Bad Dürkheim Abdichtung der Alt-Deponie dauert bis Juni

Zwischen die Betonleitwände passt der Schlitzwandgreifer, der sich 30 Meter tief in die Erde bohrt. Aus der Leitung tritt als pr
Zwischen die Betonleitwände passt der Schlitzwandgreifer, der sich 30 Meter tief in die Erde bohrt. Aus der Leitung tritt als provisorische Füllmasse Bentonit aus.

Die Abdichtung der Alt-Deponie der BASF auf dem Bruchhübel ist zeitaufwendiger als gedacht: Nicht im April wie ursprünglich geplant, sondern im Juni sollen die Bauarbeiten beendet sein – nach eineinhalb Jahren.

„Es läuft alles gut, aber nicht so schnell wie gedacht“, sagte gestern der stellvertretende Projektleiter Marc Werthmüller bei einem Ortstermin. Deshalb müsse auch die Öffnung des gesperrten Autobahnzubringers (L 527) um eine Woche nach hinten auf den 11. März verschoben werden (wir berichteten kurz). Die aufwendige Abdichtung der Deponie nehme eben viel Zeit in Anspruch. „Und wir wollen keine Abstriche bei der Qualität machen“, ergänzte Werthmüller. Mit der zunächst sehr feuchten und dann kalten Witterung habe die Zeitverzögerung nichts zu tun. Die Kosten bleiben laut Werthmüller unverändert. Nach wie vor kalkuliert die BASF mit 12 Millionen Euro. Die Baustelle am Bruchhübel wird weiterhin vom 120 Tonnen schweren Bagger mit Schlitzwandgreifer bestimmt. Dieser zerschneidet gerade den Bereich der Landesstraße und bewegt sich in Abschnitten von acht bis neun Metern alle zwei Tage voran. Die 30 Meter tiefen Schlitze, die von Leitwänden aus Beton abgesichert sind, werden zunächst mit Bentonit provisorisch verfüllt, bevor die richtige Dichtwandmasse hineingepumpt wird. „Wir entnehmen ständig Proben. Die Tests zeigen, dass die Masse dicht hält“, betont Werthmüller. Das Betongemisch könne zwar nicht mit Stahlbeton verglichen werden, habe aber durch einen geringen Zementanteil eine lange Aushärtungsphase. „Das heißt, dass sie dicht schließen kann“, so Werthmüller. 80 Zentimeter dick ist die Schlitzwand, sie wird am Ende 560 Meter lang sein und das 1,7 Hektar große Areal nach außen verschließen. Zwei Drittel davon sind laut Werthmüller schon im Boden. Bereits ganz fertig gestellt sind die Betonleitwände für die Schlitzwand. Sie stützen das Gelände, damit der Schlitzwandgreifer nicht einsackt. Außerdem ist der Zwischenraum dadurch besser zu befüllen. In einem 20 mal 20 Meter großen Versuchsfeld im Nordosten des Deponiekörpers habe man zunächst geklärt, ob das Verfahren sich auch in der Praxis bewährt. „Diese Tests waren alle gut gelaufen“, betont der stellvertretende Projektleiter. Mit den Bauarbeiten hat die BASF die Spezialfirma Bauer aus dem bayerischen Schrobenhausen beauftragt. Die Dichtmasse für die Schlitzwand liefert die Erpolzheimer Firma Waibel. Bevor das Material verwendet werden kann, wird zunächst in einem Labor am Deponiegelände die Qualität geprüft. Nicht nur mit der Schlitzwand soll sichergestellt werden, dass künftig keine Schadstoffe mehr in die Umwelt gelangen: Zusätzlich wird der Grundwasserpegel im Deponiefeld um einen halben Meter abgesenkt. Vier Brunnen müssen dafür laut Werthmüller noch gebaut werden. In einer Anlage wird das Wasser vor Ort zunächst vorgereinigt. Dann wird pro Stunde etwa ein Kubikmeter Wasser zur Dürkheimer Kläranlage gepumpt. Laut BASF handelt es sich bei den Schadstoffen um Pflanzenschutzmittelrückstände, aromatische Kohlenwasserstoffe wie Naphthalin und anorganische Stickstoffverbindungen. Von unten soll die Deponie durch undurchlässige geologische Ton-Schichten abgedichtet sein. Wie zuvor kommt auf die Deponie-Oberfläche eine Folie aus Kunststoff, die verhindern soll, dass neues Wasser eindringen kann.

Die Landesstraße 527 wird gerade vom 120 Tonnen schweren Bagger mit Schlitzwandgreifer durchschnitten.
Die Landesstraße 527 wird gerade vom 120 Tonnen schweren Bagger mit Schlitzwandgreifer durchschnitten.
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