Architektur Wo ein Wahrzeichen war, ist jetzt nichts: Eine Erinnerung an das BASF-Hochhaus in Ludwigshafen

Prägte die Stadt: das 101 Meter hohe Engelhorn-Haus.
Prägte die Stadt: das 101 Meter hohe Engelhorn-Haus.

War da mal was? Ein Wahrzeichen? In Ludwigshafen? Himmelwärts ragte eine Architektur, die in den 1950er-Jahren als Inbegriff des Aufschwungs galt. Das Engelhorn-Hochhaus der BASF war kurz das höchste Gebäude Deutschlands, 101,60 Meter, ein Signet und identitätsstiftendes Logo. Der schlanke Bau stand auf schrägen Stützen. Das Erdgeschoss vollverglast, die Krönung eine gläserne Cafeteria im 21. Stock. Ein Flugdach kragte aus. Die nebenstehende, flache Eingangshalle swingte. Vom „Industrie-Walhall“ schrieb die RHEINPFALZ zur Eröffnung des ikonischen Bauwerks am 22. März 1957. Diese Woche jetzt die Nachricht, dass an Tor 2 dauerhaft Leere gähnt. Nicht mal ein popeliges Bürogebäude soll dort stehen, wo 57 Jahre lang Architektur von Rang präsidierte. Geschweige denn etwas Adäquates wie versprochen. Es ist eine – mit Verlaub – Verarsche in Etappen. Ach ja, 2014 wurde das denkmalgeschützte BASF-Hochhaus platt gemacht. Gegen den Willen etwa der Architekturexperten. Die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt hatte – wenig überraschend – keine Bedenken. Zu teuer die Sanierung, war das Argument für die Tablusa rasa. Das PCB, der Asbest, der rissige Beton. Zu schwierig. Sicher, für ein Unternehmen, das die Grundkomponenten für die Sanierungsmaßnahmen herstellt.

Gebrochene Versprechen

Zur gleichen Zeit sanierte der Investor Patrick Schwarz-Schütte das Dreischeibenhaus in Düsseldorf, Ex-Sitz von ThyssenKrupp. Das BASF-Hochhaus, gebaut von denselben Architekten (Hentrich und Petschnigg), ist der direkte Vorläufer GEWESEN. Jetzt ist die Zukunft passé. „Wir werden Ludwigshafen nicht enttäuschen“, hatte Margret Suckale vom BASF-Vorstand 2012 einen Neubau im Weltformat versprochen. Noch bevor die Abrissgenehmigung für das Engelhorn-Hochhaus erteilt wurde übrigens. „Es kommt kein Schuhkarton“, prophezeite BASF-Vorstandsvorsitzender Kurt Bock. „Wir haben eine Verpflichtung“, sagte er. Sechs Jahre später kam das Aus für den Sieger eines 2014 zu Show-Zwecken veranstalteten Wettbewerbs. Wie zum Hohn wurde das 88 Meter hohe Glashochhaus des Büros Eller + Eller zuvor noch mit dem internationalen MIPIM-Award prämiert. Jetzt also wird gar nichts kommen. Nix. Wie sagte der Ludwigshafener Standortleiter der BASF, Michael Heinz, dereinst so schön: „Wir wollen einen Beitrag zum Stadtbild“ leisten. Das ist eindrucksvoll gelungen.

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