Bad Dürkheim Aktiv für Artenvielfalt

Die Helfer pflegen auch einen Blühstreifen an der Weinstraße.
Die Helfer pflegen auch einen Blühstreifen an der Weinstraße.

Unter dem Motto „Rettet die Bienen – Blühende Region“ hat sich in Wachenheim eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe formiert. Die Mitglieder betreuen Blühflächen sowie Behausungen für Insekten – und hoffen auf Nachahmer in anderen Gemeinden.

Vor rund einem Jahr schlossen sich mehrere Wachenheimer Bürger zusammen, um etwas gegen das Artensterben zu unternehmen. Treibende Kraft bei der Gründung der Arbeitsgruppe war Gerlinde Sterzinger: „Wir wollen das Nahrungsangebot für Insekten vergrößern. Denn durch Straßen- und Wohnungsbau, aber auch durch den Steinbelag in vielen Gärten geht immer mehr natürlicher Lebensraum verloren.“ Die derzeit 15 Aktiven übernehmen die Gestaltung und Pflege mehrerer Grünflächen im Stadtgebiet. Da wird in Rabatten die Erde gelockert, es wird gejätet und bei Bedarf nachgepflanzt. Weil bestäubende Insekten auf heimische Blühstauden angewiesen sind, zielt die Gruppe bei der Auswahl bewusst auf Pflanzen mit einem guten Pollen- und Nektarangebot. Die Kosten für das Pflanzmaterial trägt die Stadt. Indem der städtische Bauhof die Flächen vorbereitet, leistet er wertvolle Unterstützung. Inzwischen betreut die Arbeitsgruppe etliche Flächen, beispielsweise an der Wald- und Burgstraße, auf dem Rathausplatz oder an der Weinstraße zwischen Ampelkreuzung und Kreisel. Mancherorts kommen Anwohner spontan hinzu und helfen beim Gießen. Doch die Aktiven erleben auch Unerfreuliches: „Leider müssen wir oft achtlos weggeworfenen Müll aufsammeln, auch liegen viele Kippen auf den Flächen herum“, stellt Gerlinde Sterzinger fest. Nicht allein durch geeignete Bepflanzung fördert die Arbeitsgruppe heimische Insekten. Sie fertigt auch Insektenhotels an, um sie an ausgewählten Plätzen zu installieren. Mit Hilfe von Mitgliedern des örtlichen Pfälzerwald-Vereins wurden in und um Wachenheim bislang fünf solche Einrichtungen aufgestellt. Die Bedachungen aus Schiefer, Biberschwanz, Kupfer oder Zink spendete die Dürkheimer Dachdeckerei Walther. Wer an einem dieser Insektenhotels vorbei kommt, kann jetzt im Frühling beobachten, wie gut die Lochhölzer und hohlen Stängel von geflügelten Besuchern angenommen werden. Wichtige Bestäuber wie Wildbienen und Schwebfliegen finden hier Unterschlupf und Nistmöglichkeiten. Der Erfolg der Arbeitsgruppe ist vielversprechend. Sollten sich weitere Mitstreiter finden, soll zusätzlich eine Samstagsgruppe für Berufstätige entstehen.

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