Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Altglas: Anlaufprobleme im Kreis Bad Dürkheim behoben

Deckel und Schrauverschlüsse gehören in den Gelben Sack.
Deckel und Schrauverschlüsse gehören in den Gelben Sack.

„Überraschend reibungslos“ ist laut Klaus Pabst, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs, die Umstellung der Altglassammlung im Landkreis verlaufen. Übervolle Container wie zu Jahresbeginn gebe es mittlerweile nicht mehr. Nachgesteuert wird trotzdem noch.

Der Greifer des Krans hebt den Glascontainer nach oben. Er baumelt leicht, als ihn Hans-Peter Weiß mit der Fernsteuerung nach links Richtung Müllfahrzeug bewegt. Direkt über der Müllkammer für Weißglas im hinteren Teil des Fahrzeugs öffnet sich der Container zu beiden Seiten nach außen. Das Glas rutscht klirrend nach unten weg. Was im Inneren zurückbleibt, sind Fetzen von Kunststoff-Tüten, die sich um die Fallbremsen gewickelt haben. „Das kommt leider immer wieder vor“, sagt Astrid Gebauer, kommunale Vertriebsleiterin der Schifferstadter Entsorgungsfirma Jakob Becker. „Oft bringen Leute ihre Glasflaschen in einer Kunststoff-Tüte zum Container und werfen sie nach dem Leeren einfach mit rein.“ Was man eigentlich genauso unterlassen sollte wie das Entsorgen von Gläsern mitsamt Schraubverschluss oder Deckel. Denn die sind aus Kunststoff und gehören deshalb in den gelben Sack. In der anderen Kammer des Fahrzeugs wird anschließend noch das Grünglas entsorgt. Dass die beiden Kammern getrennt sind, sieht man von außen nicht. „Viele Beobachter meinen deshalb, es kommt alles zusammen“, bedauert Gebauer. Jedoch werde auch am Wertstoffhof in Grünstadt alles getrennt abgeladen.

Sammelstellen in Wachenheim reichen nicht

Weiß beseitigt mit seinem Kollegen Wolfgang Hotz noch mit Besen und Schaufel ein paar Scherben, die während der Aktion auf den Boden gefallen sind, dann geht’s weiter zur nächsten Sammelstelle. Braunglas wird in einer anderen Tour abgeholt. Davon fällt nicht so viel an.

Dass es gleich zur Anfangszeit der Altglassammlung im gesamten Kreisgebiet zu Problemen kam, weil viele Container überquollen und sich deshalb viele Flaschen davor stapelten, habe nur mit den Feiertagen und dem größeren Glasmüllaufkommen zu tun gehabt, sagt AWB-Leiter Klaus Pabst. „In der zweiten Januarwoche hatten wir das bereits im Griff“, betont auch Markus Lutz, kaufmännischer Betriebsleiter von Jakob Becker. Es habe sich jedoch gezeigt, dass die Sammelstellen in den Städten Deidesheim und Wachenheim auch bei normalem Glasaufkommen nicht ausreichten. „Hier müssen wir zweimal in der Woche leeren, sonst nur einmal“, erläutert Lutz. Auf die Dauer sei ein solcher Rhythmus nicht zu leisten. Denn eigentlich sei geplant, dass die Sammelstandorte ab April nur alle zwei Wochen angefahren werden, wenn bekannt sei, wann ein Füllstand von 80 Prozent erreicht ist. Wachenheim hat bislang nur zwei, Deidesheim drei Sammelstellen. Der AWB, so Pabst, stehe mit beiden Kommunen deswegen in Kontakt.

Er bedauert, dass es leider kreisweit nicht möglich gewesen sei, viele Sammelstellen an Supermärkten oder Discountern einzurichten – obwohl dort das Einwegglas auch in Umlauf gebracht werde. Denn die Glas- sowie die Plastiksammlung ist Sache des Dualen System Deutschland (DSD). Die Entsorgungsgebühr zahlt der Verbraucher also beim Kauf der Produkte mit.

Nur vereinzelt volle Glassäcke

Abgesehen von den Glasmengen in der ersten Januarwoche sei die Umstellung auf reine Containersammlung im Landkreis überraschend reibungslos verlaufen, findet Pabst. Die Bürger hätten sich darauf eingestellt, es habe sich schnell alles gut eingespielt. „Volle Glassäcke gab es auch nur vereinzelt zu Jahresbeginn auf den Straßen“, so seine Beobachtung. Nachgesteuert werden musste trotzdem. Pabst bezeichnet diese Maßnahmen als „Feintuning“. So habe man den Sammelpunkt Trifelsstraße in Grünstadt aufgelöst, weil es dort viele Beschwerden wegen Lärms gegeben habe. Dafür wurde der Standort Kaiserhecke aufgestockt. Der Standort am Grünstadter Amtsgericht wird umgerüstet auf neue Behälter. Diese können die doppelte Glasmenge aufnehmen und produzieren dank Fallbremsen nicht so viel Lärm.

Außerdem habe sich gezeigt, dass es nicht zielführend sei, wenn Winzer ihre alten Flaschen an den normalen Standorten entsorgten. „Wer große Mengen Altglas hat, sollte sich an Jakob Becker direkt wenden“, empfiehlt der AWB-Leiter. Betriebe können Umfüllbehälter erhalten, die jedoch kostenpflichtig sind.

Weiß- und Grünglas landen in verschiedenen Kammern des Abholfahrzeugs.
Weiß- und Grünglas landen in verschiedenen Kammern des Abholfahrzeugs.
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