Bad Dürkheim / Wachenheim
Abitur: Prüfung und Zeugnisübergabe unter Pandemiebedingungen
Das Abitur 2021 ist geschrieben, die Zeugnisse sind ausgegeben. Am Samstag bekamen die Abiturienten des Werner-Heisenberg-Gymnasiums in der Aula ihr Zeugnis und die Preisträger ihre Preise überreicht. Eltern und Angehörige konnten virtuell dabei sein, berichtet Schulleiter Armin Rebholz.
Die Schulleitung hatte Gesundheits- und Ordnungsamt konsultiert, da die persönliche Zeugnisübergabe eine „heikle Sache“ war – unter anderem wegen der Frage, ob sie eine Schulveranstaltung ist oder nicht. Die Reifezeugnisse völlig unpersönlich per Einschreiben mit der Post zu verschicken – wie noch im vergangenen Jahr – wollte das Schulgremium beim zweiten Abitur unter Corona-Bedingungen aber auch nicht. Stattdessen wurden die Abiturienten zeitlich versetzt mit ihren jeweiligen Stammkursen in die WHG-Aula geladen. Dort bat man die jungen Leute einzeln auf die Bühne und händigte ihnen ihre Zeugnisse aus. Ihre Stammkurs-Mitschüler saßen derweil in der Aula verteilt auf Abstand.
Die Schüler Jan Korgitzsch und Luis Stepp sorgten dafür, dass diese Zeugnisübergabe für die Angehörigen live gestreamt wurde. Die Beiden hätten das „richtig professionell“ gemacht, freut sich Rebholz. Seine Abiturrede wurde über Youtube verbreitet, Angehörige bekamen den entsprechenden Link.
Die jetzt verabschiedeten Abiturienten hatten zu Beginn der Corona-Krise zunächst Wechselunterricht. Von August bis Dezember waren sie ganz normal jeden Tag in der Schule. Somit hatten sie in ihrem letzten Schuljahr eine Mischung aus Fern- und Präsenzunterricht, erläuterte der Schulleiter. Das schriftliche Abitur fand in der WHG-Turnhalle statt, das mündliche vor Ort in der Schule.
IGS Deidesheim/Wachenheim
Auch für den Abi-Jahrgang 2021 der Integrierten Gesamtschule (IGS) Deidesheim/Wachenheim mit den etwa 850 Schülern war es ein von Corona dominierter Abschied vom Schulleben: Allerdings ermöglichte die Schulleitung die Zeugnisübergabe am Freitag für die 52 Abiturienten der IGS Deidesheim „live und in Farbe“, sagte IGS-Schulleiter Georg Dumont.„Mit Abstand und Maske haben unsere Absolventen in der Schulsporthalle ihre Zeugnisse entgegengenommen, dort haben auch die Prüfungen stattgefunden“, berichtet Dumont. Die Schulabgänger hätten sich dazu schick gemacht. Aber es habe weder einen Catering-Service noch Getränke gegeben, alles sei „ganz trocken“ gewesen. Die Eltern mussten der Übergabe fernbleiben. Nur drei Schüler haben das Abitur nicht bestanden, aber dafür die Fachhochschulreife erreicht, informiert der Schulleiter.
Zum bisherigen Schulalltag sagte Dumont, die Schule habe „die Oberprima zu bestimmten Kursen zur Abitur-Vorbereitung in kleinen Gruppen und unter den Hygienebedingungen stundenweise in die Präsenz geholt“. Zusätzlich zum Fernunterricht, der seit Januar stattgefunden habe.
Virtuelle Feierlichkeiten
Am 12. März standen die mündlichen Prüfungen auf dem Programm, im Fach Deutsch waren Franz Kafkas „Die Verwandlung“ und Georg Büchners „Woyzeck“ Themen in einer der mündlichen Prüfungen. Dumont hatte den Prüfungsvorsitz inne, und Überlegungen zu den Werken habe er auch in seine Abiturrede einfließen lassen – wie etwa „das Finden der eigenen Mitte“. Gerade in der Pandemie sei das wesentlich, um Widrigkeiten besser zu bestehen. Das habe er den Schülern mitgeben wollen.
Zudem habe der Schulleiter „erfreut die Abiturergebnisse zur Kenntnis genommen“. Mit einem Gesamtschnitt von 2,6 und Abschlüssen, deren Noten von 1,4 bis 3,6 reichen, sei es ein völlig normales Abitur gewesen, auf das auch die Schule zufrieden blicken könne.
Statt Abiball und -party habe es wie schon 2020 für die Schulabgänger nur rein virtuelle Feierlichkeiten gegeben – mit dem Versprechen, in besseren Zeiten privat zu feiern. Eine Übertragung für die Eltern habe es nicht gegeben. Allerdings sei ein Film aufgenommen worden, der intern zugänglich sein wird. „Gemanagt haben das die Schüler selbst“, berichtet Dumont.