Film RHEINPFALZ Plus Artikel Vier Golden Globes für „One Battle after Another“

Die Irin Jessie Burckley erhielt den Preis als beste Hauptdarstellerin in „Hamnet“
Die Irin Jessie Burckley erhielt den Preis als beste Hauptdarstellerin in »Hamnet«

Viermal „One Battle after Another“, zweimal „Hamnet“ – die Favoriten gewannen bei den 83. Golden Globes, den Oscar-Vorboten. Doch es gab auch Überraschungen.

Sichtlich überrascht stolperte Stellan Starsgard auf die Bühne, um einen der ersten Preise der 83. Golden-Globes-Nacht in Los Angeles entgegen zu nehmen. „Ich bin darauf nicht vorbereitet, ich dachte, ich wäre dafür zu alt“, sagte der 74-jährige Schwede, der die Statue als bester Nebendarsteller in dem Familiendrama „Sentimental Value“ bekam. Er dankte seiner Frau, die ihn „brutal unterstütze, eine starke Liebhaberin ist und sehr pädagogisch“. „Ich spiele einen schlechten Vater, meine Kinder haben mir gesagt, was ein schlechter Vater ist“. Eine humorvollere Dankesrede sollte es nicht mehr geben.

Die schönste Dankesrede hielt Stellan Skarsgard, der als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. wurde.
Die schönste Dankesrede hielt Stellan Skarsgard, der als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. wurde.

Die große Überraschung waren gleich vier Statuen für „Adolescent“ aus Großbritannien (Netflix), die als beste Miniserie ausgezeichnet wurde. In dem packenden Vierteiler wird ein 13-jähriger Junge des Mordes an einer Mitschülerin angeklagt, man sieht, wie er und seine Familie darauf reagieren, als er verhaftet wird, und ist immer wieder geschockt. Die Preise gingen an den heute 16-jährigen Nebendarsteller Owen Cooper, Erin Doherty als beste Nebendarstellerin und Hauptdarsteller Stephan Graham. Im Gegensatz zu den Oscar zeichnen die Golden Globes auch Fernsehproduktionen aus, Stand-Up-Comedians und erstmals Podcasts und teilen Fernsehen und Kino in die Sparten Komödie/Musical und Drama ein.

Bei den Komödien gewann erwartungsgemäß als bester Film „One Battle after Another“ sowie Paul Thomas Anderson als Regisseur und Drehbuchautor. Das ist eine herrlich absurde US-Thrillerkomödie über den zugedröhnten Kopf einer linksradikalen Terrorgruppe (Leonardo Di Caprio) und seine Tochter, der von einem rassistischen Soldaten gejagt wird. Tejana Taylor, die Rebellenführerin, wurde als beste Nebendarstellerin geehrt. Als bester Hauptdarsteller stach Timothée Chalamet zurecht als großspuriger, ewig quasselnder Tennisspieler in der rasanten Abenteuerkomödie „Marty Supreme“ (Kinostart: 26. Februar) immerhin Di Caprio und George Clooney aus.

Mitreißende Geschichten

In der Dramasparte war der mitreißenden Geschichte „Hamnet“ (Regie: Chloé Zhao), der Preis als bester Film nicht zu nehmen, ebenso wenig wie der für die beste Hauptdarstellerin für die Irin Jessie Burckley. Sie spielt Shakespeares Frau Agnes, die ihren Sohn Hamnet (Hamlet) verliert und allein ihr Leben meistert (Kinostart: Donnerstag). Bester Hauptdarsteller dieser Sparte wurde überraschend der Brasilianer Wagner Moura in „The Secret Agent“, der auch als bester nicht-englischer Film ausgezeichnet wurde (der deutsche Film „In die Sonne schauen“ war nicht nominiert). Das Nachsehen hatten die nominierten deutschen Filmkomponisten Hans Zimmer („F1“) und Max Richter („Hamnet“), der Preis ging an den Schweden Ludwig Göransson („Blood & Sinners“). „Golden“ aus „KPop Demon Hunters“ wurde als bester Song ausgezeichnet und der Film als beste Animation. Ob das bei den Oscars auch funktioniert, ist noch nicht klar: Die Nominierungen werden erst am 22. Januar bekannt gegeben.

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