Bad Dürkheim
Ausgezeichnete Winzer: Freude bei Weingut Bähr und den Vier Jahreszeiten
Es ist die höchste Auszeichnung der deutschen Weinwirtschaft: der Bundesehrenpreis, den das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft jährlich vergibt. Ende Oktober war es wieder Zeit – und zum zweiten Mal in Folge ging die höchste Auszeichnung nach Bad Dürkheim: Gold in der Kategorie Winzer des Jahres 2023 erhielt das Weingut Bärenhof Helmut Bähr und Sohn in Ungstein.
Alle Weine und Sekte mussten sich im Vorfeld durch Erfolge bei der amtlichen Qualitätsweinprüfung und der jeweiligen Gebietsweinprämierung für die Teilnahme an der Bundesweinprämierung qualifizieren. Der Weinmacher aus dem Bärenhof, Jürgen Bähr, war bei der feierlichen Preisverleihung in Ingelheim gar nicht dabei. Sein Vater Günter Bähr nahm die Auszeichnung entgegen. Jürgen Bähr war bei einem anderen Weinwettbewerb im Wiener Rathaus, der „Vienna AWC“ (Austria Wine Challenge) als einer der 3000 geladenen Gäste, um drei seiner Weine vorzustellen. Er kam mit einer „Trophy“ in der Kategorie Süßweine und einem dritten Platz bei den trockenen Weinen nach Hause. Bei diesem Wettbewerb werden die Betriebe, bevor sie eingeladen werden, mit Sternen bewertet. In den letzten sechs Jahren habe der Bärenhof immer die Höchstzahl von drei Sternen bekommen, erzählte Jürgen Bähr.
Trauben bleiben lange hängen
„Ich gehe mal davon aus, dass ein Weingut, das so viele Preise einheimst, nicht alles falsch macht“, sagte Jürgen Bähr. Seit 2004 hat er im Bärenhof beim Weinmachen das Sagen, Vater Günter kommt bloß zum Probieren in den Keller. Fruchtbetonte, saftige Weine mit niedrigen Säurewerten, bei denen man das ganze Aroma der Trauben im Wein riecht und schmeckt, sind für Jürgen Bähr der angestrebte Idealtyp. Dazu gehört, dass die Trauben möglichst lange im Wingert hängen bleiben und nur vollreif geerntet werden. Als sein Betrieb im vorigen Jahr erstmals einen Bundesehrenpreis bekam, habe er sich ungeheuer gefreut und sei sehr stolz gewesen, so der Ungsteiner. Der Bundesehrenpreis in diesem Jahr habe ihn eher mit Genugtuung und Zufriedenheit erfüllt, schließlich habe dieser gezeigt, dass sein Erfolg keine Eintagsfliege war. Trotzdem sage er seinen Kunden immer: Auch wenn fünf Goldmedaillen auf einer Flasche klebten, müsse einem der Wein nicht unbedingt schmecken. Letztlich komme es nur auf den eigenen Geschmack an.
Vier Jahreszeiten sorgen für Novum
Für weitere Erfolge sorgten derweil die Vier Jahreszeiten Winzer aus Bad Dürkheim. Für eines der besten Gesamtergebnisse bei den Weinen bekam die Genossenschaft den Bundesehrenpreis in Bronze. Und sorgte für eine Premiere: Zum ersten Mal wurde mit der Winzergenossenschaft Vier Jahreszeiten eine Genossenschaft mit dem Bundesehrenpreis Sekt und dem Titel „Sekterzeuger des Jahres“ vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ausgezeichnet. Die Genossenschaft erzielte mit ihren Sekten das beste Gesamtergebnis in der Bundesweinprämierung.
Die ausgezeichneten Weingüter und Winzergenossenschaften gehören zu den besten der deutschen Weinwirtschaft. Sie setzen Qualitätsmaßstäbe für die gesamte Branche, hieß es in der Laudatio. Als „Riesenerfolg“ ordnet der führende Önologe der Vier Jahreszeiten, Volker Richter, beide Bundesehrenpreise ein. Auf einen enorm trockenen Sommer 2022 folgte in unserer Region im September kräftiger Regen – keine einfachen Bedingungen für Winzer. „Dafür sind die Preise umso bemerkenswerter“, fand Richter.