Ausflugstipp RHEINPFALZ Plus Artikel Potzbergturm im Kuseler Land wieder zugänglich

Steht auf der dritthöchsten Erhebung des Landkreises Kusel: der Potzbergturm.
Steht auf der dritthöchsten Erhebung des Landkreises Kusel: der Potzbergturm.

Höher geht’s tatsächlich nimmer: Wer die Stufen hinaufkraxelt und sich auf die Plattform wagt, thront auf dem höchsten Punkt im Landkreis Kusel.

Aber nur, weil ein 35 Meter hoher Aussichtsturm den 562 Meter hohen „König des Westrich“ krönt. Als solcher wird der Potzberg gern bezeichnet, obgleich er nur die dritthöchste Erhebung im Landkreis ist.

Der Gipfel des Königsberg-Massivs, das sich über dem Städtchen Wolfstein erhebt und dem Königsland seinen Namen verleiht, ist fünf Meter höher. Der Herzerberg bei Reichweiler unweit der Landesgrenze zum Saarland misst sogar 13 Meter mehr. Trotzdem sind Königsberg und Potzberg zweifellos bekannter. Und letzterer eben mit einem Turm ausgestattet, der einen atemberaubenden Rundum-Ausblick zu bieten vermag.

Kostenintensive Sanierung

Dies zumindest, wenn die Witterung stimmt – und er zugänglich ist. Vier Jahre lang haben Potzberg-Besucher vergeblich an die Turmtür gepocht und somit auf die wundervolle Aussicht verzichten müssen. Erst seit gut zwei Wochen ist der Turm wieder begehbar. Nach vier Jahren andauernder und kostenintensiver Sanierung, die eigentlich längst schon hätte abgeschlossen sein sollen.

Gut eine halbe Million haben die Arbeiten verschlungen. Der Kreis hat 200.000 Euro aufwenden müssen, der Rest ist aus Landesmitteln geflossen. Treppen, Türen, Beleuchtung – alles wieder neu. Und vor allem sicher. Denn allein Sicherheitsaspekte waren es, die 2017 die Verantwortlichen dazu gezwungen hatten, den Aufstieg im 35 Meter hohen Turm zu verwehren.

Kein „Strohhalm“ auf dem Potzberg

Zur Geschichte der Region gehört auch dies – man male sich das Schreckensbild gern aus: Auf dem weithin sichtbaren Potzberg ragte eine Art riesiger Strohhalm in die Höhe. Viel hätte nicht gefehlt: Vor genau 35 Jahren gab’s Pläne, eine Nadel von rund 93 Metern Höhe bei fünf Metern Durchmesser auf den Gipfel zu pflanzen. Ausgeheckt hatte das die Bundespost, die damit die Funkversorgung in der Region sicherstellen wollte. Das Großprojekt hatte blankes Entsetzen ausgelöst, war dann aber rasch am Widerstand vor Ort gescheitert. Weder die Bevölkerung noch der Kreis als Eigentümer des Areals hatten sich dies bieten lassen wollen. Und wer weiß, ob nahe des Masts der benachbarte Wildpark überhaupt hätte entstehen können. Doch auch der Potzbergturm ist eigentlich kein Aussichtsturm, sondern war als Funk- und Fernmeldestation konzipiert. Davon zeugen bis heute große Antennen. Dem angenehmen Nebenzweck allerdings lässt sich seit der Renovierung wieder frönen. Geöffnet ist der Turm, dessen letzter Stein vor 70 Jahren, am 2. Dezember 1951, gesetzt wurde, täglich von 9 bis 17 Uhr. Bei miesem Wetter bleibt laut Kreisverwaltung die Tür allerdings auch ab und an verschlossen.

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