nachdem es zuvor 112 im Jahr 2015 gewesen waren. Eine Trendwende? Schwer zusagen. Fest steht, dass die Hälfte der Einbruchsversuche scheitert. Viele Eigentümer setzen inzwischen auf verbesserte Sicherheitstechnik. Herber sagt: „Das alles bringt nichts, wenn im Garten die Leiter steht und der Täter über ein offenes Fenster im zweiten Stock einsteigen kann.“ Gesellschaftlich viel diskutiert ist die Frage, ob es mehr Kriminalität durch Zuwanderer gibt? Für unsere Region lässt sich das nicht fundiert belegen. Von 2343 Straftaten gingen 71 auf das Konto von 630 Zuwanderern. Damit sind sie im Bezug auf die Gesamteinwohner überrepräsentiert. Zu diesen Taten gehört oft etwa das Fahren ohne Zugticket, weil der Ticketautomat nicht verstanden wurde. Oder der Verstoß gegen das Ausländerrecht. Und dagegen können Deutsche nicht verstoßen ...