Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Ausstellung „Jeder Mensch ist ein Künstler“

Mit „Die Farben der Welt“ zeigt Anneliese Ruff eine farbstarke Weltkarte.
Mit »Die Farben der Welt« zeigt Anneliese Ruff eine farbstarke Weltkarte.

Kunst von Menschen mit einer anderen Sichtweise: Dieses Ziel verfolgen die Kreativen der Kunstschule atelierblau der Lebenshilfe Worms. Auf Einladung des Kulturvereins Wachenheim sind ihre Arbeiten unter dem Titel „Jeder Mensch ist ein Künstler“ ab Sonntag, 31. Oktober, in der Ludwigskapelle in Wachenheim zu sehen.

Mit „Jeder Mensch ist ein Künstler“ wählten die Kunstschaffenden den wohl berühmtesten Satz von Joseph Beuys als Motto für ihre Ausstellung, die vom künstlerischen Leiter Horst Rettig kuratiert wird. Zehn Menschen mit Behinderung verdeutlichen ihre sozialkritischen Aussagen zu aktuellen Themen. Sie kommen auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck.

Die Installation von Jolanda Hahn zeigt einen in Plastikfolie eingehüllten Säugling, der auf die Ermordung von Mädchen nach der Geburt hinweist, wie sie in einigen Ländern heute noch üblich ist. Im Gedächtnis vieler Menschen haften geblieben ist ein Pressefoto, das während des Vietnamkriegs 1972 um die Welt ging. Es zeigt ein neunjähriges Mädchen, das bei einem Napalmangriff schwere Verbrennungen erlitt und nackt aus dem Ort fliehen musste. Dietmar Grafe hat das Mädchen Kim Phuc schonungslos allein vor einem einfarbigen Hintergrund porträtiert und verdeutlicht so die ganze Grausamkeit dieses Angriffs.

Weltkarte mit außergewöhnlicher Farbkomposition

Die Verschiedenheit der Menschen hat Dany Scholz in seinem Bild „Menschheit I“ dargestellt. Die einzelnen Figuren sind auf einem Band vereint. Im Vordergrund zieht ein Paar die Blicke auf sich. Alle im Bild dargestellten Menschen tragen die gleiche schmucklose Kleidung. Versteckt zwischen ihnen sind wenige Häuser zu erkennen.

„Die Farben der Welt“ hat Anneliese Ruff in ein farbstarkes Bild umgesetzt. Ihre Weltkarte zeigt ihr außergewöhnliches Gefühl für die Komposition von Farben. Bei genauem Hinsehen erkennt man darin strukturierende geometrische Formen und Gebilde.

1000 Papierrosen als Symbol

Besonderen Eindruck hinterlässt auch die Arbeit von Ute Becher. Eine Stahlkiste, die aus Militärbeständen zu stammen scheint, ist gefüllt mit 1000 gelben Papierrosen, jede einzelne von Hand gefertigt. Sie sollen an geistig behinderte und psychisch kranke Menschen erinnern, die in der Tötungsanstalt Hadamar zwischen 1941 und 1945 ermordet wurden.

Termine

Die Ausstellung „Jeder Mensch ist ein Künstler“ wird eröffnet am Sonntag, 31. Oktober, 11.15 Uhr, in der Ludwigskapelle Wachenheim. Öffnungszeiten bis 21. November sind freitags, 17 bis 19 Uhr, samstags, 15 bis 18 Uhr, sonntags und 1. November, 11 bis 18 Uhr, Finissage ist am 21. November um 17 Uhr.

„Das Mädchen Kim Phuc“ von Dietmar Grafe widmet sich einem berühmten Opfer des Vietnamkriegs.
»Das Mädchen Kim Phuc« von Dietmar Grafe widmet sich einem berühmten Opfer des Vietnamkriegs.
„Schmerzkenskind“ von Jolanda Hahn erinnert an Mädchen, die nach der Geburt ermordet werden.
»Schmerzkenskind« von Jolanda Hahn erinnert an Mädchen, die nach der Geburt ermordet werden.
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