Bad Dürkheim
40 Jahre Salierhalle: Fünf Fakten zur Dürkheimer Stadthalle (mit Bildergalerie)
Der Start
Ein neuer Stern an Dürkheims Himmel sollte sie sein, die nigelnagelneue Salierhalle. Als sie im Dezember 1985 eröffnet wurde, feierten rund 800 Gäste das neue „Kongreßzentrum an den Salinen“ mit angegliedertem Crest-Hotel. Entstanden ist es im Bauherrenmodell. Gesamtkosten: 27,5 Millionen Mark. Entworfen hat es der Dürkheimer Planer und Architekt Helmut Augeneder. Als „eine Sache, auf die die ganze Pfalz stolz sein kann“, empfand der Vorsitzende des pfälzischen Bezirkstags Werner Ludwig damals die Halle. Die Hoffnung: Die neue Tagungsstätte sollte Bad Dürkheim neue Perspektiven eröffnen.
Die Bühne
Die Salierhalle ist ein zentraler Veranstaltungsort der Region und bietet Platz für rund 1000 Besucher. Mit dieser Kapazität ist sie die größte Halle vor Ort und hat in den vergangenen vier Jahrzehnten eine Vielzahl prominenter Persönlichkeiten aus Unterhaltung, Politik und Sport beherbergt. Besonders in Erinnerung bleiben die Auftritte bekannter Comedians im Rahmen des SWR3-Comedy-Festivals: Künstler wie Chris Tall, Olaf Schubert, Mirja Boes, Ingo Appelt und natürlich der Dürkheimer Kabarettist Christian „Chako“ Habekost sind in der Halle aufgetreten. Neben Comedy hat die Halle auch dem Sportlerball lange Zeit eine glanzvolle Bühne geboten. In den späten 1990er-Jahren und Anfang der 2000er-Jahre trat hier ein noch junger Xavier Naidoo auf und begeisterte – lange vor allen Skandalen – das Publikum. Auch die Politik nutzte die Halle wiederholt als Plattform: Im Landtagswahlkampf 2011 besuchte beispielsweise der damalige FDP-Vorsitzende und Bundesaußenminister Guido Westerwelle die Salierhalle, um sich den Wählern zu präsentieren.
Der Aufreger
„Die Macht der Propaganda“ – unter diesem Titel fand Anfang 2024 eine Veranstaltung von Kayvan Soufi-Siavash statt. Der unter dem Pseudonym Ken Jebsen bekannte ehemalige Radiomoderator war durch seine Teilnahme an Protesten gegen die Corona-Schutzmaßnahmen in die Schlagzeilen geraten. Medienberichten zufolge soll er im Fokus des Berliner Verfassungsschutzes stehen.
Die Frage, wer die Salierhalle für Veranstaltungen mieten darf, sorgte 2024 für Diskussionen. Hintergrund ist der Pachtvertrag zwischen der Stadt und der Salinenhotel GmbH, die als Pächterin die Halle eigenständig weitervermietet. Laut Angaben der Stadt vom Dezember 2025 läuft dieser Vertrag „bis auf Weiteres“. Gleichzeitig gibt es Vorgaben. Die Stadt betont: „Mit der Stadt besteht eine explizite Vereinbarung darüber, dass Vermietungen nur mit Institutionen und Personen vereinbart werden, die sich auf dem Boden des Grundgesetzes bewegen“. Nach „diversen Gesprächen“ sollen jedoch Anpassungen vorgenommen werden. So sollen mögliche Missverständnisse oder Unstimmigkeiten offenbar künftig vermieden werden.
Die Pandemie
Holzverschläge statt Stuhlreihen, der Geruch von Desinfektionsmittel statt Parfüm: Während der Corona-Pandemie wurde die Salierhalle in Bad Dürkheim vom Veranstaltungsort zum Impfzentrum umfunktioniert. Vom 7. Januar bis zum 22. September 2021 erhielten dort an insgesamt 186 Tagen Menschen aus dem gesamten Landkreis ihre Schutzimpfung. Rund 60.000 Impfdosen wurden verabreicht – in Spitzenzeiten bis zu 700 am Tag. Nach der landesweiten Schließung der Impfzentren im Herbst 2021 richtete die Stadt im Dezember desselben Jahres eine kommunale Impfstelle im Foyer der Halle ein. Im Februar 2022 zog diese schließlich in ein Gebäude der Pfälzischen Pensionsanstalt um.
Die Gegenwart
Der Stern der Salierhalle leuchtet längst nicht mehr so hell wie zu ihrer Eröffnung. Baukostenüberschreitungen und Probleme mit dem Bauherrenmodell tauchen schon bald nach der Eröffnung auf. Bis ins Jahr 2025 sorgen die Eigentumsverhältnisse rund um die Halle für Herausforderungen. „Die Eigentumsverhältnisse sind gerade in Klärung und die Stadt fungiert als Verwalterin der Eigentümergesellschaft der Halle“, stellt die Stadtverwaltung auf Nachfrage fest. Hinzu kommt, dass der Zustand der Halle schon seit Jahren nicht mehr gut ist. Wie soll es also weitergehen? Erfolgt eine Sanierung, ein Abriss oder ein Verkauf? Aktuell werden laut Stadt mehrere Ideen durchgespielt. Konkrete Pläne gibt es aber nach wie vor nicht. Finanziell bleibt die Halle eine Belastung für die Stadt. Allein im Jahr 2024 fielen rund 73.000 Euro an Erhaltungsaufwand an, ein Betrag, der laut Verwaltung dem Durchschnitt der vergangenen Jahre entspricht.