Rheinland-Pfalz Schwimmbäder: 184 Anzeigen wegen Straftaten

«Mainz». Kommt es in den rheinland-pfälzischen Schwimmbädern vermehrt zu Straftaten? Im ersten Halbjahr 2019 registrierte die Polizei 184 Anzeigen, darunter 75 in der Pfalz – die meisten Fälle betrafen Diebstähle. Bei 13 Anzeigen ging es um den Vorwurf von Sexualdelikten: Wegen des Verdachts einer Vergewaltigung im Schwimmbad ermittelte die Polizei in Zweibrücken, in Frankenthal gab es zwei Anzeigen wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern.
Das Mainzer Innenministerium hat jetzt erstmals Zahlen zum Umfang der Straftaten in Frei- und Hallenbädern veröffentlicht und damit eine Kleine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion beantwortet. Die besucherstarken Schwimmbad-Monate Juli und August sind in der Halbjahresstatistik für 2019 naturgemäß noch nicht erfasst, ein Vergleich mit den Vorjahren ist daher kaum möglich. Im Jahr 2018 verzeichnet die Polizei insgesamt 637 Anzeigen wegen Straftaten in Schwimmbädern, 2017 waren es 510 gewesen. In 34 Fällen (2017: 30) ging es um den Verdacht von Sexualdelikten: Darunter sind der Vorwurf einer Vergewaltigung in Landau sowie 15 Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch von Kindern – unter anderem in Bad Dürkheim, Frankenthal, Landau, Ludwigshafen, Ramstein-Miesenbach (Kreis Kaiserslautern) und Zweibrücken. Die Anzahl von Rohheitsdelikten wie Körperverletzung oder Bedrohung stieg leicht von 66 in 2017 auf 71. Deutlich zugenommen hat dagegen die Anzahl der Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs in den Schwimmbädern: von 43 in 2017 auf 94 im darauffolgenden Jahr. Die Aufstellung des Innenministeriums macht keine Angaben zum jeweiligen Ergebnis der Ermittlungen. 2018 richteten sie sich gegen 425 Tatverdächtige – 80 Prozent davon sind Deutsche. Wegen des Verdachts von Sexualdelikten in Schwimmbädern wurde 2018 gegen 30 Personen ermittelt – 60 Prozent davon sind Deutsche. In diesem Sommer hatten Tumulte und Gewalttaten in mehreren bundesdeutschen Schwimmbädern für Schlagzeilen gesorgt.