Krimi RHEINPFALZ Plus Artikel Tatort Nizza: Stierkampf und Mafia an der Côte d’Azur

Mörderisches Nizza.
Mörderisches Nizza.

Nizza und die Côte d’Azur: Tummelplatz der Reichen und Schönen, Sehnsuchtsort für viele, die im Winter Wärme suchen. Aber die Traumkulisse trügt, was nicht nur die Nachrichten von dort oft in Erinnerung rufen. Die Stadt eignet sich auch bestens als Krimi-Kulisse. Das wusste bereits Alfred Hitchcock, das zeigt jetzt auch Jörg Armbrüster.

Schon wieder ein Deutscher, der ein beliebtes Urlaubsziel des Nachbarland Frankreich zum Schauplatz seines Kriminalromans macht. Das hat, so scheint’s Methode. Allerdings hat sich Jörg Armbrüster dafür kein französisch klingendes Pseudonym zugelegt. Der aus Kaiserslautern stammende Autor arbeitet nach wie vor als Journalist und Moderator für Radio und Fernsehen beim SWR. Genaue und sorgfältige Recherche für politische Beiträge wie für Reisereportagen gehören da quasi zum Handwerk. Die Schilderung der Handlungsorte inklusive der kulinarischen Nebenschauplätze stimmen bis ins Detail. Die Typen – vom Kommissar mit Ehe- und Fitnessproblemen und italienischem Großvater bis hin zur unnahbaren sizilianischen Witwe des Mordopfers – sind mit leiser Ironie geschildert und entgehen so der Klischeefalle. Die Handlung mit Prolog und Epilog ist mit einigem dramaturgischen Geschick aufgebaut. Und ja: Es ist ebenso spannend wie unterhaltsam, unter den Dächern von Nizza die Aufklärung des Mords an einem berühmten Stierkämpfer zu verfolgen. Tatwaffe: des Toreadors eigener Degen.

Lesezeichen

Jörg Armbrüster: „Mord d’Azur“, Kriminalroman; Emons; 240 Seiten; 12 Euro.
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