Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Anzahl betrügerischer Textnachrichten nimmt zu

Wer eine solche SMS erhält, sollte auf keinen Fall den enthaltenen Link anklicken.
Wer eine solche SMS erhält, sollte auf keinen Fall den enthaltenen Link anklicken.

Auch in Bad Dürkheim und den Verbandsgemeinden Freinsheim und Wachenheim hat die Anzahl der Betrugsversuche über das sogenannte Smishing in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Was die Polizei rät.

Beim „Smishing“ – eine Wortschöpfung aus den Begriffen SMS (Kurznachrichten) und Phishing (Diebstahl von Zugangsdaten über gefälschte Nachrichten oder E-Mails) – erhalten Smartphone- oder Handynutzer SMS-Nachrichten, die zum Klicken eines Links auffordern.

Die Täter geben etwa vor, dass die Empfänger der SMS bald ein Paket erhalten oder eine Sendung zurück an die Absenderin beziehungsweise den Absender gehen soll. In den Textnachrichten befindet sich ein Link, der direkt zu Schadsoftware oder zu Phishing-Seiten führt, auf denen die Nutzer dann sensible Informationen preisgeben sollen. Im April seien bis Donnerstag vergangener Woche 19 Fälle solcher Betrugsversuche bei der Dürkheimer Polizei angezeigt worden, berichtet der stellvertretende Inspektionsleiter Daniel Mischon – Tendenz steigend. „Die Dunkelziffer dürfte aber sehr hoch sein, weil viele Leute die SMS einfach löschen“, sagt Mischon. Grundsätzlich sei das auch richtig – allerdings sei es für die Polizei wichtig, dass solche Versuche zur Anzeige gebracht werden. Als Beleg genüge ein Bildschirmfoto, auf dem die Telefonnummer des Absenders sowie der mitgeschickte Link erkennbar seien. Die Anzeige könne auch online oder per E-Mail erstattet werden, sagt Mischon.

Senior um 20.000 Euro erleichtert

Auf keinen Fall soll der Empfänger den Link öffnen. Sinnvoll sei auch, über den Mobilfunkanbieter eine sogenannte Drittanbietersperre aktivieren zu lassen, so Mischon. Dadurch ließen sich Kosten durch unerwünschte Dienste weitestgehend vermeiden. Den Absender der Nachricht zu sperren, bringe aus seiner Sicht dagegen nur wenig, da die Rufnummern, die für den Versand der SMS verwendet werden, immer neu generiert würden.

„Die Schadsoftware kann auf dem Smartphone viel anrichten. Betrug sind damit Tür und Tor geöffnet“, warnt Mischon. Dass Betrüger über Smartphone oder PC wichtige Daten an sich bringen und damit erheblichen Schaden anrichten können, zeigt ein aktuelles Beispiel aus dem Zuständigkeitsbereich der Dürkheimer Polizeiinspektion: Wie Mischon berichtet, sei kürzlich ein Fall bekannt geworden, bei dem ein älterer Herr auf einen Link in einer E-Mail geklickt habe. Daraufhin habe sich Schadsoftware installiert. Damit gelangten Betrüger an sensible Bankdaten. Sie nahmen Kontakt mit dem Mann auf, einer gab sich als Bankmitarbeiter aus und erschlich sich das Vertrauen des Seniors. Mehrere Abbuchungen brachten den älteren Herrn schließlich um 20.000 Euro.

Sofort Gegenmaßnahmen ergreifen

Wer versehentlich auf den Link in der SMS geklickt habe, solle schnellstmöglich die Verbindung des Smartphones zu Mobilfunknetz und Internet trennen – etwa, indem man den Flugmodus aktiviert, rät Mischon. Auch in diesem Fall sei eine Drittanbietersperre sinnvoll. Außerdem sollten Betroffene – soweit vorhanden – ein Anti-Virenprogramm aktivieren, das Schadsoftware aufspüren kann, und ihren Mobilfunkanbieter informieren. Zudem gelte es, Abbuchungen auf dem Bankkonto genau zu kontrollieren, falls man Online-Banking nutze.

Die Nachrichten verbreiteten sich über die Kontakte von Nutzern, die den Link in der SMS angeklickt haben. „Das ist wie ein Schneeballsystem. Wenn nur zwei von 100 Betroffenen den Link anklicken, haben die Betrüger ihr Ziel erreicht“, verdeutlicht Mischon.

x