Wacken
Wie das Metal-Festival ein neues Matsch-Chaos verhindern will
Das 35. Heavy-Metal-Festival im norddeutschen Wacken vom 29. Juli bis 1. August 2026 ist bis Ende März noch immer nicht ausverkauft. Eine Ursache für die ungewohnte Zurückhaltung der Fans dürfte die mitunter gesundheitsgefährdende Schlammschlacht vom Vorjahr sein, die den Fußmarsch von den Campingplätzen zum Konzert und den Aufenthalt vor den Bühnen bis zur Erschöpfung erschwerte. Dauerregen mit bis zu 39 Liter pro Quadratmeter hatte das Areal in eine zähe Matschlandschaft verwandelt. Konzertbesucher erlitten Knochenbrüche im wadentiefen Morast. Autos wurden ramponiert beim Versuch, auf dem verschlammten Festivalgelände zu rangieren.
Für dieses Jahr versprechen die Organisatoren des wichtigsten deutschen Metal-Festivals Abhilfe. Auf ihrer Webseite kündigen die Gründer Thomas Jensen und Holger Hübner erstmals die Abdeckung des Kernbereichs vor den beiden Hauptbühnen mit festen Bodenplatten auf 10.000 Quadratmeter Fläche an. Zudem sollen die Besucher diesmal bis zu 80 Prozent der Wegstrecke von den Campingplätzen zum Festival-Zentrum auf befestigten Wegen zurücklegen können. Neu werde ein geschotterter Rettungsweg von gut 800 Metern Länge sein. Im Festival-Sonderbereich für Rollstuhlfahrer würden die Wegebefestigungen auf 3500 Quadratmeter vervierfacht.
Saugfähiges Material aus Hanfrückständen
Nach mäßigem Erfolg im Vorjahr mit biologisch abbaubaren Wegbelägen aus Moorpflanzenfasern setzen die Verantwortlichen diesmal auf sogenannte Hanfschäben. Dieses Material aus verholzten Rückständen von Hanfstängeln soll 30 Prozent mehr Feuchtigkeit als Holzhackschnitzel aufsaugen können, von denen aber ebenfalls große Mengen über die Fußwege gekippt würden. Nach dem Festival ließen sich die Hanfschäben rückstandsfrei entfernen und als nachhaltiger Baustoff neu verwerten.
Als weitere Maßnahme sollen verschiedenfarbige Lichterketten an den Hauptrouten die Orientierung auf dem weitläufigen Areal verbessern.
Zum 35. Wacken-Festival mit Bands wie Def Leppard, Judas Priest, Arch Enemy, Savatage und Powerwolf werden 85.000 Besucher erwartet. Es gibt noch Tickets für 349 Euro pro Stück.