BLICKPUNKT RHEINPFALZ Plus Artikel Alle wieder im Klassenzimmer

Jetzt geht der Präsenzunterricht wieder für alle los. Es wird also wieder voller in den Schulgebäuden.
Jetzt geht der Präsenzunterricht wieder für alle los. Es wird also wieder voller in den Schulgebäuden.

Am Montag kehrt mit dem Präsenzunterricht ein bisschen mehr Normalität an den Schulen ein. Lehrer stehen dann im Unterricht nicht mehr nur vor Teilen der Schüler, sondern vor ihren ganzen Klassen. Die Lehrer freuen sich vorbehaltlos darauf, das ergab eine Umfrage an Schulen der Region.

Den letzten Präsenzunterricht gab es im ersten Schulhalbjahr bis Dezember vorigen Jahres, im Januar mussten die Schüler des Werner-Heisenberg-Gymnasiums ganz zu Hause bleiben, an der Schule wurde Abitur geschrieben. Dann folgte der Wechselunterricht – die Lehrer unterrichteten immer nur Klassenhälften. So rekapituliert Schuldirektor Armin Rebholz das im Juli zu Ende gehende Schuljahr 2020/21. „Ich freue mich, die Kinder wieder in der Schule zu haben, das kann ich auch von den Kollegen sagen“, betont er. Bedenken bei Lehrern oder Eltern gegen die Öffnung seien ihm nicht zu Ohren gekommen, „nicht bei den Inzidenzzahlen.“

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

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Den letzten Fall eines infizierten Schülers hatte es am WHG vor den Osterferien gegeben, die Infektion kam von außerhalb der Schule. Das schulinterne Hygienekonzept hat laut Rebholz bisher „voll funktioniert“, es gab keine Ansteckungen innerhalb der Schule. Auch ab Montag heißt es wieder: Masken tragen im Unterricht und auf dem Schulhof, Hände desinfizieren und achtsam sein. Einige WHG-Lehrer sind komplett geimpft, die meisten stehen vor ihrem zweiten Impftermin.

Schüler der Eingangsklassen kennen sich kaum

„Wir sind alle ganz heiß darauf, dass nach Schließung und Wechselunterricht der Regelunterricht wieder beginnt“, sagt der Schulleiter der IGS Deidesheim/Wachenheim, Georg Dumont. „Nach zwölf Wochen Schließung und folgendem Wechselunterricht kennen sich die Kinder der Eingangsklassen so gut wie gar nicht, sie hatten ja keine Gelegenheit, sich zu begegnen“, verdeutlicht der Lehrer.

Es gab fünf infizierte Schüler an der IGS, der letzte Fall liegt ein Vierteljahr zurück. „Interessant“ findet Dumont in diesem Zusammenhang, dass keine einzige Ansteckung innerhalb der Schule erfolgt ist. Für den Schulleiter ein Zeichen, dass das Hygienekonzept, an dem auch weiter festgehalten wird, funktioniert. Bedenken gegen die Schulöffnungen sind ihm keine bekannt, weder von Eltern noch von Lehrern. Im übrigen glaubt Dumont, dass es „die leichtere Übung ist“, eventuell versäumten Lernstoff nachzuholen. „Das kriegen wir hin, die Probleme liegen eher bei den brach liegenden sozialen Kontakten.“ Die IGS-Lehrerschaft ist laut Dumont mit der Erst-Impfung nahezu durch.

Manche Kinder bevorzugen Wechselunterricht

„Ja, es ist schön, dass alle Kinder wieder das volle Angebot des Präsenzunterrichts nutzen können“, schreibt die Schulleiterin der von Carlowitz-Realschule plus in Weisenheim am Berg in ihrer E-Mail. Nach langer Zeit der Distanz sehe man im Präsenzunterricht neben dem fachlichen Lernen auch die Vorgaben von festen Strukturen und die Möglichkeit des für die Entwicklung der Kinder so wichtigen sozialen Miteinanders. Bedenken wegen der Öffnung sind von keiner Seite an die Schulleitung herangetragen worden. Ein Großteil des Kollegiums hat die Erstimpfung hinter sich, die Zweitimpfungen starten gerade. An der Realschule plus gab es insgesamt fünf infizierte Schüler, Lehrkräfte waren keine betroffen.

„Ich denke, der Präsenzunterricht ergibt bei den niedrigen Inzidenzen wieder Sinn“, meint Konrektorin Petra Tischbein von der Grundschule Ellerstadt/Friedelsheim/Gönnheim. Er ermögliche den Kindern nach Monaten des Wechselunterrichts wenigstens einen gemeinsamen Abschluss. Neu ist die seit Kurzem geltende Vorgabe, dass für Grundschüler die Maskenpflicht auf dem Pausenhof entfällt. Die Meinung der Grundschüler zum Wechselunterricht war laut Tischbein geteilt. Während die einen lieber mit allen Klassenkameraden in der Schule gewesen wären, gefiel einem anderen Teil die Muße und Ruhe in den kleinen Lerngruppen. Für die Lehrer bedeute es eine Umstellung, wieder vor großen Klassen zu stehen, sagt die Konrektorin. Die meisten Kollegen an den beiden Standorten seien vollständig geimpft, bestätigt Tischbein.

Soziales Miteinander wieder üben

Auch an der Hermann-Sinsheimer-Grundschule in Freinsheim ist man „froh, wieder alle Kinder in der Schule zu haben“, bestätigt Schulleiterin Stefanie Scholz. Das Konzept mit drei Schuleingängen, getrennten Pausen, Abstandsgebot und Hygieneregeln einhalten, habe sich bislang bewährt. „Wir haben eineinhalb Jahre Corona gelebt, das ist alles fest verankert“, bringt es Scholz auf den Punkt. AH-Regeln und Sorgsamkeit stünden immer noch „ganz oben“, damit Familien mit Risikopersonen ihre Kinder vertrauensvoll in die Schule gehen lassen könnten.

Nicht alle Eltern oder Großeltern seien geimpft. Die Lehrer, die ein Impfangebot hatten, sind es. Scholz begrüßt es, dass der Präsenzunterricht sechs Wochen vor Ferienbeginn wieder möglich ist – wegen des sozialen Miteinanders. Denn die Kinder haben monatelang nicht ihre ganze Klasse gesehen.

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