Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Arbeiten an B271: Leben mit dem Nadelöhr

Nach Neustadt geht es nur durch Wachenheim. Seitdem die Umleitung installiert wurde, stauen sich in der Ortsdurchfahrt nun regel
Nach Neustadt geht es nur durch Wachenheim. Seitdem die Umleitung installiert wurde, stauen sich in der Ortsdurchfahrt nun regelmäßig die Autos.

Eine Straße ist gesperrt, die andere nur halbseitig befahrbar: Wer derzeit nach oder durch Wachenheim mit dem Auto fahren möchte, der muss Zeit mitbringen. Seit der Landesbetrieb Mobilität (LBM) eine neue Zufahrt zur B271 baut, staut sich in Stoßzeiten der Verkehr. Lässt sich die Situation verbessern?

Von Bad Dürkheim nach Neustadt geht es derzeit nur durch Wachenheim. Wegen der Bauarbeiten kennt die B271 derzeit lediglich eine Richtung: Norden. Erst an der Anschlussstelle Deidesheim können Autofahrer wieder auf die Umgehungsstraße fahren. Gleichzeitig ist die Straße zwischen Friedelsheim und Wachenheim nur noch auf einer Spur frei.

Ende vergangener Woche hat der Landesbetrieb die Umleitung eingerichtet. Und auch wenn vorher auf diese hingewiesen wurde, etwa in der RHEINPFALZ, waren nach Beobachtung von Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) längst noch nicht alle Verkehrsteilnehmer auf die neue Situation eingestellt.

„Es wird etwas besser, gut wird es nicht“, sagte Bechtel am Wochenanfang. Er betonte die Wichtigkeit der B271. „Wir sehen jetzt, was es heißt, wenn die Umgehungsstraße gesperrt ist.“ Er beobachtet die Probleme hauptsächlich zu Stoßzeiten und am Wochenende, wenn der Ausflugsverkehr rollt.

LBM gegen Änderung der Ampelschaltung

Auch wenn die Situation sicher nicht angenehm werde, an manchen Stellen lässt sie sich aus seiner Sicht verbessern. So hat er beim Landesbetrieb Mobilität angeregt, die Ampelschaltung im Ort so zu verändern, dass der Verkehr aus Bad Dürkheim bevorzugt wird. Die Autos Richtung Neustadt verursachten einen Rückstau, und der sei das Hauptproblem.

Der Landesbetrieb teilt auf Nachfrage allerdings mit, die Ampel nicht umstellen zu wollen. Eine andere Schaltung ginge demnach zu Lasten der Fußgänger. Das sei aus Sicherheitsgründen nicht zu befürworten. Eine Umstellung führt aus Sicht des LBM außerdem „nur zu einer geringfügigen Verbesserung, da die Ortsdurchfahrt mit ihren Zwangspunkten, nicht nur der Lichtsignalanlage, das hohe Verkehrsaufkommen nicht bewältigen kann“. Wegen „eingeschränkten Personalkapazitäten der Signalbaufirma“ sei eine Umstellung ohnehin nur längerfristig möglich. Als Zweites hatte Bechtel angeregt, manche Autofahrer bereits früher auf die Autobahn zu leiten. Wer beispielsweise über Bad Dürkheim nach Haßloch wolle, könnte schon dort auf die A650 geleitet werden. „Das wäre zielführender“, so Bechtel. Der LBM verweist hier auf den Bau des Feuerberg-Kreisels und die bevorstehende Fahrbahnsanierung der B271 bei Bad Dürkheim. „Um den Verkehrsteilnehmer nicht zu sehr zu verwirren, möchten wir von einer weiteren Beschilderung absehen“, teilte der Landesbetrieb mit. „Die überwiegend ortskundigen Fahrer müssen sich erst an die neue Situation ,gewöhnen’. Nach ein bis zwei Wochen tritt dann meist eine Beruhigung der Verkehrssituation ein“, so die LBM-Prognose.

Überprüft werde die Beschilderung am Wachenheimer Kreisel, „ebenso prüfen wir, ob zusätzliche Plantafeln, die frühzeitig auf die Sperrung hinweisen, aufgestellt werden können“.

Einige Dinge kann die Stadt aber auch selbst tun. So hätten sich am Freitag einige Autofahrer in Wohngebiete verirrt. Seit Montagmorgen steht ein Schild bei der Kreiseleinfahrt in das Baugebiet „Auf der Höhe“, um Irrfahrten zu verhindern.

Autofahrer auf Schülerradweg unterwegs

Ein weiteres Problem seien Autofahrer, die Wirtschaftswege nutzen. Am Freitag registrierte das Wachenheimer Ordnungsamt laut Bechtel in der Mittagszeit 81 Autos, am Samstagnachmittag innerhalb einer Stunde 32 Fahrzeuge, die über den Römerweg auf den Schülerradweg gefahren sind. Der Mitarbeiter des Ordnungsamtes hat laut Bechtel den Verkehr beobachtet. Da es sich um fließenden Verkehr handelte, hat er nur eine Bestandsaufnahme gemacht. Die Polizei Bad Dürkheim hat zugesagt, die Baustellenumfahrungen verstärkt zu kontrollieren. Eine erste Kontrolle fand nun am Dienstag statt. Zwischen 15 und 16 Uhr stellten die Polizisten fünf Fahrzeuge fest, drei davon waren berechtigt auf dem Feldweg unterwegs. Die Bürger hätten die Kontrollen aber „mit großer Freude aufgenommen“, so die Polizei.

Neue Anbindung soll bis Juni fertig sein

Bis Juni will der Landesbetrieb nach eigenen Angaben mit der neuen Anbindung fertig sein. „Der Bauablauf wird bis dahin noch andere Umleitungen erfordern, auch eine Vollsperrung der B271 gegen Ende der Arbeiten zum Aufbringen der neuen Deckschicht“, teilt der LBM mit. Einen Zeitplan nennt er nicht: „Über jede Änderung der Umleitung und Verkehrssicherung wird gesondert informiert.“

„Wir hoffen, dass die Baustelle zügig fertiggestellt wird“, sagte Bechtel. Er freue sich aber, dass der Landesbetrieb in Wachenheim und in Ellerstadt mit dem Kreiselbau in die Verbandsgemeinde investiere.

Die Arbeiten an der neuen Zufahrt zur B271 liegen laut Landesbetrieb Mobilität im Zeitplan.
Die Arbeiten an der neuen Zufahrt zur B271 liegen laut Landesbetrieb Mobilität im Zeitplan.
x