Bad Dürkheim
Auf Biber-Spurensuche: Dichtes Fell und scharfe Zähne (mit Bildergalerie)
Vom Kopf bis zum Schwanz ist das größte europäische Nagetier bestens ans Wasser angepasst: Davon können sich die Kinder am Anfang des dreistündigen Rundgangs mit eigenen Augen überzeugen. Die Museumspädagoginnen Birte Schönborn und Dorothee Suray haben Anschauungsmaterial wie einen Biberpelz mitgebracht – eine Leihgabe vom Biberzentrum Rheinland-Pfalz.
Kleine Ohren, Hinterpfoten mit Schwimmhäuten, sehr dichtes Fell und ein flacher, beschuppter Schwanz – solche typischen Merkmale des Bibers lernen die jungen Teilnehmer beim Ferienprogramm kennen. Besonders bestaunen sie den Schwanz, der einem Paddel ähnelt und Kelle genannt wird. Beim Schwimmen dient er dem Biber als Steuerruder und Antrieb.
Wo ist die Burg?
Die verblüffenden Eigenschaften des Fells beeindrucken die Kinder ebenfalls: Damit Biber im kalten Wasser gut geschützt sind, haben sie einen der dichtesten Pelze im gesamten Tierreich. Birte Schönborn zeigt zudem die sogenannte Putzkralle, mit der sich die Tiere sorgsam ihr Fell durchkämmen. Auch fetten die Biber sich mit ihrem öligem Drüsensekret ein, sodass ihr Pelz wasserabweisend bleibt.
Nachdem Dorothee Suray anhand einer Grafik gezeigt hat, wie der Biber sich seine Behausung aufbaut, macht sich die Gruppe auf den Weg. Jetzt gilt es, die Augen offen zu halten und die echte Biberburg am Weiherufer zu suchen. Bald ist sie erreicht. Aber man muss schon genau hinschauen, um sie zu erkennen: Zwischen Unterholz und liegendem Geäst fallen die aufgeschichteten und benagten Stöcke nur wenig auf.
Als Besonderheit von Biberburgen erfahren die Kinder, dass ihr Eingang immer unter Wasser liegt. Oberhalb des Wasserspiegels befindet sich dagegen die Kammer, die der Biber in die Uferböschung gräbt. Dieser sogenannte Wohnkessel bleibt grundsätzlich trocken.
Viele Hinweise auf den Nager
Der fleißige Baumeister und Bewohner der Biberburg zeigt sich in diesen Stunden nicht. Das war zu erwarten, denn Biber sind dämmerungs- und nachtaktiv. Am Ufer des herbstlichen Isenachweihers entdecken die Kinder dafür immer wieder, was der streng geschützte Pflanzenfresser mit seinen scharfen und eisenharten Schneidezähnen so alles bewerkstelligt.
Die Spurensuche macht den Sechs- bis Zwölfjährigen sichtlich Spaß: Eifrig und aufmerksam sind sie dabei und entdecken alte wie neue Hinweise auf den Nager. Dazu gehören angefressene Gehölze, denen große Rindenteile fehlen, spitze Holzstümpfe mit Bissspuren, geschälte Aststücke und umgeknickte oder ganz gefällte Bäume. Von den dünnen, abgenagten Robinien am Wegrand darf sich jedes Kind ein Stück absägen und mit nach Hause nehmen.
Reiner Pflanzenfresser
Auch Ruhe- und Fraßplätze gibt es am Ufer: Stellenweise liegen im flachen Wasser angesammelte Zweige und Äste. Der Biber bringt sie an Vorratsplätze, um dort die Rinde abzunagen. „Das Holz frisst er nicht, sondern nur die Baumrinde. Sie ist im Winter ein großer Teil seiner Nahrung“, sagt Birte Schönborn. Ihre Kollegin Dorothee Suray beantwortet die Frage nach sommerlicher Nahrung: „Er frisst Brennnesseln, Giersch, Mädesüß und sehr viele andere Pflanzen. Das kann auch Mais sein, wenn Felder nahe an seinem Revier liegen.“
Natürlich ist beim Rundgang auch das Anlegen von Dämmen ein Thema. Am Isenachweiher hat der Biber allerdings keinen Damm gebaut, weil er das im konstant gestauten Wasser nicht nötig hat. Wäre er tätig geworden, würde sich das Isenachtal hier deutlich verändern. Mit großem Interesse haben die Kinder auch erfahren, wie stark diese beeindruckenden Tiere eine Landschaft umgestalten können.