Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Aktionsbündnis ruft zur Demonstration auf

Wurstmarktplatz
Wurstmarktplatz

Parallel zu einer Demonstration von „Miteinander reden“, einer Gruppe, die Impfungen und Corona-Maßnahmen kritisiert, plant das Aktionsbündnis für Vielfalt und Toleranz eine Demonstration auf dem Wurstmarktplatz. Am Montag, 22. November, 17.30 Uhr, will das Bündnis „ein Zeichen setzen“. Das Motto: „Bad Dürkheim braucht keine Querdenker.“

„Es geht nicht um Spaltung“, sagt Versammlungsleiterin Regina Zienczyk. Jeder Mensch habe hierzulande das Recht, sich impfen zu lassen, oder es eben nicht zu tun. „Das muss jeder selbst entscheiden, es geht nicht um Verurteilung.“ Allerdings nutzen nach ihrer Ansicht Auswärtige Bad Dürkheim als Plattform, „auch antidemokratische Töne zuzulassen“. „Wir müssen zusammenhalten, damit wir unseren Wurstmarktplatz wieder für den Wurstmarkt nutzen können“, sagt Zienczyk. Die Verharmlosung des Coronavirus sei angesichts der aktuellen Zahlen „obszön“. Sie sei dagegen, das Thema politisch zu instrumentalisieren.

Auslöser für die zweite Gegendemo – eine erste fand im September statt – sind laut Zienczyk die aktuell hohen Inzidenzen. Bürger, Vereinsvertreter und Demokratievertreter seien eingeladen, über ihre Erfahrungen mit dem Coronavirus zu sprechen, eine feste Rednerliste werde übers Wochenende erstellt. „Seien Sie dabei, setzen Sie mit uns ein Zeichen für einen vernünftigen und fürsorglichen Umgang mit der Pandemie“, heißt es in einem Aufruf des Bündnisses.

„Wir haben uns entschieden, selbst zu reden, wir wollen uns nicht auf eine Bühne mit Verschwörungstheoretikern und Rechtsradikalen stellen“, begründet Monika Maleri vom Aktionsbündnis, warum sich das Bündnis nicht auf die „Offene Bühne“ der „Miteinander reden“-Leute stellen wolle. Sie betonte, dass nicht alle der Teilnehmer der Impfgegner-Demo den genannten Gruppen angehören. „Wir wollen die Leute nicht in eine Schublade stecken“, sagt Zienczyk.

Das Toleranzbündnis besteht seit etwa zwei Jahren und hat sich anlässlich einer Demonstration gegen eine AfD-Veranstaltung in Bad Dürkheim gegründet. In der Vergangenheit hat es unter anderem eine Grundgesetz-Ausstellung veranstaltet.

Laut Dürkheimer Kreisverwaltung hat „Miteinander reden“ eine Demonstration um 18 Uhr auf dem Wurstmarktplatz mit 300 Teilnehmern angemeldet. Das Toleranz-Bündnis hat laut Kreis 50 bis 200 Menschen gemeldet.

Beim letzten Zusammentreffen der beiden Gruppen im September waren 480 Menschen von „Miteinander reden“ auf rund zwei Dutzend Toleranz-Bündnis-Unterstützer getroffen. „Miteinander reden“ demonstriert montags, zuletzt nur noch jede zweite Woche mit im November laut Polizei etwa 200 Teilnehmern.

x