Bad Dürkheim 2,5 Tonnen Sondermüll im Wald
«Bad Dürkheim/Wachenheim.» Wer in den Wald geht, sucht dort vor allem Ruhe und Entspannung. Doch damit ist es schnell vorbei, wenn sich dort wahre Müllberge auftürmen. So wie im Juni in der Nähe des Wachenheimer Kurpfalzparks: Altreifen, eine Tiefkühltruhe, eine Matratze, Ölfilter, jede Menge Kleinmüll – alles illegal abgeladen. Aber auch Eternitplatten und sogar ein Öltank mit Restöl seien in der Vergangenheit in den Wäldern des Forstamtes Bad Dürkheim entsorgt worden, klagen die Förster. „Seit Ende 2017 nehmen die illegalen Müllablagerungen stetig zu. Im Bereich des Forstreviers Wallberg wurden im zurückliegenden Jahr durch den Forstbetrieb mehr als zehn illegale Müllablagestellen geräumt“, berichtet Revierleiter Robert Kirchner. Diese befanden sich meistens an Waldwegen, die von der Kreisstraße 16 zwischen Wachenheim und Lambrecht abzweigen. An solchen Stellen wird häufig illegal abgeladen. „Da sind die Täter schnell an der Waldeinfahrt und schnell wieder weg“, erklärt Förster Joachim Weirich, der am Forstamt Bad Dürkheim für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. „Bei Anlieferung des Abfalls bei der Deponie in Friedelsheim wogen die einzelnen Anhängerladungen zwischen 500 und 1000 Kilogramm. Eine Anfuhr mit Eternitplatten brachte fast 2,5 Tonnen auf die Waage und musste als Sondermüll entsorgt werden“, erinnert sich Kirchner. Die illegale Müllentsorgung sei in der Regel eine Ordnungswidrigkeit, die mit Geldstrafen von bis zu 100.000 Euro geahndet werden kann, so das Forstamt. Im Extremfall könne es sich sogar um eine Straftat handeln, wenn eine anhaltende Verschmutzung von Boden, Luft oder Wasser vorliege, wie beispielsweise bei der Entsorgung von Altöl oder asbesthaltigen Materialien. „Konsequent anzeigen“ „Dies ist in keinem Fall hinnehmbar und wird vom Forstamt daher auch konsequenterweise zur Anzeige gebracht“, betont Weirich. In einem großen Waldgebiet wie dem Pfälzerwald sei eine lückenlose Überwachung allerdings völlig unmöglich, räumt er ein. „Ähnlich wie bei Waldbränden sind wir auf die Mithilfe der Bürger angewiesen“, sagt Weirich. Daher sei es wichtig, nicht wegzuschauen und eine „positive Gesinnung für den Wald zu zeigen“, so der Förster. Die Untere Abfallbehörde des Landkreises kann nicht bestätigen, dass im vergangenen Jahr mehr Abfall illegal abgeladen wurde als in den Jahren zuvor. Der Wert schwanke vielmehr sehr stark, bewege sich aber auf hohem Niveau. 2018 wurden laut der Behörde knapp 150 Tonnen Abfall illegal entsorgt, im Jahr zuvor waren es rund 176 Tonnen. Möglicherweise sei jedoch die Anzahl der Ablagerungen im Wald gestiegen, so die Pressesprecherin des Kreises, Sina Müller. „In einem Land wie unserem, in dem die Abfallentsorgung vorbildlich und lückenlos organisiert ist, ist es nicht hinnehmbar, dass ,schwarze Schafe’ den Wald zu illegalen Müllablagerungen missbrauchen und der Natur und der Allgemeinheit Schaden und beträchtliche Kosten zufügen“, appelliert Weirich. Zeugen, die jemanden beobachten, der illegal Abfall ablädt, können sich an die Polizei – auch unter dem Notruf 110 – wenden. Dabei sei es hilfreich, den Tatort möglichst genau zu beschreiben und beispielsweise das Kennzeichen des Übeltäters zu notieren, so Weirich. „Wenn Spaziergänger auf illegal abgeladenen Müll stoßen, sollten sie die Untere Abfallbehörde beim Kreis informieren“, rät Sina Müller. Diese benachrichtige die zuständige Stelle. Je nach Gebiet ist für die Entsorgung das Forstamt oder die jeweilige Kommune zuständig. Wichtig seien die genaue Angabe des Fundorts und Bildmaterial. Die Rufnummer der Abfallbehörde: 06322 961-5202 oder -5204.